Was Sie über Impact Reporting wissen sollten

Im ESG-Rahmen spielt Impact Reporting eine zunehmend wichtige Rolle, da die Anleger das Ausmaß ihres ESG-Einflusses bewerten und besser verstehen wollen. Anthony Eames, Vice President und Director of Responsible Investment Strategy bei Eaton Vance Management, über Impact Reporting.

In den letzten Jahren hat ein Umdenken und eine Erweiterung der traditionellen Anlageüberlegungen über die Grenzen strenger finanzieller Parameter hinaus auch ökologische, soziale und Governance-Faktoren (ESG) erfasst. In diesem entstandenen ESG-Rahmen spielt das Impact Reporting eine zunehmend wichtige Rolle, da die Anleger das Ausmaß ihres ESG-Einflusses bewerten und besser verstehen wollen.

Das Impact Reporting steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. Investoren, die sich dafür entscheiden, ihre Investitionen anhand von Impact Reporting bewerten zu lassen, werden daher oft mit einer Vielzahl von Fragen konfrontiert, die über die typischen ESG-Überlegungen hinausgehen. Zum Beispiel welche ESG-Faktoren und -Kriterien können hinreichend beurteilt werden? Wie werden diese gemessen? Und welche Informationen können sie als Teil ihrer Impact Reporting Statements erwarten? Die Antworten auf diese Fragen sind nicht immer einfach und können je nach Anlegertyp (Privatanleger oder Institutioneller Investor), seinen Anlagezielen und besonderen Anforderungen an die Berichterstattung variieren.

ESG-Impact-Daten verstehen

Calvert Research and Management, eine Tochtergesellschaft von Eaton Vance Management (International), ist seit über 40 Jahren führend im Bereich Responsible Investing und Vorreiter bei der Entwicklung umfassender, relevanter und transparenter ESG-Messung und -Berichterstattung Nach Calverts Erfahrung ist die Transparenz und Verfügbarkeit der zugrunde liegenden Daten der Ausgangspunkt für alle Impact-Berichte. Das Universum der messbaren ESG-Faktoren ist viel größer als viele Menschen meinen. Es gibt Tausende und Abertausende von ESG-Daten, und für Nicht-Spezialisten werden viele von ihnen als zu nischig, grob oder seltsam erscheinen, um sie vollständig zu erfassen. Daher ist es wichtig, dass Manager die aussagekräftigsten und wichtigsten Daten für das Reporting auswählen. Sobald diese identifiziert sind, muss noch die Hürde der Datenqualität überwunden werden, da es derzeit keine einheitlichen Industriestandards für die zugrunde liegenden Daten gibt, die die Berichterstattung über die ESG-Auswirkungen unterstützen. Die Kriterien, Methoden und Häufigkeit der Berichterstattung können von verschiedenen Unternehmen und berichtenden Stellen unterschiedlich gehandhabt werden.

Die Auswirkungen auf die Vergleichbarkeit und Berichterstattung sind klar. Die Erfahrung zeigt, dass sorgfältige, von spezialisierten Analysten durchgeführte Analysen jedoch dazu beitragen können, diese Problematik abzuschwächen, indem sie aussagekräftigere und glaubwürdigere Daten über die ESG-Auswirkungen erstellen. Es gibt zwar eine Tendenz zur Festlegung von Normen durch das Sustainability Accounting Standards Board (SASB) und die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), es wird aber wahrscheinlich noch Jahre dauern, bis diese vollständig entwickelt sind. Abgesehen von Qualitätsaspekten ist ein weiterer zu berücksichtigender Aspekt, wie sich die verschiedenen ökologischen, sozialen und Governance-Faktoren für die Messung und Quantifizierung eignen. Beispielsweise gehören zu den messbaren Umweltfaktoren die Menge an Schadstoffen, die ein Unternehmen im Rahmen seiner normalen Geschäftstätigkeit erzeugt. Im Gegensatz dazu sind Sozial- und Governance-Faktoren von Natur aus weniger einfach zu quantifizieren, als dies für den durchschnittlichen Investor möglich ist. Aus diesem Grund können die Daten die Form eines Ratings annehmen, bei dem ein Analyst das Corporate-Governance-System des Unternehmens bewertet und dann eine Punktzahl zuordnet.
Aus all diesen Gründen erfordert das Verständnis der Daten und der relevanten Metriken besonderes Fachwissen und Fähigkeiten. Die Expertise bei der Prüfung und Analyse von ESG-Daten, um die Qualität und Aussagekraft für jede durchgeführte Wirkungsmeldung zu bewerten, ist eine von Calverts Kernkompetenzen. In einigen Fällen, in denen Daten fehlen, kann dies bedeuten, dass Calvert die gesamten eigenen Research-Ressourcen heranzieht, um die Daten intern zu erstellen. Es bedeutet auch, dass Calvert in der Lage ist, die analysierten Daten als Input in den eigenen Research-Prozess einzubringen.

Calverts Impact Reporting

Calverts Ansatz für die Impact-Berichterstattung besteht darin, detaillierte Impact-Metriken zu erstellen, die die Daten auf Portfolioebene und gegen eine Benchmark zusammenfassen. So wie die Daten zur Performance von Finanzrenditen für einen Aktienfonds einen Value-oder Growth-Anlagestil bestätigen können, liefern Calverts Metriken für die Impact-Berichterstattung einen klaren und messbaren Nachweis für dessen Ansatz zum verantwortungsvollen Investieren. Im Gegensatz dazu konzentriert sich die meiste Wirkungsberichterstattung traditionell auf Erzählungen – d. h. eine Schilderung über die Auswirkungen einer ESG-Investition. Wo Impact-Daten im Reporting zur Verfügung standen, wurden typischerweise entweder eine Sammlung von einzelnen und unterschiedlichen Daten oder möglicherweise umfassenderen, maßgeschneiderten Metriken einbezogen, die auf einer einmaligen oder unregelmäßigen Basis erstellt wurden und die nicht einfach für eine breite Investorenbasis skaliert werden können.

Derzeit bildet Calvert die absoluten und relativen Kennzahlen für eine Reihe von sozialen, ökologischen und finanziellen Faktoren für US-Fonds und individuelle Kundenlösungen durch seinImpact Tool und die zugehörigenFact Sheets ab. Für bestimmte Calvert-Portfolios wären dies beispielsweise CO²-Emissionen, Wasserverbrauch, toxische Emissionen und Investments in der Tabakindustrie im Vergleich zu einem Referenzindex. Zur hypothetischen Veranschaulichung kann die absolute Zahl zeigen, dass die Bestände eines Fonds 68,7 Tonnen Kohlenstoffemissionen verursachten, was auf einer relativen Basis 55% unter seinem Referenzindex liegt. Ohne den richtigen Kontext ist diese Zahl jedoch möglicherweise zu abstrakt, insbesondere für Privatanleger. Daher bietet Calvert auch einen besser nachvollziehbaren zweiten Bewertungsmaßstab. Für das obige Beispiel entspricht die Zahl den jährlichen CO²-Emissionen von 4.163 Fahrzeugen.

Publikumsfonds-Anleger können ihre gesamte Wirkung auf Fonds-Ebene sehen, aber Calvert präsentiert die Daten auch als Nominalbetrag in Bandbreiten, damit ein Anleger ein besseres Bild von seinen persönlichen Auswirkungen gewinnen kann. Für institutionelle Anleger besteht die Flexibilität, maßgeschneiderte Impact-Berichte zu erstellen, die auf deren spezifische Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Die Zukunft des Impact Reporting

Es gibt eine Tendenz zu einheitlicheren Standards und Berichten für ESG-Metriken. Calvert unterstützt dies ausdrücklich und betrachtet es als einen entscheidenden Schritt in der Entwicklung des Impact Reporting. Calvert verknüpft beispielsweise seine Impact-Kennzahlen mit den SDG-Standards, die sich als ein Kernthema für institutionelle Investoren herauskristallisieren. Letztendlich sind wir der Ansicht, dass die Anleger in der Lage sein werden, die Unterschiede in qualitativ hochwertigen ESG-Portfolios und solchen, die mit einem schwächeren oder gar keinem ESG-Ansatz verwaltet werden, besser beurteilen zu können, wenn die Anleger den Nachweis für die Risiken und Auswirkungen von verantwortungsvollen Investitionen in ihren Portfolios quantifizieren können. Wir erwarten, dass Verbesserungen der Wirkungsdaten und der Berichterstattung mittel- bis langfristig Teil eines positiven Kreislaufs sein werden, wobei ein gestiegenes Bewusstsein und mehr Transparenz bei der Einbindung der Aktionäre helfen und zu konkreteren und positiveren Ergebnissen für Investoren führen werden.




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