Token demokratisieren Immobilien

Der Wohnraum in Deutschland ist knapp und die Poltitik steht vor einem Problem. Soll sie Immobilienbesitzer enteignen, um Wohnen bezahlbarer zu machen? Karsten Müller von Chainberry hat eine bessere Idee.

In Deutschland ist Wohnraum knapp, nun ist eine Enteignungsdebatte entbrannt. Mal wieder, könnte man sagen. Neu ist allerdings, dass die Debatte dieses Mal nicht in einigen ideologisch aufgeladenen Hinterzimmern der Universitäten stattfindet, sondern von durchaus hochrangigen Politikern auf offener Bühne ausgetragen wird.

Zwar ist es kaum vorstellbar, dass eine echte Immobilien-Enteignung juristisch durchsetzbar ist, aber sie könnte auch durch die Hintertür mittels Drohungen stattfinden. Man denke an die Initiative in Tübingen: Dort werden Briefe an die Eigentümer von Baugrundstücken versendet, in denen unmissverständlich mitgeteilt wird, dass die Besitzer innerhalb von vier Jahren bauen sollten und in spätestens zwei Jahren der Bauantrag zu stellen sei. Sollte nichts passieren, wird zunächst ein Bußgeld angedroht. Sollte das immer noch nicht zum „Ziel“ führen, wird mit dem Zwangsverkauf an die Stadt gedroht. Eine Tabelle der Verkehrswerte wird gleich mitgeliefert.

Enteignungen schaffen keinen Wohnraum

Man kann nur hoffen, dass das Thema im Sande verläuft. Durch Enteignung wird bekanntlich kein einziger Quadratmeter Wohnraum neu geschaffen. Zudem kann allein die Diskussion dazu führen, dass die boomende Baukonjunktur einen Knacks bekommt. Wenn viele private Immobilieninvestoren, ob groß oder klein, aufgrund der Enteignungsdebatte anfangen, zögerlich zu werden, wird das über kurz oder lang zu einer spürbaren Abkühlung führen. Im Ergebnis würde dann sogar weniger Wohnraum geschaffen.

Wäre es da nicht um ein Vielfaches cleverer, Instrumente zu finden, mit denen Jedermann in die Schaffung neuen Wohnraumes investieren kann – schon für kleine Beträge und keineswegs nur für den Eigenbedarf? Tatsächlich kann man das heute bereits zum Beispiel durch Investitionen in offene oder geschlossene Immobilienfonds. Allerdings sind die heutigen Instrumente besonders unflexibel, denn sie bieten nur eine sehr limitierte Liquidität. Der Anleger muss sich also sehr genau überlegen, wie lange er das Geld wirklich übrighat. Außerdem sind Engagements mit sehr hohen Kosten auf allen Ebenen verbunden und geschlossene Fonds-Varianten können nur für relativ große Summen gezeichnet werden.

Seite zwei – Tokenisierung in der Praxis




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