Mobility Reloaded – Erfolgsrezepte richtig erkennen

Neue Geschäftsmodelle versprechen innovative Lösungen für die Mobilität von morgen. Dabei wird nur ein kleiner Teil der Mobility-Start-ups am Markt bestehen können. Es gilt also, die echten Perlen zu identifizieren.

Eine vermeintliche Neuerfindung der Mobilität ist derzeit in aller Munde und wird von bedeutsamen Akteuren der Wirtschaft, Politik, Medien und Wissenschaft propagiert. Namhafte Automobilhersteller erklären sich zu den Mobilitätsanbietern von morgen und greifen mit dieser Wendung hin zu integrierten Dienstleistungen den erwarteten Bedeutungsverlust ihres seit über 100 Jahren bewährten Geschäftsmodells vorweg. überall sprießen Mobility-Start-ups aus dem Boden und auch die großen Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley schicken sich an, die globale Mobilitätswelt zu revolutionieren. Alle versprechen uns mit ihren Lösungen ein Mehr an Sicherheit, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit, Zeit und Lebensqualität. Analysten überschlagen sich mit positiven Prognosen zu den Marktpotenzialen entsprechender Anwendungen. Doch bei Weitem nicht alle Platzhirsche und nur ein kleiner Teil der unzähligen Neueinsteiger werden langfristig erfolgreich sein und die Genese neuer Wertschöpfungsstrukturen überstehen.

Wie können wirklich innovative Geschäftsmodelle erkannt werden?

Woran aber sind wirklich innovative Geschäftsmodelle im Mobilitätssektor − also solche, die nicht nur einen hohen Neuigkeitsgrad aufweisen, sondern sich wirksam am Markt durchsetzen werden − erkennbar? Diese Frage und angrenzende wirtschaftliche Problemstellungen gehören zu einem der Kernforschungsfelder des IVM Institut für Vernetzte Mobilität gGmbH. Im Rahmen der ökonomischen Begleitung zahlreicher Forschungsprojekte mit unterschiedlichen Technologie- und Anwendungsschwerpunkten und unter Einbeziehung des Expertenwissens unserer Projektpartner sind wir zu einigen elementaren Erkenntnissen gelangt, was aussichtsreiche Geschäftsmodelle einer „Neuen Mobilität“ heute ausmacht.

Zunächst sind grundlegende Themenfelder für die Veränderung etablierter Mobilitätsformen identifizierbar, die von robusten Trends und Triebkräften des Wandels forciert werden. Diesbezüglich hat sich in den letzten Jahren der Vierklang aus Vernetzung, Automatisierung, Elektrifizierung und Sharing herauskristallisiert. Die Akteure und Elemente der Mobilitätsmärkte und Verkehrsnetze werden mit mobilen Breitbandtechnologien immer mehr verzahnt und koordiniert. Fahrzeugflotten und Verkehrs(teil)systeme operieren mit steigenden Automatisierungsgraden immer selbstständiger. Batterieelektrische oder brennstoffzellenbasierte Antriebe gewinnen sukzessive Marktanteile. Die verstärkte geteilte Nutzung von Fahrzeugen wird neue integrierende Angebote einer multi- bzw. intermodalen Mobilität hervorbringen. Trotz einer gewissen Ernüchterung, z. B. angesichts der bisherigen Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland, werden alle vier Themenfelder nach unserer Einschätzung den weltweiten Wandel der Mobilitätswelt in den nächsten zehn bis 20 Jahren bestimmen. Offen ist nur, in welchem Ausmaß und mit welchem Zeithorizont sich themenbezogene Lösungen tatsächlich am Markt etablieren werden. Ein Schlüssel zum Erfolg wird jedenfalls in der Verknüpfung und Integration der vier Bereiche liegen, da sie in Kombination beachtliche Synergiepotenziale heben können. Ein gutes Beispiel hierfür sind flexibel rufbare, fahrerlose Elektro-Shuttles oder -Taxis aus einer intelligent vernetzten und koordinierten Fahrzeugflotte.




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