Börsen setzen auf Trump

Thorsten Polleit, Chefvolkswirt Degussa Goldhandel

US-Präsident Donald J. Trump und die First Lady sind positiv auf das Coronavirus getestet worden, so war heute Nacht zu erfahren. Als Reaktion auf die Nachricht gaben die Aktienkurse vorbörslich merklich nach: Der Dow Jones Future fiel 450 Punkte (-1,6%), der S&P 500 Future ging um 1,6%, der NASDAQ Future um 1,9% zurück. Ein Kommentar von Thorsten Polleit, Chefvolkswirt Degussa Goldhandel

Die Reaktion mag man als ein Indiz deuten, dass die Kapitalmärkte sich auf eine Wiederwahl von Präsident Trump am 3. November 2020 eingerichtet haben; und dass die Investoren meinen, eine Erkrankung oder die Entscheidung des Präsidenten und seiner Frau, in Quarantäne zu gehen, könnten die Wiederwahl nun unwahrscheinlicher machen. Doch bekanntlich heißt ein Positiv-Test nicht, dass der Getestete auch erkrankt. Zudem sind Coronavirus-Tests fehleranfällig (weisen also auch „Falsch-Positive“ aus). Der Leibarzt des US-Präsidenten erklärte dann auch, Präsident Trump könne „ohne Unterbrechung“ seine Amtsgeschäfte fortführen.

Der Goldpreis hat angezogen und erreichte wieder bei 1.915 USD/oz, ein Anstieg von 2,8% seit dem Preisrücksetzer auf 1.862 USD/oz am 28. Sep. ’20; der Silberpreis ist relativ unverändert geblieben bei 24,07 USD/oz, ein Anstieg von 5,1%.

Auch wenn die Börsen ihren Schreck vermutlich rasch abschütteln werden, die Aussichten für im Trendverlauf weiter steigende Gold- und Silberpreise sind nach wie vor gut: Die weltweite Geldpolitik – die für Geldmengenflut sorgt, gekoppelt mit Null- und Negativzinsen – arbeiten systematisch an einer Verteuerung der Edelmetallpreise.

 




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