Die Finanzmärkte im nächsten Jahr

Die Entwicklung der Weltwirtschaft schien zuletzt ungewiss. Bei genauer Betrachtung der Lage zeigt sich jedoch, dass der übergeordnete Trend allen Widrigkeiten zum Trotz immer noch nach oben zeigt.

Nach dem Jahresauftakt an den Finanzmärkten, der von enttäuschenden Konjunkturdaten aus China und dem erneut abtauchenden Rohölpreis belastet worden war, ist die Stimmung vieler Anleger immer noch durchwachsen. Auch aus den USA und der Eurozone kamen in den ersten Monaten mehrheitlich schwache Zahlen. Krisenpropheten fürchteten gar, die Weltwirtschaft könne schon bald in eine Rezession abgleiten. In den vergangenen Wochen wurden zwar zunehmend positive Daten veröffentlicht, aber die globale Konjunktur gibt immer noch kein einheitliches Bild ab.

Bei einer Analyse der Weltwirtschaft wird deutlich, was die Bantleon-Frühindikatoren schon am Jahresanfang signalisiert haben: Die globale Konjunktur ist relativ schwach, aber sie wächst. Das gilt besonders für die chinesische Wirtschaft. Die jüngsten Daten aus China lassen nach dem enttäuschenden Start ins Jahr eine wieder anziehende Konjunkturdynamik erkennen: Für 2016 rechnet Bantleon mit einem BIP-Wachstum von 6,6 Prozent.

China bleibt Gefahrenherd

Aus makroökonomischer Sicht betrachtet bleibt China auch in den nächsten zwölf Monaten ein Gefahrenherd. Bislang ist es den Autoritäten stets gelungen, akute Brände schnell unter Kontrolle zu bringen. Wegen der Liberalisierung wird das jedoch immer schwieriger – und irgendwann unmöglich. Eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft wird eine weltweite Rezession nach sich ziehen, vor allem die Europäer würden stark in Mitleidenschaft gezogen. Ein Einbruch der Aktienmärkte um mehr als 30 Prozent und ein Sturz der Renditen zehnjähriger Bundesanleihen auf minus ein Prozent wären die Folge.

Mit Blick auf 2017 geht Bantleon davon aus, dass das chinesische Wirtschaftswachstum seinen übergeordneten Abwärtstrend fortsetzt, der eine Konsequenz des langfristigen Strukturwandels vom investitionsgetriebenen zum konsumgetriebenen Wachstumsmodell ist. Bis zum Jahresende 2017 wird der BIP-Zuwachs der Analyse zufolge auf 6,1 Prozent sinken. Im Durchschnitt des kommenden Jahres sollte er bei 6,3 Prozent liegen und könnte 2018 sogar erstmals seit über 25 Jahren leicht unter die Sechs-Prozent-Marke rutschen.




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