Stabilität durch Qualitätsfaktoren

In einer Factor-Investing-Reihe stellen verschiedene Gastautoren einzelne Strategien vor und erläutern ihre Vorteile für Anleger. In diesem Text erläutert Jyske Invest, warum Factor Investing auch bei Investitionen in Anleihen vorteilhaft ist und man nie auf einen Faktor allein setzen sollte.

Qualitätsfaktoren haben sich bei Aktien als wertschöpfende Anlagestrategie bewährt, lassen sich aber auch auf Unternehmensanleihen anwenden. Die Idee von Qualitätsfaktoren klingt einfach: Anlagen in profitablen und marktführenden Unternehmen mit gesunden Bilanzen werfen langfristig höhere Renditen ab, da diese in der Regel einen positiven Cashflow generieren. Nach einer auf Qualitätsfaktoren basierenden Risikoprämienstrategie werden grundsätzlich starke und robuste Unternehmen ausgewählt, die rentabel sind und unabhängig vom Wirtschaftszyklus.

Wachstumsunternehmen schwächeln bei Cashflow

Dagegen erscheinen Anlagen in Wachstumsunternehmen gerade in positiven Märkten sehr verlockend. Solange der Markt positiv ist, können solche Unternehmen attraktive Renditen erwirtschaften. Bei einer Marktkorrektur sind die Gewinne jedoch oftmals negativ betroffen. Trotz beeindruckender Gewinne in Aufschwungphasen können Wachstumsunternehmen nicht unbedingt einen freien Cashflow generieren. Die Ursache dafür sind oft große kreditfinanzierte Investitionsprogramme. Bei einer konjunkturellen Wende stagniert das Wachstum, und es sind nicht ausreichende Mittel zur Fortsetzung des Investitionsprogramms oder gar für die Rückzahlung der Schulden vorhanden.

Qualitätsfaktoren funktionieren meist umgekehrt: moderate Renditen in positiven Märkten, dafür begrenzte Verluste bei Marktkorrekturen. Qualitätsfaktoren bieten langfristig eine Mehrrendite, da bei einer Marktkorrektur der Verlust im Verhältnis zur Benchmark moderater ausfällt. Unternehmen mit sehr guter Wettbewerbsfähigkeit, niedrigem Leverage und starker Rentabilität haben typischerweise einen guten Puffer in Zeiten schlechter Konjunkturen.

Qualitätsunternehmen schneiden in schwierigem Marktumfeld besser ab

Qualitätsfaktoren können Krisen nicht vorhersagen. Allerdings schneiden Unternehmen mit hoher Qualität im schwierigen Marktumfeld meist besser ab als der Markt. Die Faktoren bieten keine Garantie gegen Verluste in schweren Krisen, jedoch fallen die Renditen in der Regel besser aus als die der Benchmark und der meisten anderen Faktor-Strategien.

Abbildung eins zeigt die Wertentwicklung für Qualitätsfaktoren und Global High Yield seit 2003. Die langfristige Rendite ist für die Qualitätsfaktoren größer als für die Benchmark aufgrund von geringeren Korrekturen während der Finanzkrise (2008), der PIIGS-Krise (2011) und der US-amerikanischen Schieferöl-Krise (2015).



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