Von Langlebigkeit profitieren

Die Kaufkraft der Senioren steigt. Immer mehr Unternehmen versuchen daher, ihre Vorlieben und Bedürfnisse zu bedienen. Davon profitieren auch Investoren.

Die Lebenserwartungskurve der Menschen steigt immer steiler an. Dies veranschaulicht die US-Akademikerin Laura Carstensen vom Stanford Center for Longevity (Langlebigkeit) anhand der Tatsache, dass – vor der Industrialisierung – vier Millionen Jahre menschlichen Fortschritts lediglich eine Erhöhung der Lebenserwartung um elf Jahre von 20 bis 31 Jahren bewirkten. Zwischen 1900 und 2015 – in nur 115 Jahren – steigerte sich die Lebenserwartung um 41 Jahre. Durch das heutige Fortschrittstempo, insbesondere in der Medizin, der Gerontologie (Altersforschung) und dem Gesundheitswesen (Healthcare), erhöht sich die durchschnittliche Lebenserwartung alle fünf Jahre um ein Jahr.

Es gab in der Vergangenheit bereits einige Meilensteine der medizinischen Entwicklung, welche die Lebensdauer deutlich verlängerten. Ein Beispiel ist die Keimtheorie vor über hundert Jahren, die beschreibt, wie Krankheiten durch Mikroorganismen verursacht und dann über Husten, Niesen (Tröpfcheninfektion), Küssen, Abfälle und verunreinigte Nahrungsmittel oder Wasser übertragen werden; oder die Erfindung des Antibiotikums, das als Stoffwechselprodukt von Pilzen und Bakterien bereits in geringer Konzentration das Wachstum der Mikroorganismen hemmt oder abtötet.

Grenzenlose Fantasie

So erfreulich die Entwicklung ist – Langlebigkeit bringt neue Herausforderungen mit sich. Unternehmen und Regierungen müssen sich auf Veränderungen einstellen, die schnell und unerwartet eintreten können. So kann ein plötzlicher Anstieg der Lebenserwartung das bisherige Finanzierungsmodell der Rentenkosten zum Einsturz bringen.

Wie sieht der nächste revolutionäre Schritt für die Langlebigkeit aus? Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Ein Musterbeispiel dafür sind senolytische Medikamente, die künftig Zellen mit Anzeichen von Seneszenz (Altern und die dadurch bedingten körperlichen Veränderungen) reparieren oder in den Ruhezustand versetzen sollen, um Alterserscheinungen und Krankheiten des hohen Alters zu eliminieren.

Nicht nur die Medizin, auch Bildung kann die Lebenserwartung beeinflussen. Das Stanford Center on Longevity kommt zu dem Schluss, dass Menschen mit höherer Bildung nicht nur länger leben, sondern auch mehr Lebensjahre in guter Gesundheit verbringen. Die Experten des Instituts heben den Aspekt hervor, dass heutzutage immer mehr ältere Menschen bereit sind, sich weiterzubilden und das Prinzip des „lebenslangen Lernens“ zu verinnerlichen.




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