Betonköpfe bringen Corona gegen den Klimaschutz in Stellung

Markus W. Voigt, CEO der aream group

Das Corona-Virus ist Quell vielen Übels und ein starkes Argument, mit dem fast alles durchgesetzt werden kann. Die Betonkopf-Fraktion der deutschen Verschmutzungsindustrie will es jetzt instrumentalisieren, um auch in Zukunft Dreck schleudern zu dürfen. Damit dürfen sie nicht durchkommen.

Die Wirtschaft weltweit ist wegen der Pandemie von einem beispiellosen Einbruch betroffen, aus einem erhofften Wiederanfahren könnte die Notwendigkeit eines Wiederaufbaus werden. Das stimmt. Die Wirtschaft wieder zum Laufen zu bringen ist entscheidend, um unsere Gesellschaften zu erhalten. Auch das ist richtig. Dass das aber nur geht, wenn jetzt mit großer Eile jeder Fortschritt, den auch die Wirtschaft in den vergangenen Jahren erzielt hat, rückgängig gemacht wird – das stimmt nicht.

Wenn jetzt also die Auto- und andere Industrien fordern, dass Maßnahmen zur CO2-Reduzierung aufgeschoben werden, weil sie den Wiederaufbau der Industrie behindern, arbeiten sie am Thema vorbei, verkennen die Realität und zeigen sich als selbstsüchtige und profitversessene Dinosaurier. Eine Pandemie, wie wir sie gerade erleben, stellt uns als Menschheit vor große Herausforderungen. Der Klimawandel wird uns leider vor noch größere Schwierigkeiten stellen.

Überraschende Herausforderungen

Die Pandemie zeigt, dass die Menschheit nicht so unverletzlich ist, wie wir dachten und hofften. Auch in Zukunft werden wir uns auf überraschende Herausforderungen einstellen müssen: Viren, Naturkatastrophen und was auch immer wir noch nicht kennen. Der Klimawandel ist schon eine bekannte Herausforderung, die die Menschen bereits angenommen haben: die EU mit ihrem Green Deal, viele Unternehmen mit selbst gesteckten Zielen, viele Menschen im eigenen Umfeld. Dies alles möchten die Verschmutzungsfinken jetzt zurückdrehen.

Dabei ließen sich die niedrigen Energiepreise gerade jetzt nutzen, um CO2 teurer zu machen, um also beim Kampf gegen den Klimaschutz voranzukommen, ohne dass die Menschen mehr zahlen müssen. Die von der Automobilindustrie ins Spiel gebrachte neuerliche Abwrackprämie könnte endlich einen Impuls in Richtung E-Mobilität geben. So würden notwendige Veränderungen angestoßen, wenn ohnehin Lieferketten neu aufgestellt werden müssen. Es ist jetzt die richtige Zeit, mehr in den Klimaschutz zu stecken und nicht weniger. Innovationen voranbringen, statt die Dinge zurückzudrehen.

Dinosaurier in die Schranken weisen

Es ist an uns, die Dinosaurier in die Schranken zu weisen. Ihnen klarzumachen, dass sich durch die Pandemie nicht alles geändert hat, dass als richtig erkannte Lösungen auch weiterhin richtig sind. Es mag sein, dass alles auf den Prüfstand gestellt wird. Es mag auch sein, dass manches Thema vielleicht zurückgestellt wird. Den Kampf gegen den Klimawandel aber zurückzustellen ist schlichtweg fahrlässig. Gerade Industrien, die sich auf Kosten der Steuerzahler sanieren lassen, sollten auch die Erwartungen der Steuerzahler erfüllen. Und sich nicht nur die eigenen Taschen füllen.




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