Nachfrage nach externer Digitalberatung wächst

Der Branchenverband Bitkom analysiert regelmäßig die Entwicklungen bei der Digitalisierung. Einige Megatrends scheinen nach Ansicht befragter Unternehmen noch unzureichend in Geschäftsprozesse und neue Geschäftsmodelle umgesetzt. Die Nachfrage nach Beratungsleistung wächst allerdings, was Unternehmensberatern Umsätze beschert.

In Deutschland streiten sich Parteien, Verbände und Experten regelmäßig über den Stand der Digitalisierung. Trotz einer wirtschaftlichen Führungsrolle in Europa ist Deutschland in einigen Bereichen allerhöchstens Mittelmaß. Wenn überhaupt: Beim Breitbandausbau liegt das Land im OECD-Vergleich sogar nur auf Platz 28 von insgesamt 32 Industrienationen.

Seit Jahren fordern Experten deshalb mehr Initiative seitens der Politik. Doch genügt das? Die Digitalisierung fordert die Privatwirtschaft ebenso heraus. Der führende Branchenverband Bitkom untersuchte in den letzten Monaten die Enschätzung von deutschen Unternehmen zum Stand der Digitalisierung.

Zurückhaltender Einsatz neuer Technologien

Deutschland hat Potenzial: Bei Forschung und Entwicklung etwa in Bereichen wie Künstliche Intelligenz und Blockchain können Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen durchaus Fortschritte verzeichnen.

Deutsche Unternehmer sehen laut einer repräsentativen Umfrage allerdings Nachholbedarf. Zwar betrachten die Befragten die deutsche Unternehmenswelt auf einem guten Weg, allerdings verortet nur eine Minderheit die deutsche Wirtschaft bei innovativen Technologieeinsatz auf einer Spitzenposition.

Als hinderlich bei der Praxisumsetzung von Trendtechnologien zeigen sich nach Ansicht der befragten Personen die Anforderungen an den Datenschutz (rund 45 Prozent der Befragten), technische Sicherheit (39 Prozent) und der Mangel an Fachkräften (33 Prozent).

Bitkom-Präsident Achim Berg sieht das Zögern kritisch. „In Anbetracht der derzeit vollen Auftragsbücher ist nachvollziehbar, wenn Unternehmen sagen, dass sie keine Zeit für neue Technologien haben. Klug ist ein solcher Ansatz allerdings nicht“, sagt Berg. „Niemand, der auch morgen noch Geschäfte machen will, kann es sich heute leisten, auf Zukunftstechnologien zu verzichten“, gibt der Experte zu bedenken.

Die ITK-Branche wird voraussichtlich von der wachsenden Bedeutung von Trendthemen profitieren, denn das Interesse an den digitalen Möglichkeiten bleibt hoch.

Firmen nehmen mehr externe Beratungsleistungen in Anspruch  

„Die Unternehmen verstärken ihre Maßnahmen zur Digitalisierung. Gerade wenn es nicht nur um die Digitalisierung von Geschäftsprozessen, sondern um die Entwicklung völlig neuer digitaler Geschäftsmodelle geht, kann Expertise von außen sehr hilfreich sein“, betont Achim Berg.  

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom unter 505 Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern zeigt im Vergleich zum Vorjahr, dass die Nachfrage nach externen Beratungsleistungen für Digitalisierung gestiegen ist. Insbesondere große Unternehmen planen demnach mit Beratern von außen, während Kleinunternehmen noch zögerlich agieren.

In den letzten Jahren profitierten Unternehmensberatungen vom Megatrend Digitalisierung. Die Leistungsumfänge betreffen allen voran Organisations- und Prozessabläufe, strategische Ausrichtungen und IT-Beratung. Im Jahr 2016 verzeichnete die Branche gute Geschäfte: Das Umsatzplus legte 2016 im Vergleich zum Vorjahr um über sieben Prozent zu. Die Berater setzten 29 Milliarden Euro um.




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