Investitionen senken Wasserstress

In diesem Jahr steht der Weltwassertag der Vereinten Nationen, der seit 1993 jedes Jahr am 22. März begangen wird, unter dem Motto „Niemanden zurücklassen – Wasser und Sanitärversorgung für alle“. Dieses Leitthema ist sinnvoll, denn die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser gehört zu den zentralen gesellschaftlichen sowie politischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und ist insbesondere aus sozialer Sicht von größter Bedeutung.

Wasserstress betrifft bis 2050 fünf Milliarden Menschen

Gegenwärtig leiden rund 2,5 Milliarden Menschen unter Wasserstress. Dieser liegt gemäß gängiger Definition vor, wenn die Wasserentnahme pro Jahr größer ist als 40 Prozent der neugebildeten Wasserressourcen. Dann gilt die Wasserversorgung in einigen Monaten pro Jahr als stark gefährdet. Bis 2050 wird sich vermutlich die Zahl der Menschen, die unter Wasserstress leiden, auf etwa fünf bis sieben Milliarden Menschen mindestens verdoppeln. Die Gründe für höheren Wasserstress sind einerseits steigende Wasserentnahmen aufgrund des Bevölkerungs- und Wohlstandswachstums. Andererseits wirkt sich auch die Klimaerwärmung in vielen Regionen negativ auf die Wasserverfügbarkeit aus, da sich Niederschlagsmuster verändern und die Verdunstung aufgrund der höheren Temperaturen zunimmt.

Wasser sparen mit neuen Technologien

Das Beispiel Wasserstress veranschaulicht die Notwendigkeit, mit Wasser effizienter umzugehen und entsprechend Technologien zum Wassersparen zu entwickeln sowie anzuwenden. Zusätzlich müssen die Verantwortlichen die Wasserinfrastruktur anpassen, wenn bestehende Wasserreservoire wie Gletscher und deren Abfluss die Menschen nicht mehr versorgen können. Im Regelfall wird Grundwasser gepumpt, wenn kein Oberflächenwasser mehr verfügbar ist. Aber auch diese Grundwasserreserven sind in vielen Regionen limitiert beziehungsweise erneuern sich nur langsam. Es besteht demnach enormer Handlungsbedarf von Seiten der Regierungen und Kommunen.

Dieser Handlungsbedarf zieht Investitionen nach sich, von denen Unternehmen, die Technologien, Produkte oder Dienstleistungen mit Bezug zur Wertschöpfungskette des Wassers anbieten, profitieren werden. Mit einem nachhaltigen Wasserfonds können Anleger an diesen Entwicklungen partizipieren. Zudem forcieren sie durch ihr Investment Lösungen im Wasserbereich. Denn nur die Wassernachfrage dauerhaft vom Wirtschaftswachstum entkoppelt werden kann, werden die Menschen rund um den Globus weniger an Wasserstress leiden. Aus unserer Sicht unterstreicht der Weltwassertag mit seiner allgemeinen Intention auch den Sinn der nachhaltigen H2O-Investments.




Megathema Wasser als Alternative

Die Negativschlagzeilen über die Lage in der kleinen französischen Stadt Vittel mit seinen 5.000 Einwohnern reißen nicht ab. Nachdem bekannt wurde, dass Nestlé für seine prominente Wassermarke 1 Million Kubikmeter Wasser pro Jahr in der Region fördert und damit den in Vittel lebenden Bürgern das Wasser zunehmend abgräbt, sieht sich das Unternehmen heftiger Kritik ausgesetzt.

Fallender Grundwasserspiegel

Berichten zufolge sinkt der Grundwasserspiegel aufgrund der massenhaften Entnahme von Wasser jedes Jahr um 30 Zentimeter. Als Reaktion hat der Konzern seine Fördermenge angeblich um 25 Prozentreduziert. Zudem schlug der Schweizer Konzern vor, über eine zu errichtende Wasserpipeline Trinkwasser aus Nachbarregionen in die Stadt zu leiten. Das Ganze hatte jedoch einen faden Beigeschmack: Die Finanzierung sollte von der Stadt Vittel selbst getragen werden. Die Situation in Vittel zeigt nur die Spitze eines Eisberges, die rund um das Thema Wasser weltweit zu beobachten ist. Das Statistische Bundesamt berichtete, dass im Jahr 2017 rund 1,2 Milliarden Liter Mineralwasser nach Deutschland importiert wurden. Davon kamen rund 70 Millionen Liter Wasser mit Kohlensäure aus Italien, was in etwa 7.000 LKW-Ladungen entspricht. Aus Frankreich wurde sogar noch mehr importiert. Hier waren es über 90.000 LKW-Ladungen. Die Förderung, die Abfüllung und schlussendlich auch der Transport zum Endkunden über derart große Entfernungen verursachen einen enormen Ressourcenverbrauch und einen riesengroßen CO2-Fußabdruck.

Regionalität gewinnt

Anders verhält es sich bei Mineralwasser aus regionalen, erneuerbaren Quellen, wenn ein entsprechendes Angebot verfügbar ist. Ist dies nicht der Fall, kann in den meisten Regionen in Deutschland Leitungswasser als Trinkwasser genutzt werden, sofern die Wasserleitungen nicht überaltert sind. Zudem schont Leitungswasser die Ressourcen deutlich und liegt auch in Sachen Kosten klar vorne. Trotz erwarteter Kostensteigerungen – um die Qualität zu erhalten -, wird sich am Kostenvorteil gegenüber Mineralwasser nichts ändern. Der Investmentfonds Ökoworld Water For Life setzt sich mit einer breiten Palette an Problemen auseinander, die im Zusammenhang mit der Ressource „Wasser“ stehen. Unter anderem wird in Unternehmen investiert, die Wasserinfrastrukturprodukte anbieten, um auch in anderen Ländern die Qualität des Leitungswassers zu verbessern.

Astral Poly – Die indische Art der Wasserversorgung

Um trockene Regionen mit frischem Trinkwasser zu versorgen, wird eine gut ausgebaute Wasserinfrastruktur benötigt. Das Unternehmen Astral Poly hat sich spezialisiert auf den Pipelinetransport von Wasser. Von großen Leitungen bis hin zu Bewässerungs- und Feuerbekämpfungssystemen reicht das Produktangebot. Der Konzern ist hauptsächlich in seinem Heimatland Indien tätig. Indien gilt als ein Brennpunkt der Wasserversorgung und -verteilung. Sowohl die Auftragslage als auch das Ergebnis haben sich bei dem Unternehmen in den letzten beiden Jahren dynamisch entwickelt. Mit dem Investment in Astral Poly können Investoren sich so nicht nur an der Entwicklung des hochprofitablen Konzerns beteiligen, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Wasserversorgung leisten. Gewinn mit Sinn in Indien.

Schweine versauen Grundwasser

Unsere Ernährung ist der wesentliche Einflussfaktor für die Höhe unseres Wasserverbrauchs. Besonders die Produktion von Fleisch ist ein wesentlicher Wasserverschwender. Dieser beansprucht pro Kilo Rindfleisch über 15.000 Liter Wasser. Von dieser Menge kann eine Person umgerechnet ein Jahr lang jeden Tag duschen. Auch das Abwasser, welches durch die Ausscheidungen der Tiere anfällt, ist immens. Alleine die gezüchteten Schweine in Deutschland verursachen doppelt so viel belastetes Abwasser wie Menschen. Dieses Abwasser sickert ungefiltert in den Boden und belastet das Grundwasser. Angesichts des hohen Wasserverbrauchs und dessen Verschmutzung durch die Fleischproduktion ist eine voll vegetarische Ernährung oder auch nur teilweise fleischlose Ernährung, wie ein Tag „meatfree“ die Woche, der nachhaltigere Ernährungsstil.

Wessanen – Wasser sparen durch bewusste Ernährung

Der Konzern Wessanen geht mit gutem Beispiel voran. Das niederländische Unternehmen hat sich auf die Produktion biologischer und vegetarischer Nahrungsmittel spezialisiert. Aktuell sind 75 Prozent aller hergestellten Produkte biologisch. Dieses vorbildliche Niveau soll bis 2025 auf 90 Prozent gesteigert werden. Zudem sind schon jetzt 95 Prozent der Produkte vegetarisch. Das Unternehmen achtet auf einen regionalen Bezug der erworbenen Lebensmittel sowie auf eine faire Partnerschaft mit seinen Zulieferern. Der Kurs, den Wessanen seit vielen Jahren eingeschlagen hat, kommt sehr gut bei den Kunden an. Dies spiegelt sich auch in den Unternehmensergebnissen. Sowohl die Umsätze als auch die Profitabilität stiegen in den letzten Jahren kontinuierlich an.

Sprudelnde Renditequellen in Folge von Wasserersparnis

Den Konsum regionaler und nachhaltiger ausrichten kann prinzipiell jeder. An der ökologischeren und wassersparenden Produktion von Gütern finanziell profitieren können allerdings nur Anleger, die das Investment Wasser nutzen. Das Investmentthema Wasser bei Ökoworld ist das Gegenkonzept zu dem ökologisch irreparablen Raubbaugeschäft an den Wasserressourcen die zum Beispiel Nestlé betreibt. Die exemplarisch genannten Unternehmen in diesem Artikel zeigen, dass man mit dem Thema Wasser sowohl die soziale Verantwortung als auch Spitzenrenditen unter einen Hut bringen kann. Im Vergleich zu anderen Wasserfonds in der Vergleichsgruppe, die in skandalgeplagte Unternehmen investieren, können sich die Wasserinvestments von Ökoworld mit ihrem umweltfreundlichen Ansatz auch beim Thema Rendite aktuell an einer Spitzenposition behaupten.




Zum Weltwassertag – Worauf es ankommt

Seit über einem Vierteljahrhundert rufen die Vereinten Nationen jeweils am 22. März zum Weltwassertag mit einem bestimmten Themenaspekt auf. Dieses Jahr steht unter dem Motto „Nature for Water“ und wirbt für eine stärkere Berücksichtigung naturnaher beziehungsweise die natürlichen Potenziale von Ökosystemen nutzender Lösungen im Gewässermanagement. Dabei geht es auch um die Inwertsetzung der vielfältigen Leistungen, die solche Ökosysteme bereitstellen.

Der Weltwassertag ist ein starkes Symbol, um Politik, Wirtschaft und Gesellschaft jedes Jahr medienwirksam vor Augen zu führen, welch enorme Bedeutung der Rohstoff Wasser hat. Er unterstreicht auch indirekt die Wichtigkeit nachhaltiger Wasserinvestments. Denn aus unserer Sicht ist es entscheidend, dass Wirtschaftswachstum nicht auf Kosten eines überdurchschnittlich zunehmenden Ressourcenverbrauchs einhergeht, sondern durch effizienteren Verbrauch abgekoppelt wird. Entsprechend legen wir bei Wasserinvestments das Augenmerk auf Nachhaltigkeit und investieren unter anderem in Unternehmen, die eine effiziente Nutzung der lebenswichtigen Ressource Wasser ermöglichen.

Klimawandel und der Stress mit Wasser

Gegenwärtig leidet rund ein Drittel der Menschen unter „Wasserstress“. Das bedeutet gemäß gängiger Definition, dass die Wasserentnahme pro Jahr größer ist als 40 Prozent der langfristig verfügbaren Wasserressourcen und damit die Wasserversorgung in einigen Monaten pro Jahr stark gefährdet sein kann. Bis 2050 wird sich voraussichtlich die Zahl der Menschen, die unter Wasserstress leiden, mindestens verdoppeln. Hauptgrund dafür ist der höhere Verbrauch aufgrund des Bevölkerungswachstums und des zunehmenden Wohlstands.

Darüber hinaus wirkt sich die Klimaerwärmung in vielen Regionen negativ auf die Wasserverfügbarkeit aus, da sich Niederschlagsmuster verändern und die Verdunstung aufgrund der höheren Temperaturen zunimmt. Als betroffene Regionen gelten vor allem diejenigen, in denen der Wasserstress heute schon groß ist, beispielsweise der Nordosten Brasiliens, Teile von Nordamerika und Australien, Südeuropa sowie große Teile Afrikas. Auch die Art der Niederschläge spielt eine zentrale Rolle. Durch die globale Erwärmung wird mehr Niederschlag als Regen statt Schnee fallen. Weil das Regenwasser bereits im Winter abfließt, wird im Sommer weniger Oberflächenwasser zur Verfügung stehen. Durch das Abschmelzen von Gebirgsgletschern kommt es zunächst zwar zu einer Zunahme der Abflüsse, langfristig aber zu deren Verschwinden. In vielen Gebirgsregionen hängt die Landwirtschaft oder die städtische Wasserversorgung – zum Beispiel in Perus Hauptstadt Lima – von dieser Wasserquelle ab. Ihr Verschwinden wird daher regional zu erheblichen Problemen führen und bedroht Millionen von Menschen mit enormem Wassermangel.

In Folge dieser Entwicklungen werden die Anpassung der Wasserinfrastruktur an die Wasserverfügbarkeit und der deutlich effizientere Einsatz von H2O zu gesellschaftlichen Schlüsselthemen und entsprechend wichtig auch im Anlagebereich. Es stellt sich für Investoren die Frage, welche Unternehmen Lösungsbeiträge leisten, damit der Wasserfußabdruck pro Person und Gesellschaft (Wasserfußabdruck = Wassermenge, die insgesamt von den Einwohnern eines Landes beansprucht wird) reduziert werden kann. Denn Unternehmen, die Lösungen anbieten um Wasser zu sparen, zu recyceln oder Wasserverschmutzung zu vermeiden, sind für die Zukunft vielversprechend aufgestellt und finden auch in unserem nachhaltig investierenden Wasserfonds Berücksichtigung.

Unterstützung durch Trumps Infrastruktur-Programm

Ein unterstützender Faktor für Wasserinvestments kann das geplante Infrastruktur-Programm von US-Präsident Donald Trump werden. Nachdem er die Punkte Gesundheitswesen und Steuern angegangen ist, dürften Infrastruktur-Maßnahmen folgen. Hier wird das Thema Wasser stark berücksichtigt und hohe Investitionen sollten dazu führen, dass entsprechende Unternehmen davon profitieren. Der US-Markt hinsichtlich Wasserinvestments ist bereits der größte im globalen Anlageuniversum. So sind wir aktuell mit rund 60 Prozent des Wasserfonds-Portfolios in den USA investiert und erwarten bei einer Umsetzung des Infrastruktur-Programms interessante Opportunitäten.




Wachsende Nachfrage nach Wasser

Die wachsende Weltbevölkerung, eine steigende Nachfrage in der Landwirtschaft und Probleme wie Wasserverschmutzung und Klimawandel führen zunehmend zu einer Süßwasserverknappung. Weltweit haben schätzungsweise 800 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Etwa 4 Milliarden Menschen sind mindestens einen Monat im Jahr von Wasserknappheit betroffen. Neben dem Leid, das von Dürreperioden verursacht wird, stellt die Wasserknappheit ein großes Problem für Industrie und Landwirtschaft dar.

Verdoppelung der Nachfrage nach Wasser in den nächsten 15 Jahren

Die globale Nachfrage nach Wasser wird sich in den kommenden 15 Jahren voraussichtlich nahezu verdoppeln. Ursachen dafür sind Bevölkerungswachstum, Verstädterung und eine Verschiebung der Ernährungsgewohnheiten hin zu eiweißreicheren Nahrungsmitteln. Darüber hinaus wird Wasser in der Regel durch lokale Regierungen künstlich billig gehalten, das kurbelt die Nachfrage an und wirkt Investitionen entgegen. Der Bedarf nach Süßwasser wird das zuverlässige, zugängliche Angebot bis 2030 weltweit voraussichtlich um etwa 40% übersteigen.

Es gibt kein Allheilmittel, um diese offenkundige globale Krise zu lösen, da verschiedene Regionen und Länder sehr unterschiedlichen Herausforderungen gegenüberstehen. Investoren können allerdings dazu beitragen, dieses wachsende Problem durch eine Anlage in intelligente Lösungen anzugehen. Der wachsende globale Süßwassermarkt bietet eine Kombination aus Renditepotenzial und der Möglichkeit, in nachhaltige Projekte mit eindeutiger Wirkung zu investieren (Impact-Investing). Impact-Investing hat drei wesentliche Merkmale: Erstens einen klaren positiven Zusammenhang zwischen der anvisierten Investition und der gewünschten ökologischen und gesellschaftlichen Wirkung, zweitens die bestmögliche Messung der beabsichtigten Wirkung und drittens ein attraktiver finanzieller Ertrag.

Investitionen in Wasserinfrastruktur notwendig

Unserer Ansicht nach gibt es kein Entweder-Oder zwischen gesellschaftlicher und/oder ökologischer Wirkung und finanziellen Erträgen. Anleger können zur Lösung dieses wachsenden Problems beitragen, indem sie in innovative und wirtschaftlich attraktive Lösungen investieren. Es werden umfangreiche Investitionen benötigt, um die Wasserinfrastruktur zu erhalten, zu verbessern und auszubauen.

Wie die nachstehende Tabelle zeigt, lässt sich der „Wasser-Anlagemarkt“ in 17 Untersektoren unterteilen. Diese Segmente weisen einen unterschiedlich ausgereiften technologischen Entwicklungsgrad auf und haben daher unterschiedliche Eintrittsbarrieren. Die Segmente im unteren Teil der Tabelle sind bereits erheblich standardisiert und technologisch ausgereift. Das bedeutet Verdrängungswettbewerb bei niedrigen wettbewerbsfähigen Preisen. Die Segmente im oberen Teil der Tabelle bieten eine größere technologische Differenzierung und Innovationen und somit einen geringeren Preiswettbewerb und Mehrwert.

Unseres Erachtens ist es für Anleger wichtig, sich auf Unternehmen mit hochqualitativen Produkten und Dienstleistungen an der Spitze der technologischen Pyramide zu konzentrieren. Sie bieten Spielraum für Kurssteigerungen mit hohen und steigenden Kapitalrenditen. Aufgrund ihrer klaren Ausrichtung auf hochqualitative Lösungen und Dienstleistungen berücksichtigen wir bei unseren Analysen beispielsweise Unternehmen wie Xylem.

Xylem mit Firmensitz in den USA ist weltweit tätig und bietet eine Vielzahl an technologischen Lösungen, um den weltweiten Bedarf an Süßwasser, Abwasser und Energie zu decken. Das Leistungsspektrum umfasst hochwertige Filtertechniken, die Abwasser zur Wiederverwendung oder zum Ablassen in die Umwelt sammeln und aufbereiten. Xylem verkauft auch industrielle Pumpen, Mischanlagen, Aufbereitungsanlagen und Analyseinstrumente.

Andere Beispiele für börsennotierte Unternehmen im Wassersektor sind Pentair, Suez, Sabesp und American Water Works. Pentair stellt Lösungen bereit, die denen von Xylem ähneln. Das Unternehmen ist kein reiner Lösungsanbieter im Wasserbereich, aber es hat seine Aktivitäten in diesem Segment in den letzten Jahren deutlich erhöht. Suez ist ein französischer Versorger und ein Dienstleister im Bereich Wasser und Abfall. Sabesp ist das größte börsennotierte Wasserunternehmen in Brasilien und versorgt 27 Millionen Menschen mit sauberem Wasser. Es konzentriert sich auch auf urbanes Regenwassermanagement und Dienstleistungen im Bereich Entwässerung und Sanitärabwasser. Ein vergleichbares Unternehmen aus den Industrieländern ist American Water Works. Diese Firma ist das größte börsennotierte Wasser- und Abwasserversorgungsunternehmen in den USA und gewährleistet sauberes Wasser und Abwasserdienstleistungen für 15 Millionen Menschen in den USA und Kanada.

Da die Wasserprobleme immer akuter werden, wird die Nachfrage nach den effektiven und wirksamen Lösungen dieser Art von Unternehmen stark steigen. Mit einer Anlage in solche Unternehmen leisten wir einen Beitrag zu dieser weltweiten gesellschaftlichen Herausforderung und streben zugleich nach attraktiven finanziellen Erträgen.




Privates Geld und der Staat können es schaffen

Die Behauptung, dass Wasser ein knappes Gut sei, ist keineswegs gewagt und betrifft nicht nur Schwellenländer oder Länder der Dritten Welt. Selbst die USA und Europa bekommen mittlerweile das Ungleichgewicht zwischen verfügbarem Wasser und der stetig wachsenden Nachfrage zu spüren, etwa während der Trockenperiode in Kalifornien im vergangenen Jahr, welche die Regierung dazu zwang, der Bevölkerung Sparmaßnahmen aufzuerlegen. Oder an den Trinkwasserskandal in der Stadt Flint im Nordosten der USA, welcher Anfangs 2016 für Aufsehen sorgte. Das stark mit Schadstoffen belastete Wasser des Flint River wurde nur unzureichend aufbereitet, was dazu führte, dass Blei aus alten bleihaltigen Rohren in das Trinkwasser gelangte. Viele Experten sind sich einig, dass Wasserknappheit oft ein Problem der fehlenden Infrastruktur ist und nicht ein Problem der grundsätzlichen Verfügbarkeit. Wir verlieren schlicht eine zu große Menge des Rohstoffes aufgrund mangelhafter Infrastruktur.

Der Verlust von Wasser wird unter dem Begriff „non-revenue water“ (NRW) zusammengefasst. Per Definition handelt es sich bei NRW um die Differenz zwischen der Menge Wasser, welche in ein System eingespeist wird, und jener Menge Wasser, welche an Kunden verrechnet wird.

Im weltweiten Durchschnitt liegt die NRW-Quote bei etwa 30 Prozent. Für Wasserverlust gibt es zwei Gründe: der Verlust von Wasser ist entweder physisch oder ökonomisch.

Hauptproblem veraltete Infrastruktur

Physische Verluste von Wasser treten entlang des gesamten Distributionssystems auf. Rohrbrüche gibt es natürlich, und sie verursachen hohe Schäden. Im Vergleich zu kleinen Lecks, welche lange unentdeckt bleiben, sind die großen Vorfälle jedoch marginal. Rund 90 Prozent des Wassers, welches in lecken Leitungen verlorengeht, kann an der Oberfläche nicht ausgemacht werden – diese undichten Stellen bleiben oft über Jahre und Jahrzehnte unentdeckt. Um physische Verluste eindämmen zu können, gibt es vier Möglichkeiten: Erstens die aktive Überwachung von Leitungen, im Gegensatz zur passiven Überwachung, bei welcher nur repariert wird, was sichtlich beschädigt ist. Ein Team von Inspekteuren kann beispielsweise über akustische Aufzeichnungen lecke Stellen orten. Zweitens müssen lokalisierte Lecks sofort behoben werden. Drittens müssen die Leitungen langfristig saniert oder gar komplett erneuert werden. Viertens muss der Druck im System überwacht und reguliert werden. Druckverhältnisse und Leckrate stehen in einem direkten Zusammenhang. Je höher der Druck, desto größer ist das Volumen an versickertem Wasser.

Ökonomische Verluste von Wasser sind im Umfang meist geringer, aber nicht zu vernachlässigen. Die wichtigsten Elemente sind mangelhafte Wasserzähler, Fehler in Datenverarbeitung und Abrechnung sowie illegale Anschlüsse und der Diebstahl von Wasser.

Die Ursachen kommerzieller Verluste sind meist technischer Natur und können nicht so einfach behoben werden. Für den Ersatz von Zählern fallen beispielsweise hohe Investitionen an. Ebenfalls schwierig gestaltet sich die Eindämmung von Diebstahl. Der Diebstahl von Wasser wird oft den armen Teilen der Bevölkerung zugeschoben, völlig zu Unrecht. Die Erfahrung in zahlreichen Ländern zeigt, dass gerade in Bevölkerungsschichten mit niedrigen Einkommen die Bereitschaft für Leitungswasser zu bezahlen hoch ist. Diebstahl von Wasser durch Industriekunden und Haushalte mit höheren Einkommen fallen oft stärker ins Gewicht. Aufgrund dieser Verluste hat der Wasserversorger Interesse daran, die Leckrate zu senken. So kann er seine Erträge steigern und auch mehr Haushalte an das Vertriebsnetz anschließen. Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Energiekosten des Wasserversorgers; Aufbereitung und Transport von Wasser kosten viel Energie. Entsprechend ist diese in Leitungswasser gebunden. Energiekosten stehen also mit der Leckrate direkt in Verbindung.

Der Umgang mit „non-revenue water“ stellt die Wasserversorger vor einige Herausforderungen. Es braucht auf der einen Seite entsprechende Tarife, damit sich die Investitionen finanzieren lassen und auf der anderen Seite entsprechende Technologie und Fachwissen, um die Leckrate zu bestimmen und einzudämmen. Dass dies gelingen kann, zeigt sich am Beispiel eines Unternehmens, in welches der Tareno Waterfund investiert ist: Manila Water.

1971 wurde die Wasserversorgung der Metropolregion Manila in einer staatlich kontrollierten Einheit zusammengefasst: der „Metropolitan Waterworks and Sewerage System“, kurz MWSS. Mitte der 90er-Jahre steckte das Unternehmen in einer tiefen Krise. Über Jahrzehnte waren Investitionen in die Infrastruktur vernachlässigt worden. Nur etwas mehr als zwei Drittel der im Konzessionsgebiet lebenden Menschen waren an die Wasserversorgung angeschlossen. Die Leckrate lag bei 63 Prozent, was ein Grund dafür war, dass nur zehn Prozent der Anschlüsse ausreichend mit Wasser versorgt werden konnten. Zu der ungenügenden Versorgung kam hinzu, dass nur drei Prozent der Kunden an ein Abwassersystem angeschlossen waren. Für die Umwelt bedeutete dies eine hohe Belastung durch Schadstoffe.

Verständlicherweise stand es um die Zahlungsmoral der Kunden angesichts der ungenügenden Dienstleistung nicht sonderlich gut, was die MWSS zusätzlich finanziell schwächte. Das starke Wirtschaftswachstum und die zunehmende Urbanisierung Ende der 90er-Jahre stellte das Unternehmen schließlich vor eine enorme Herausforderung. Es entstand die Idee, den privaten Sektor einzubinden. Heute ist diese Art der Zusammenarbeit zwischen staatlichen Einheiten und der Privatwirtschaft unter dem Ausdruck „Private Public Partnership“, kurz PPP, ein Begriff.

1995 legte die Regierung den Grundstein für die Geschichte von Manila Water. Es wurde eine Reihe von Gesetzen verabschiedet, welche den Weg für die Errichtung von PPP-Projekten ebneten. In einem PPP ist der Vertreter aus der Privatwirtschaft für die Planung, die Finanzierung, den Bau und den Betrieb des Projektes verantwortlich. Während der Laufzeit der Konzession sorgt der Staat über einen angemessenen Tarif dafür, dass das Projekt rentabel betrieben werden kann und die Investitionen gesichert sind. Nach Ablauf der Konzession kann diese verlängert werden, oder geht an den Staat zurück. Der Start verlief für Manila Water mit der Asienkrise 1997 und der Trockenheit im Jahr darauf wenig glücklich. Eine Vielzahl an Ausbildungsprogrammen wurde lanciert, um neue Talente zu gewinnen. So entstand aus dem trägen Apparat ein profitables Unternehmen.

Heute hat die Firma ihr Konzessionsgebiet in rund 1.700 Einheiten aufgeteilt. Die Leckrate konnte sukzessive gesenkt werden. 1997 betrug sie 63 Prozent und 2010 erreichte sie den Tiefststand von elf Prozent.

All der Erfolge zum Trotz stellen sich Manila Water immer neue Herausforderungen wie die zunehmende Urbanisierung. Die Erschließung neuer Ressourcen und der Aufbau der Infrastruktur im Bereich Abwasser sind neue Herausforderungen. Während die Abdeckung im Bereich Leitungswasser bei über 90 Prozent liegt, sind erst knapp 20 Prozent der Haushalte an Kläranlagen angeschlossen. Bis 2022 soll eine Abdeckung von 100 Prozent erreicht werden. Diese Fakten führen dazu, dass der Tareno Waterfund in allen Regionen der Welt exponiert ist. Bereiche, in welchen der Fonds nicht engagiert ist, sind Wasserquellen und Mineralwasser. Gemessen am gesamten Wasserverbrauch beträgt der Anteil von Mineralwasser weniger als ein Prozent, weshalb der Fonds diesen Bereich bewusst außen vor lässt. //




Wasser – das kostbare Gut

Wassermangel als globale Herausforderung

Das World Economic Forum hat den drohenden Wassermangel als eine der zehn größten globalen Risiken für die Menschheit bezeichnet. Diese Aussage unterstreicht eindrücklich, dass die globale Wasserversorgung für die Weltgemeinschaft eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ist. In Zukunft sind globale Investitionen nötig, um das „blaue Gold“ flächendeckend zu verteilen, effizienter einzusetzen oder wiederaufzubereiten. Anleger, die in den gesamten Wasser-Sektor investieren, erschließen sich ob der künftig zu erwartenden Entwicklungen langfristige Renditechancen in einem nach Ansicht von Swisscanto nachhaltigen Anlagesegment. Zudem gewinnt die Berücksichtigung nachhaltiger Faktoren seit Jahren an Bedeutung.

2015 hatten rund 750 Millionen Menschen keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser, wie aus dem Weltwasserbericht 2015 hervorgeht, und fast 2,5 Milliarden Menschen verfügten nicht über einfache sanitäre Anlagen. Verschmutztes Wasser ist heute eine der Hauptursachen für Krankheiten. Besonders Afrika und Teile Asiens sind über Gebühr betroffen. Selbst in Europa können heiße Sommer beispielsweise in Italien oder Spanien zu akuten Versorgungsproblemen führen. Besorgniserregend sind auch nachfolgende Zahlen: Der weltweite Verbrauch liegt bei 4.500 Kubikkilometer Wasser, der sich auf die drei Kernverbraucher aufteilt: Gemeinden und Haushalte verbrauchen 600 Kubikkilometer Wasser, die Industrie 800 Kubikkilometer und der Löwenanteil von 3.100 Kubikkilometern wird von der Landwirtschaft verbraucht. Bis zum Jahr 2030 wächst gemäß Prognosen von „The 2030 Water Resources Group“ der Verbrauch auf 6.900 Kubikkilometer an. Mit Grundwasser und nutzbarem Oberflächenwasser abzüglich Entnahmen für Wasserreservoirs sind aber lediglich 4.200 Kubikkilometer pro Jahr abgedeckt. Die Rechnung ist einfach: Schon in 14 Jahren entsteht ein Defizit von 2.700 Kubikkilometern.

Global betrachtet hat sich allein in den vergangenen hundert Jahren der direkte Pro-Kopf-Verbrauch an Wasser verdoppelt. Und Prognosen zufolge wächst die Weltbevölkerung in den nächsten 20 Jahren um zwei bis drei Milliarden Menschen. Auch die Landwirtschaft trägt ihren Teil dazu bei. Sie ist für 70 Prozent des globalen Wasserverbrauchs verantwortlich. Auf die Produktion von einer Tonne Getreide kommen 1.000 Tonnen Wasser. Zudem sorgen Erhöhung des Lebensstandards sowie das Wachstum des Industriesektors für einen weiteren Nachfrageanstieg und die Erhöhung des Wasserfußabdrucks.

Ein richtiger Umgang mit Wasser ist notwendig

Die Fakten zeichnen ein eindeutiges Bild: Ein effizienterer Umgang mit Wasser und Investitionen sind nötig. Es ist daher mit steigenden Wachstumsraten im Wasser-Sektor zu rechnen. Bereits heute betragen sie zwischen fünf und zehn Prozent jährlich bei einem Umsatz des globalen Wassermarkts von 400 bis 500 Milliarden US-Dollar. Das spricht dafür, Wasserinvestments als eine Diversifikationsmöglichkeit im Portfolio zu berücksichtigen.

Um der steigenden Wassernachfrage gerecht zu werden, sind Erneuerung und Ausbau der Wasser-Infrastruktur erforderlich. Gerade Entwicklungsländer und aufstrebende Nationen der Emerging Markets weisen eine unzureichende Wasser-Infrastruktur auf. Zum Beispiel werden in Mexiko-City die Wasserverluste auf über 40 Prozent geschätzt. Aber auch Industrieländer haben Defizite, überwiegend aufgrund überalterter Wasserleitungen. In London versickern jährlich 50 Prozent des Leitungswassers durch Lecks, da die Stadt lediglich 0,1 Prozent der Wasserleitungen repariert anstatt der notwendigen ein bis zwei Prozent. Und in ganz Frankreich belaufen sich die Wasserverluste auf rund 20 Prozent.

Diese Verluste sind sehr kostspielig, da das verlorene Wasser meistens aufwändig aufbereitet wurde. Daher wurden in den vergangenen Jahren für Wasserversorgungen sogenannte Smart-Water-Management-Systeme entwickelt. Paris verfügt bereits über ein derartiges System. Dieses ist mit Druckflussmessern und Drucksensoren ausgestattet, die den Wasserdruck messen und so Hinweise auf Lecks sowie mit speziellen Sensoren Schwebstoffe ermitteln. Bei der Analyse der Ergebnisse werden eigens entwickelte Softwarelösungen genutzt. Ziel ist es unter anderem, herauszufinden, welche Bereiche des Netzes vorrangig repariert werden müssen.

Wassaufbereitung als Zukunftsindustrie

Zu einem intelligenten Wassermanagement gehören auch elektronische Wasserzähler. Diese ersetzen mechanische Zähler und haben den Vorteil, dass die Hausbewohner auf Knopfdruck über den Wasserverbrauch informiert sind und dass der Zählerstand effizient in elektronischer Form an den Wasserversorger übermittelt wird. Der weltweite Markt für intelligentes Wassermanagement wurde bereits im Jahr 2013 auf 3,6 Milliarden US-Dollar geschätzt. Bis 2018 wird sich dieser Markt voraussichtlich auf rund sieben Milliarden US-Dollar verdoppeln.

Der Wassermarkt entwickelt sich weiterhin positiv. So wird zunehmend an der Verbesserung von Technologien zur Steigerung der Wassereffizienz gearbeitet. In der Landwirtschaft gewinnt daher die Mikro- oder Tröpfchen-Bewässerung an Bedeutung. Viel Wasser versickerte bis dato ungenutzt im Ackerbau mit Kanalsystemen und Flutungsverfahren. Auch in der industriellen Fertigung ist der Wasserverbrauch sehr hoch und Einsparmaßnahmen vonnöten. Das steigert das Absatzpotenzial für Hersteller von Wassertechnologien. Unternehmen dieses Bereichs werden stärker wachsen als der Gesamtmarkt.

Wasseraufbereitung ist eine Zukunftsindustrie: Das Auftragsvolumen von Unternehmen, die sich auf den Bau von Kläranlagen oder Meerwasserentsalzungsanlagen spezialisiert haben, steigt. Der Bedarf ist groß, da einige Regionen schon heute unter Trinkwasserknappheit leiden und nicht vom Import abhängig werden möchten. Da die vorhandenen Süßwasserreserven immer knapper werden, kommen in besonders trockenen Gebieten vermehrt Entsalzungsanlagen zum Einsatz. Neben der Verwendung von thermischen Verfahren, die auf sehr energieintensiven Verdampfungstechnologien basieren, gewinnen Verfahren zunehmend an Bedeutung, bei denen Membranen zur Entsalzung genutzt werden.

Diese machen – mit steigender Tendenz – rund 50 Prozent der weltweiten Meerwasser-Entsalzungskapazitäten aus. Beim am häufigsten angewendeten Verfahren (Umkehrosmose) wird mit einem Druck von bis zu 80 bar das Wasser durch Membranen gepresst. Die Lebensdauer der Membranen liegt zwischen drei und sieben Jahren. Die Kosten für die Aufbereitung von ein Kubikmeter Süßwasser mit Membranen konnten seit den 1980er-Jahren von 1,5 US-Dollar auf rund 0,7 US-Dollar gesenkt werden. Der Energieaufwand für einen Kubikmeter Wasser entspricht etwa dem Strombedarf einer Wäschetrocknerladung. Das weltweite Investitionsvolumen für die Meerwasserentsalzung (alle Technologien) soll bis 2018 auf rund zehn Milliarden US-Dollar anwachsen. Derzeit bezieht rund ein Prozent aller Menschen Wasser aus Entsalzungsanlagen. Prognosen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass bis 2025 bereits 14 Prozent der Weltbevölkerung entsalztes Wasser nutzt.

Pro und Contra der Privatisierung

Ein weiterer Aspekt im gesamten Segment der Wasserinvestments ist, dass die Mehrheit aller staatlichen Wasserversorger ihre Kosten nicht durch den Wasserpreis decken kann und abhängig von staatlichen Quersubventionen ist. Ein Grund dafür ist die Scheu der Regierungen davor, der Bevölkerung höhere Kosten für die Wasserversorgung aufzubürden. In Anbetracht der steigenden Staatsverschuldungen dürfte sich aber der Trend zur Privatisierung der Wasserversorger weiter verstärken. In Griechenland und in vielen anderen Ländern sollen durch den Verkauf öffentlicher Unternehmen die Staatsfinanzen saniert werden. Besonders emotional und kontrovers wird in diesem Zusammenhang der Verkauf von Wasserwerken diskutiert.

Die Gegner der Privatisierung führen an, dass es grundsätzlich keinen Grund gibt anzunehmen, dass die Privatisierung zu einer Verbesserung der Versorgungsqualität führt. Öffentliche Wasserversorger haben gemäß den Privatisierungsgegnern einen Vorteil gegenüber den Privaten: Sie müssen ihre Profite nicht an Aktionäre abtreten, sondern können die Gelder direkt wieder investieren. Aufgrund von Staatsgarantien gebe es kein Problem bei der Kapitalbeschaffung. Privatisierungsgegner befürchten Preisanstiege des Wassers gepaart mit einer Abnahme an notwendigen Investitionen, da bei privaten Wasserversorgern die kurzfristige Profitmaximierung im Vordergrund stehe.

Die Befürworter argumentieren im Gegenzug, dass in vielen Fällen die öffentlichen Wasserwerke wenig effizient sind und es an Anreizen sowie an finanziellen Mitteln für den Ausbau der Wasserinfrastruktur fehlt. Ein bekanntes Beispiel hierfür sei die britische Wasserversorgung. Zahlreichen Städten und Gemeinden hätten in den 80er- und 90er-Jahren die finanziellen Mittel gefehlt, um die nötigen Investitionen in Wasseraufbereitungsanlagen und das vernachlässigte Leitungsnetz zu tätigen. Nach der Privatisierung seien die Investitionen und damit die Qualität der Wasserinfrastruktur gestiegen, aber auch die Tarife für die Kunden.

Einerseits sind zahlreiche hoch effiziente Wasserwerke der Welt – zum Beispiel in Deutschland, in der Schweiz oder in Singapur – in öffentlicher Hand. Andererseits leisten viele der öffentlichen Versorger mangelhafte Arbeit. In Städten gehen oft mehr als 50 Prozent des Trinkwassers im maroden Leitungsnetz verloren; Kläranlagen sind vielfach in erbärmlichem Zustand. In Schwellenländern sind die armen Bevölkerungsgruppen oft gar nicht an das öffentliche Wasserverteilnetz angeschlossen.

Tröpchenbewässerung in Wangxiaowang, einem Dorf in der Henan-Provinz, China. (Bildquelle: Picture Alliance)

Damit private Wasserversorger langfristig erfolgreich sein können, müssen folgende Kriterien erfüllt sein: Wasserversorger müssen regelmäßig Investitionen in die Wasserinfrastruktur tätigen, damit langfristig eine hohe Qualität des Trinkwassers und des gereinigten Abwassers gewährleistet werden kann. Zudem sollen sie dazu beitragen, den Wasserverbrauch zu senken, sei es durch die Verminderung von Verlusten, durch Lecks im Leitungssystem oder durch die Anwendung wassereffizienterer Technologien. In den Schwellenländern müssen die Unternehmen in Absprache mit dem Regulator eine Preispolitik verfolgen, die auch den einkommensschwachen Teilen der Bevölkerung den Zugang zu Trinkwasser ermöglicht. Sinnvoll ist zum Beispiel ein gestufter Tarif, sodass die ersten 50 Liter pro Kopf und Tag, die für Ernährung und Körperhygiene lebensnotwendig sind, preiswert sind. Der Wasserverbrauch, der die Grundbedürfnisse übersteigt, kann aber deutlich teurer sein, damit die notwendigen Investitionen in die Wasserinfrastruktur auch profitabel sein können. Wasserversorger sind Monopolisten und müssen durch einen weitsichtigen Regulator kontrolliert werden. Dieser setzt die Wasserpreise und damit indirekt den Gewinn des Unternehmens in Relation zu den Investitionen in die Wasserinfrastruktur fest. Nur Wasserversorger, die diese Kriterien erfüllen, qualifizieren sich für den Swisscanto Equity Fund Global Water Invest B.

Ob im Falle von Wasserversorgern eine hohe Qualität im Einklang mit dem Interesse des Aktionärs steht, hängt vom Regulator ab. Wenn das regulatorische Umfeld derart gestaltet ist, dass der zusätzliche Gewinn aus Investitionen in die Wasserinfrastruktur die Kapitalkosten übersteigt, dann wird Mehrwert für die nachhaltige Entwicklung und den Aktionär geschaffen. Die zunehmende Privatisierung in der Wasserversorgung wird in vielen Regionen der Erde zu einer Erhöhung des nach wie vor günstigen Wasserpreises führen, damit Unternehmen gewinnbringend wirtschaften können. Allerdings sollten unbedingt nachhaltige Geschäftspraktiken eingehalten werden. Daher ist die Berücksichtigung von sozialen und ökologischen Aspekten eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Privatisierungen, gerade in den Schwellenländern. Wasser muss auch für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen bezahlbar bleiben.

Aufgrund des überdurchschnittlichen Potenzials im gesamten Wassersektor wird das Thema bei Investoren an Popularität gewinnen. Starkes Marktwachstum inklusive hohem Investitionsbedarf und begrenztes Wasserangebot bei steigender Nachfrage sprechen für sich. Anleger sollten das blaue Gold, welches über kurz oder lang zum kostbarsten Rohstoff wird, in ihrem Depot berücksichtigen – sofern sie über ein bestimmtes Maß an Risikobereitschaft verfügen und die marktüblichen Kursschwankungen akzeptieren.

Da es sich im Wassersegment häufig um klein- oder mittelkapitalisierte Unternehmen handelt, ist der Vorteil einer Streuung in viele Werte innerhalb eines Portfolios ein wichtiges Argument für Investoren, um nicht die Risiken der direkten Aktienanlage in wenige Werte in Kauf nehmen zu müssen. Anleger sollten bei ihrer Auswahl genau prüfen, ob nachhaltige Kriterien zum Konzept gehören oder nicht. Denn nicht jeder Wasserfonds ist gleichzeitig ein nachhaltiger Fonds.

Der Swisscanto (LU) Equity Fund Global Water Invest AT ist ein Nachhaltigkeitsfonds. Es kommen sowohl Positiv- als auch Ausschlusskriterien des Swisscanto-Nachhaltigkeitsresearchs zur Anwendung. Die drei Hauptsektoren in dem Wasserfonds-Portfolio sind Industrie, Haushalt/Gebäude und Wasserversorgung. Deren Gewichtung beträgt Stand Ende September über 90 Prozent.

Während Wasserversorger in jüngerer Vergangenheit hohe Performancebeiträge lieferten, sieht das Management derzeit das höchste Potenzial in der Industrie. Entsprechend investiert der Fonds knapp die Hälfte seines Volumens in Wassertechnologie-Unternehmen aus den Bereichen Industriegüter, Rohstoffe und Informationstechnologie und etwa ein Viertel in dividendenstarke Wasserversorger. //




Wie Fonds auf Wasser setzen

Die Deutschen fühlen sich als Wassersparer, schließlich lernen hierzulande schon Kinder, während des Zähneputzens den Wasserhahn zuzudrehen. Mittlerweile ist der Wasserverbrauch vielerorts so stark gesunken, dass Experten immer wieder vor verstopften Rohrleitungen warnen. Gleichzeitig regnet es in Deutschland vergleichsweise viel und häufig, Wasser ist meist in großen Mengen verfügbar. Investitionen in das auf den ersten Blick so gar nicht knappe Gut Wasser scheinen aus dieser Sicht wenig attraktiv.

Der offensichtliche Wasserverbrauch ist aber nur ein Teil, und zudem ein sehr kleiner Teil der Wahrheit: Der sogenannte virtuelle Wasserabdruck Deutschlands ist immens. Denn die Verbraucher hierzulande zählen zu den konsumstärksten der Welt. Und ein Großteil des Wassers wird weltweit längst nicht mehr zum Trinken oder Duschen, sondern in der industriellen Produktion verbraucht. Das Problem: Gerade in vielen asiatischen und afrikanischen Ländern, die sich in den vergangenen Jahrzehnten zu den Werkbänken und Rohstofflieferanten der globalisierten Weltwirtschaft entwickelt haben, ist Wasser knapp. Die Notwendigkeit, in vielen Regionen in Wasser sparende Technik und effiziente Wasser-Infrastruktur zu investieren, ist entsprechend groß, und damit auch der Anreiz für Anleger, in Firmen aus der Wasserbranche zu investieren.

19 zugelassene Wasserfonds in Europa verwalten 6,8 Milliarden Euro

Europaweit zählt der Fondsratinganbieter Morningstar derzeit 19 zugelassene Wasserfonds, die ein Volumen von 6,8 Milliarden Euro verwalten. Die Fonds investieren überwiegend in Industrieunternehmen, die technische Geräte und Anlagen etwa zur Wasseraufbereitung und -analyse herstellen, und in Versorger, die Infrastruktursysteme wie Rohrleitungsnetze aufbauen und unterhalten, Kläranlagen und Wassermanagementsysteme betreiben. Hinzu kommen Unternehmen etwa aus dem Gesundheitssektor, die zum Beispiel Wassertests anbieten. Gemessen am gesamten Fondsuniversum sind die Themenfonds rund ums kühle Nass nur eine kleine Nische. Aber immerhin eine, die es schon seit vielen Jahren gibt, und die im Gegensatz zu vielen anderen Themenfonds nicht nach wenigen Jahren wieder in der Versenkung verschwinden. Zwar war es um die Fonds in den vergangenen Jahren eher ruhig, nach einem zwischenzeitigen Hype in den Jahren vor der Finanzkrise mussten viele Fonds unter dem Strich Mittelabflüsse verzeichnen. Im vergangenen Jahr stieg das Volumen des in Wasserfonds verwalteten Vermögens europaweit immerhin um etwas mehr als zwei Prozent. Im laufenden Jahr ist der Zufluss erstmals wieder deutlich spürbar, rund 600 Millionen Euro und damit um die zehn Prozent mehr Geld verwalten die Fonds derzeit im Vergleich zum Beginn des Jahres.

An der Spitze der Hackordnung der Fonds ändert das freilich nichts. Die klare Nummer eins beim Volumen ist der Pictet-Water der gleichnamigen Schweizer Privatbank mit einem verwalteten Vermögen von 3,6 Milliarden Euro, der damit mehr als die Hälfte des gesamten in europäische Wasserfonds investierten Kapitals auf sich vereint. Der Fonds war der erste seiner Art und damit Begründer der Themensparte Wasser. Fondsmanager Hans Peter Portner verwaltet den Fonds seit dem Jahr 2001, aufgelegt wurde das Produkt ein Jahr zuvor. Der Morningstar-Report lobt die „langfristige orientierte und disziplinierte Umsetzung des Themas Wasser in diesem Fonds“, auch wenn der Marktführer bei der Rendite nicht immer top war. In den Jahren 2012/2013 machte dem Fonds sein verstärktes Engagement in den Emerging Marktes zu schaffen. Das fünfköpfige Management-Team um Portner hatte zum Beispiel in brasilianische Wasserversorger und weitere Titel aus Schwellenländern investiert, in der Spitze machte das in Emerging Markets angelegte Geld mehr als 20 Prozent aus. Zwischenzeitig fiel dieser Anteil wieder auf zwölf Prozent, 2014/15 lag der Fonds bei der Rendite wieder vor der Konkurrenz. Auf Sicht von fünf Jahren erzielte der Pictet ein Plus von 13,12 Prozent pro Jahr und lag damit leicht unter dem Kategorie-Durchschnitt von 13,88 Prozent.

Deutlich besser schnitt im selben Zeitraum der zweitälteste Wasserfonds ab: Der Robeco SAM Sustainable Water wurde 2001 aufgelegt und erzielte über die vergangenen fünf Jahre ein durchschnittliches Plus von 15,39 Prozent.

Nur ein aktiv gemanagter Wasserfonds war im Vergleichszeitraum noch besser: Der BNP Paribas Aqua erzielte in den vergangenen fünf Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von 17,22 Prozent. Damit schlagen die Rendite-Spitzenreiter der Wasserfonds sogar den Aktiendurchschnitt des MSCI World, der bei 14,41 Prozent lag. Beim verwalteten Fondsvolumen können die beiden Spitzenreiter dem Branchenurgestein von Pictet allerdings nicht das Wasser reichen: Der BNP Paribas Aqua verwaltet derzeit rund 870 Millionen Euro, der Robeco SAM Sustainable Water etwa 741 Millionen Euro. Damit belegen die Produkte in der Reihenfolge der größten Wasserfonds die Plätze zwei und drei.

Fondsinvestitionen: 54 Prozent in Industrieunternehmen, 23 Prozent in Versorger

Ein Blick auf die Firmen, in die die Wasserfonds investieren, zeigt vor allem zwei Schwerpunkte: Im Durchschnitt investieren die Fonds 54 Prozent des Kapitals in Industrieunternehmen und 23 Prozent in Versorger, hinzukommen mit deutlichen Abstand Sparten wie chemische Grundstoffe und Gesundheit. Viele der Fonds wie die Schwergewichte Pictet Water, BNP Paribas Aqua und Robeco SAM Sustainable investieren mit einer solchen oder ähnlichen Gewichtung. Im Pictet-Produkt sind die zehn größten Positionen entsprechend allesamt Industriewerte und Versorger, der größte Einzeltitel ist Veolia Environment sowie der Versorger Suez Environment aus Frankreich, die Versorger United Utilities Group und Pennon Group aus Großbritannien, der Industrietitel Danaher aus den USA.

Freilich werden auch Anleger fündig, die eine andere Gewichtung der Branchen bevorzugen. Der Hornet Infrastructure Water wird seinem Namen gerecht und investiert mehr als 70 Prozent des Kapitals in Versorger, beim AMCFM Global Water sind es rund 40 Prozent, mit entsprechend kleineren Anteilen an Industrieunternehmen. Eine Sonderstellung hat der Alta Water inne, der 65 Prozent in defensive und 31 Prozent seines Vermögens in zyklische Konsumtitel investiert. Einzig der Ökoworld Water for Life investiert ebenfalls mit rund 16 Prozent zumindest nennenswert in Konsumtitel, die anderen Fonds mischen die Branche allenfalls im kleinen einstelligen Prozentbereich oder gar nicht bei. Die größte Position des Ökoworld-Produktes sind mit 18 Prozent Technologietitel. Die ungewöhnliche Zusammensetzung beschert den Fonds allerdings keine außergewöhnliche Rendite: Der AMCFM schafft es mit einem jährlichen Plus von 13,61 Prozent über fünf Jahre immerhin noch vor den Klassiker von Pictet, der konsumorientiere Alta Water mit 11,04 Prozent liegt schon spürbar zurück, ebenso der Ökoworld-Fonds mit 8,80 Prozent, dem Hornet-Produkt beschert sein starker Versorger-Schwerpunkt durchschnittlich vergleichsweise magere 7,28 Prozent pro Jahr.


So unterschiedlich die Wasserfonds sind, haben die meisten von ihnen eines gemeinsam: die vergleichsweise hohen Kosten. Der teuerste Fonds ist der AMCF Global Water mit jährlich 2,87 Prozent laufenden Kosten, gefolgt vom Alta Water mit 2,74 Prozent und dem Ökoworld Water For Life mit 2,51 Prozent. „Wasserfonds sind im Vergleich zu anderen Fonds relativ teuer“, sagt Analystin Barbara Claus von der Fondsratingagentur Morningstar. „Das ist eigentlich nicht einzusehen, das Management ist jedenfalls nicht grundsätzlich aufwendiger als das anderer aktiv gemanagter Fonds.“ Deren Kosten liegen in der Regel bei rund 1,6 bis 1,8 Prozent jährlich. Claus beobachtet das Phänomen auch bei anderen Themenfonds. „Die Ursache ist wohl das überschaubare Angebot und die begrenzte Auswahl. Zudem wissen die Fondsanbieter, dass Anleger, die eine solchen speziellen Fonds haben wollen, auch bereit sind, dafür einen gewissen Aufpreis zu zahlen.“ Die hohen Kosten sind auch ein Grund dafür, warum die Sparte trotz der guten Performance vieler Wasserfonds etwas schlechter abschneiden als der große Aktienkorb des MSCI World ETF. Der Aktien-Welt-Index schaffte in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich 14,41 Prozent und damit rund einen halben Prozentpunkt pro Jahr mehr als die Wasserfonds im Durchschnitt. Der stark rentierende BNP Paribas Aqua zählt mit laufenden Kosten von 2,39 Prozent ebenso zu den teuren Fonds wie der Robeco SAM Sustainable Water, bei dem ebenfalls hohe laufende Kosten von 2,20 Prozent eine noch bessere Rendite verhindern. „Während die Rendite regelmäßig schwankt und die Spitzenreiter im nächsten Jahr schon deutlich schlechter abschneiden können, ändert sich an den hohen Kosten in der Regel kaum etwas“, beobachtet Claus.

ETF’s als kostengünstige Alternative

Eine Alternative können passiv verwaltete Exchange Trade Funds (ETFs) sein, deren Kosten meist deutlich niedriger sind als die der aktiv verwalteten Pendants. Zum Beispiel fallen beim Lyxor ETF World Water 0,6 Prozent pro Jahr an laufenden Kosten an, der Fonds bildet den Verlauf des World-Water-Indexes der Lyxor-Mutter Société Génerale nach. Der Index beinhaltet die 20 größten börsennotierten Unternehmen weltweit aus den Sparten Infrastruktur, Wasseraufbereitung und Wasserversorgung, zu den größten Positionen des Fonds zählen entsprechend der Gewichtung im Index zum Beispiel der Wasserversorger American Water Works und der Schweizer Sanitärhersteller Geberit. Das Konzept des Fonds mit der Nachbildung des Index bei geringen Kosten ist in der jüngeren Vergangenheit klar aufgegangen: Der Fonds ist in der Wasser-Kategorie über die vergangenen fünf Jahr mit 18,18 Prozent Rendite klar die Nummer eins, noch vor dem besten aktiv verwalteten Fonds. Und der Erfolg des Lyxor- ETF ist kein Einzelfall: Den dritten Platz im Ranking der Produkte mit der höchsten Fünf-Jahres-Rendite teilt sich der Robeco SAM mit dem Global Water des ETF-Anbietes iShares. Der passive Fonds bildet den Kursverlauf des Indexes S&P Global Water ab, der wiederum die Wertentwicklung der 50 größten und liquidesten börsennotieren Aktien widergibt, die ihr Geld in den Geschäftsfeldern Wasserversorgung und Infrastruktur einerseits sowie Wasseraufbereitung andererseits verdienen. Der Index enthält jeweils 25 Unternehmen aus beiden Bereichen mit einer Marktkapitalisierung von mindestens 250 Millionen US-Dollar. Ein einzelner Titel macht maximal zehn Prozent des Fondsvermögens aus, wenn das Unternehmen Geschäftsfelder mit Bezug zu Wasser als Hauptgeschäft betreibt, ansonsten maximal fünf Prozent. Auch das Konzept des iShares-Wasser-ETF hat sein Auflegung 2007 viele Investoren überzeugt, derzeit verwaltet der Fonds ein Vermögen in Höhe von 390 Millionen Euro.

Ethische Erwägungen und Nachhaltigkeit als Motivation

Viele Anleger von Wasserfonds wollen nicht nur Geld verdienen, sondern obendrein etwas Gutes tun. Im Grundsatz ist das auch eine richtige Idee: „Wenn Wasserfonds in Unternehmen investieren, dank deren Technik der Wasserverbrauch sinkt oder die in die Netzinfrastruktur investieren, bewirken sie damit etwas Gutes“, sagt Volker Weber, Vorstandsvorsitzender des Forums für nachhaltige Geldanlage (FNG). Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich zumindest die größten Positionen eines Fonds anschauen, um einen Überblick zu bekommen, wie groß dessen Wasserengagement tatsächlich ist. „Es gibt keine Definition, welchen Anteil seines Vermögens ein Fonds mindestens in Wasseraktivitäten investieren muss“, sagt Fondsanalystin Claus. Ein hundertprozentiges Wasserengagement ist ohnehin kaum möglich, weil die meisten Unternehmen auf verschiedenen Geschäftsfeldern unterwegs sind. Wer Aktien solcher Unternehmen kauft, hat also automatisch fast immer auch Nicht-Wasser-Engagements im Depot. So schätzt das Management des Pictet-Water den Anteil des Portfolios an Geschäftsfeldern mit Bezug zu Wasser auf rund 70 Prozent. Der Mindestanteil des Wassergeschäfts von Unternehmen, um für das Anlageuniversum des Fonds überhaupt infrage zu kommen, liegt demnach bei 20 Prozent. Einige Fonds investieren auch in Titel, bei denen Wassergeschäftsfelder eine noch geringere Rolle spielen. Ob das dann noch waschechte Wasserinvestments sind, muss letztlich jeder Anleger selbst entscheiden.

Obendrein ist nicht jedes Wasserengagement automatisch moralisch gut. Zu den größten Positionen des Wasserfonds Alta Water zählen Nestlé und Pepsi, die mit diversen Wassermarken am Markt sind und das milliardenschwere Geschäft mit abgefülltem Wasser längst als lukrativen Markt für sich entdeckt haben. Und dafür immer wieder in der Kritik stehen: Nestlé wird etwa vorgeworfen, Wasser in Regionen der dritten Welt billig abzupumpen, wo es ohnehin knapp ist, um es dann im Flaschen abgefüllt für ein Vielfaches wieder zu verkaufen. Und Pepsi steht ebenso wie weitere Anbieter in der Kritik, weil das Unternehmen schlicht Leistungswasser in Flaschen verkauft und kein Quellwasser. Letzteres glauben aber viele Konsumenten angesichts von idyllischen Naturpanoramen auf den Etiketten etwas anderes und zahlen entsprechend viel Geld für das vermeintlich hochwertige Wasser. Ein weiteres Problem ist laut Umweltschutzorganisationen die Verpackung: Weltweit verkaufen Firmen abgefülltes Wasser vor allem in Plastikflaschen, deren Produktion viel Wasser verbraucht, obendrein verschmutzt der Plastikmüll später als Müll die Weltmeere. Auch hier entscheidet letztlich jeder Anleger selbst, ob er solche Geschäftsmodelle als sinnvolles Wasserinvestment akzeptiert.

Eine Orientierung bei der Suche nach dem passenden Wasserfonds können die Nachhaltigkeitsstrategien der Fonds liefern. Die sagen zwar nicht unbedingt etwas darüber aus, wie genau sich das Wasserengagement eines Fonds zusammensetzt. Aber der Investor bekommt einen Überblick, ob ein Fonds grundsätzlich Nachhaltigkeitskriterien bei der Auswahl von Aktien berücksichtigt. „Rund die Hälfte der im deutschsprachigen Raum zugelassenen Wasserfonds verfolgen explizit eine Nachhaltigkeitsstrategie“, sagt FNG-Chef Weber. Zum Beispiel investiert der Ökoworld Water for Life nachhaltig in Bezug auf Umwelt und Soziales: Investments in Agrochemie, fossile Brennstoffe, grüne Gentechnik und Kernenergie sind ebenso ausgeschlossen wie Engagements in Unternehmen, die sich nicht verpflichtet haben, bestimme Mindeststandards bei Rechten von Mitarbeitern einzuhalten. Der Fonds bezieht 100 Prozent seines Portfolios in die Analyse ein, zudem nehmen die Fondsmanager nicht nur die Unternehmen selbst, sondern auch strategisch wichtige Zulieferer in Bezug auf deren Nachhaltigkeit unter die Lupe. So gesehen hat der Ökoworld Water for Life dann doch noch mehr zu bieten als seine vergleichsweise niedrige Rendite. //