Corona-Crash: Einsteigen? Was jetzt richtig und falsch ist

Jörg Wiechmann, IAC-Geschäftsführer

Soll ich jetzt günstig einsteigen? Nach dem Börsen-Crash in der Corona-Krise kam beim Itzehoer Aktien Club (IAC) keine Anfrage so häufig wie diese. Die Antworten: „Auf keinen Fall!“ und „Unbedingt!“. Das klingt nach krassem Widerspruch – es sei aber keiner, betont IAC-Geschäftsführer Jörg Wiechmann. Entscheidend sei die persönliche Situation des potenziellen Anlegers.

Erstes Beispiel: Ein Kieler, Mitte 30, frisch verheiratet und in der Familienplanung, hatte 50.000 Euro angespart, die im kommenden Jahr bei einem Immobilienkauf als Eigenkapital dienen sollen. Dieses Geld dürfe er auf keinen Fall jetzt an der Börse investieren, riet ihm Wiechmann: „Ein so kurzer Anlagehorizont ist für die Geldanlage in Aktien völlig ungeeignet. Wer weiß schon, wo die Kurse in einem Jahr stehen?“ Das gelte erst recht in der Corona-Krise: Diese könne auch erst begonnen haben und die Kurse noch einmal stark einbrechen lassen. Ein Einstieg an der Börse nur bis zum kommenden Jahr sei daher hoch spekulativ.

Zweites Beispiel: Ein Hamburger, gerade im Ruhestand, hatte eine Lebensversicherung in Höhe von fast 300.000 Euro ausgezahlt bekommen. Seine Pension ist üppig, das Haus ist abbezahlt, er braucht das Geld auf absehbare Zeit nicht. „Für ihn stellen die stark gefallenen Kurse an der Börse daher eine willkommene Einstiegsgelegenheit dar“, erläutert Wiechmann. „Langfristig steigen Aktien, allen Krisen zum Trotz.“ Auch die Corona-Krise werde sich rückblickend nur als temporärer Rückschlag erweisen. „Für langfristig orientierte Anleger gilt daher: Jetzt einsteigen!“




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