Die kleinen Perlen an der Wall Street

An der Wall Street werden die Aktien über 4.000 verschiedener Unternehmen gehandelt. Allerdings sind fast alle nicht auf dem Radar der deutschen Anleger.

In Deutschland machen unter den amerikanischen Aktien fast ausschließlich Blue Chips wie Apple, Microsoft, Coca-Cola, Walt Disney und Boeing Schlagzeilen. Kleine Firmen sind bei den deutschen Privatanlegern hingegen kaum auf dem Radar. Damit werden aber die besten Chancen an der Wall Street verpasst.

Viele heimische Investoren sind die Namen der US-Großkonzerne durchaus bekannt. Mit den Produkten kommt auch fast jeder deutsche Verbraucher permanent in Berührung. Deshalb ist der Fokus der Deutschen auf vielleicht 50 US-Blue-Chips durchaus verständlich. Allerdings werden hierdurch viele Chancen an der Wall Street verpasst, welche die Rendite eines jeden Depots erheblich steigern könnten. Demnach werden die 4.000 übrigen Unternehmen zumeist sträflich vernachlässigt.

Kleine Firmen verfügen gegenüber Großkonzernen in den USA über erhebliche Vorteile. Sie können sich in attraktiven Nischen positionieren und daher nicht selten stärker profitabel als multinationale Player. Zudem können viele Gesellschaften deutlich überdurchschnittliche Umsatzsteigerungsraten aufweisen, da die Märkte dieser Firmen noch nicht gesättigt sind und viel Entwicklungspotenzial besteht. Small-Cap-Betriebe sind zudem flexibel wie kleine Schnellboote, während Large Caps oftmals so unflexibel wie ein großer Tanker sind. Deshalb sind US-Small-Cap-Fonds eine sinnvolle Ergänzung auch für jedes deutsche Portfolio.

Die Vorzüge von US-Blue- Chips liegen auch für viele Experten auf der Hand. Sebastian Werner, Fondsmanager des DWS US Growth, fasst die Vorteile verständlich zusammen: „Diese Aktien haben sich die Reputation des Blue Chips über viele Jahrzehnte verdient. Ihre Produkte und Dienstleistungen sind als Marke bekannt und hoch angesehen. Sie stehen für Qualität und Sicherheit und weisen als Hauptmerkmal gegenüber anderen Unternehmen die Fähigkeit aus, auch in unruhigeren Zeiten meist profitabel arbeiten und wachsen zu können.“ Der Aktienkurs unterliege nur selten starken Schwankungen und würde durch Aktienrückkaufprogramme und Dividendenausschüttungen unterstützt. „Das Rendite-Risiko-Profil, das sich hieraus ergibt, ähnelt dem einer Unternehmensanleihe“, so Werner. Marco Pirondini, Head of Equities, USA bei Pioneer Investments, sieht ähnliche Argumente: „Aus unserer Sicht bieten US-amerikanische Large Caps europäischen Investoren viele Vorteile. US-Unternehmen machen 59 Prozent des MSCI World aus. Diversifizierte, weltweit anlegende Portfolios sollten also keinesfalls auf US-Aktien verzichten. Sie haben ein enormes Wachstumspotenzial. Beispielsweise gehören der Technologie- und der Gesundheitssektor zu den wachstumsstärksten Sektoren der US-Wirtschaft.“




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