Rasantes Wachstum: Industrie 4.0 auf dem Vormarsch

Die zunehmende Nachfrage nach IT-Services, Software und Hardware im Bereich der Industrie 4.0-Lösungen befeuert ein enormes Umsatzwachstum. Bitkom prognostiziert für die verschiedene Marktsegmente ein jährliches Wachstumsplus von über 20 Prozent. Lag das Umsatzvolumen 2015 bei über vier Milliarden Euro, soll das Gesamtvolumen bis zum Jahre 2018 auf über sieben Milliarden Euro anwachsen.

Industrie 4.0 bleibt auch weiterhin eine aussichtsreiche Wachstumsbranche in Deutschland. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) prognostiziert auf Basis aktueller Prognosen von PAC für das laufende Jahr ein Umsatzwachstum um mehr als ein Fünftel (21 Prozent) auf 5,9 Milliarden Euro. Das Wachstum konnte bereits im vergangen Jahr einen zweistelligen Wert von 20 Prozent vorweisen. Im nächsten Jahr soll der Boom laut Experten abermals zulegen und mit 22 Prozent ein Umsatzvolumen von 7.2 Milliarden Euro erreichen. „Industrie 4.0 ist ein echter Wirtschaftstreiber. Die Digitalisierung der industriellen Produktion ist das Wachstumsthema schlechthin“, sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Winfried Holz bei der Vorstellung der aktuellen Marktzahlen im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Hannover Messe. „Die Zahlen und die vollen Auftragsbücher der Industrieunternehmen zeigen die Potentiale der Digitalisierung in den Fabriken.“ Das Motto der weltweit wichtigsten Veranstaltung für Industrie 4.0 lautet dieses Jahr „Integrated Industry – Creating Value“.

Nachfrage kommt von Maschinen- und Anlagenbau und der Automobilbranche

Die größte Nachfrage stellen demnach Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau. Hier lag der Umsatz im Jahr 2016 bei 1,2 Milliarden Euro. Dieser Wert wird in diesem Jahr voraussichtlich mit 1,5 Milliarden Euro getoppt, was einem Anstieg von 23 Prozent entspricht. „Im Maschinen- und Anlagenbau können die Unternehmen auf eine große Menge an Daten zurückgreifen, um effizienter zu produzieren, etwa auf Betriebs-, Zustands- und Umfelddaten. Zudem können die eigenen Produkte mit Industrie 4.0-Technologien ausgestattet werden, um so beispielsweise neue Dienstleistungen anzubieten“, sagte Holz.

Auch die Automobilbranche investierte in Industrie 4.0 und sorgte für einen Umsatz in Höhe von einer Milliarde Euro. Für dieses Jahr gehen die Experten von einem Anstief um 20 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro aus. „Die Automobilbranche ist mit führend in der Industrie 4.0, insbesondere was Produktion und Logistik angeht“, sagte Holz. Außerdem könnten die neuen Technologien in den Fahrzeugen eingebaut werden. Das erhöhe die Verkehrssicherheit und wenn ein Fahrzeug rechtzeitig melde, was gewartet werden müsse, könnten Reparaturen besser geplant und Ersatzteile schneller bereitgestellt werden. Nach Umsatz auf Platz drei folgt die Elektronik-Branche, die in diesem Jahr 817 Millionen Euro in Industrie 4.0-Lösungen investiert, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Mit Industrie 4.0 können die komplexen Produktionsprozesse der Elektronik-Branche fast in Echtzeit überwacht und gesteuert werden“, so Holz.

Industrie 4.0 verbessert die Transparenz im Produktionsprozess und beflügelt die innerbetrieblichen Optimierungsmöglichkeiten. Dadurch eröffnen sich verschiedenen Kosteneinsparungen etwa in der Logistik. Zudem könnten auch für individualisierte Produkte die weltweit verteilten Produktionsprozesse nach dem Motto „Plug and Produce“ einfacher eingerichtet und angepasst werden.

Auch andere Branchen legen kräftig zu. Die Metallverarbeitung steigert das Umsatzwachstum um etwa 17 Prozent auf 424 Millionen Euro. Das sonstige verarbeitende Gewerbe soll mit etwa 1,9 Milliarden Euro zum Gesamtmarktvolumen beitragen.




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