Willkommen in einer Welt ohne Mario Draghi

Der EZB-Anleihekauf ist mittlerweile fester geldpolitischer Bestandteil der Eurozone. Auch das Niedrigzinsumfeld bleibt (noch) bestehen. Nachranganleihen sind von diesen Käufen direkt jedoch nicht betroffen und lassen das Segment gepaart mit immer noch attraktiven Zinsen zu einer attraktiven Alternative im Niedrigzinsumfeld werden, meint Andreas Meyer von Aramea Asset Management AG.

Die Notenbankpolitik beherrscht die Zinsmärkte vielleicht stärker denn je. Sobald Mario Draghi vor die Kameras tritt verharren Investoren angespannt vor den Bildschirmen, um auch nur eine leiseste Interpretation zum Ende der Zinswende zu erhaschen. Bisher hingegen lässt Draghi sich zu keiner Aussage hinreißen und der Spannungsbogen steign immer weiter an.

Vornehmlich geht es dabei um ein Ende der anhaltenden Niedrigzinspolitik, bei der die EZB nicht nur den Zins auf historisch niedrigem Niveau hält, sondern für 60 Mrd. Euro Liquidität in Form von Anleihekäufen, Monat für Monat neu in den Markt pumpt. Ab 2018 soll ein Ende dieser Aufkäufe beginnen um die künstliche Liquidität sukzessive zurückgefahren werden.

Nachranganleihen – Ein Blick in die Theorie

Nachranganleihen sind, wie erstrangige Anleihen auch, festverzinsliche Wertpapiere, die von Banken, Versicherungen oder Industrieunternehmen begeben werden. Für letztere werden Nachranganleihen auch als sogenannte Corporate Hybrids bezeichnet. Im Regelfall sind Wertpapiere mit diesem Charaktermerkmal dem Mezzanine-Kapital zuzuordnen und bringen somit Eigen- wie auch Fremdkapital ähnliche Merkmale mit sich.

Nachranganleihen zeichnen sich, wie der Name es bereits erahnen lässt, dadurch aus, dass Anleger im Insolvenzfalle nachrangig bedient werden. Das dadurch entstehende höhere Risiko wird naturgemäß auch mit einer erhöhten Rendite kompensiert. Dieser Renditevorteil stellt aus Sicht der Aramea Asset Management AG hingegen eine Überkompensierung dar, weswegen sich im Nachrangsegment weiterhin spannende Opportunitäten ergeben.

In einer Zeit steigender Anforderungen durch Regulierungsbehörden (getrieben durch Basel III im Bankensektor bzw. Solvency II bei Versicherungen) birgt das Segment einen hohen Grad an Attraktivität für den Emittenten. Je nach Ausgestaltungsmerkmal (Laufzeit, Rangstufe, Rückkaufrecht) dürfen Nachranganleihen ganz oder zu einem gewissen Teil als Eigenkapital angerechnet werden. Diese Tatsache ist besonders attraktiv, da keine schmerzhafte Kapitalerhöhung durchgeführt werden muss und auch Stimmrechte nicht verwässert werden.




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