Auf Regen folgt Sonnenschein

Spaniens Wirtschaft hatte es schwer in den letzten Jahren, doch nun können ihre Teilnehmer aufatmen. Investoren sollten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen.

Die Anfänge von Spaniens Krise liegen einige Jahre zurück. Im Jahr 2007 war zum ersten Mal von Subprime-Krediten die Rede, dann von Bear Sterns und den Lehman Brothers. Schnell weiteten sich die Ereignisse, die mit diesen Namen verbunden waren, zu einer Krise aus, die von den USA ausging und den europäischen Finanzsektor mit voller Wucht traf. Diese erste Krise traf Spanien, wo Privatkundenbanken dominieren, nur wenig. Die Auswirkungen der Subprime-Finanzprodukte waren minimal, und einige spanische Politiker waren stolz auf das starke Finanzsystem. Die folgenden Entwicklungen gaben ihnen allerdings wenig Anlass dazu.

Griechische Schuldenkrise mit negativen Folgen

Als die Subprime-Produkte 2010 schon in Vergessenheit gerieten und die meisten Makrostudien wieder optimistischer in die Zukunft sahen, kamen neue schlechte Nachrichten, diesmal aus der europäischen Union selbst. Es war die griechische Schuldenkrise. Sie hatte zwei schwerwiegende Konsequenzen. Erstens wurde der Interbankenhandel lahmgelegt, da unklar war, inwieweit die jeweiligen europäischen Banken von den griechischen Schulden betroffen waren. Das bremste das Wirtschaftswachstum der Eurozone aus, das weitgehend auf die Finanzierung durch die Banken angewiesen war. Zweitens wurde klar, dass es zu wenig gemeinsame Mechanismen auf institutioneller Ebene gab, um die griechische Schuldenkrise zu bewältigen. Das löste Zweifel am Sinn des Euro aus. An diesem Punkt war die Krise bereits systemisch und ergriff die wirtschaftlich schwachen Länder, darunter Spanien.

Die spanische Wirtschaft und das Finanzsystem waren darauf nicht vorbereitet. Nicht nur der Staat, auch Unternehmen und Haushalte waren hoch verschuldet. Das Haushaltsdefizit stieg unaufhaltsam. Der Immobiliensektor schmolz zusammen und die Immobilienblase platzte. In den Jahren zuvor hatte er das Wachstum unterstützt und bis zu elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausgemacht. Nun setzte seine Entwicklung nicht nur dem BIP zu, sondern vernichtete auch die Werte der Aktiva in den Bilanzen der Banken, die Immobilienentwickler und Haushalte finanziert hatten. Spanien hatte es mit der größten Krise seit Jahrzehnten zu tun. Das BIP fiel elf Quartale beziehungsweise drei Jahre in Folge: 2011 um 1,8 Prozent, 2012 um 3,6 Prozent und 2013 um 0,2 Prozent. Die Arbeitslosigkeit erreichte im März 2013 den höchsten Stand seit Spaniens EU-Beitritt 1986 und das Länderrisiko, das anhand zehnjähriger Staatsanleihen geschätzt wurde, stieg im Juli 2012 auf 7,75 Prozent.

Spanische Regierung mit umfassenden Reformansätzen

Als die Lage aussichtslos erschien, geschahen zwei Dinge. Erstens wählten die Spanier im Dezember 2011 ein neues Parlament. Die junge Regierung legte ein umfangreiches Strukturreformprogramm vor, das staatliche Ausgaben, die Finanzmarktregulierung und den Arbeitsmarkt betraf. So sollte die Wirtschaft gestärkt, Einnahmequellen diversifiziert, die Wettbewerbsfähigkeit verbessert und Arbeitsplätze geschaffen werden. Zweitens erklärte Mario Draghi im Juli 2012 bei seiner berühmten Londoner Rede, die EZB werde „alles Notwendige tun“, um den Euro zu erhalten. Diese Rede, mit der Draghi auf das systemische Risiko einging, schuf Sicherheit und Ordnung für das Finanzsystem der Eurozone und stellte klar, dass der Euro und Europa zweifelsfrei weiter bestehen würden.




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