Dividenden als Renditekick für das Depot

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld sind Dividenden besonders attraktiv. Cash. sprach mit Sebastian Müller, Portfoliomanager des Dividendenfonds First Euro Dividenden Staufer über seine Strategie in diesem Segment.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Titel für den Fonds aus?

Müller: Neben der Höhe der Ausschüttung ist uns wichtig, dass unsere Unternehmen diese Dividende aus dem operativen Geschäft bezahlen und die historischen Ausschüttungen eine gewisse Stetigkeit aufweisen. Des Weiteren interessieren uns neben stabilen Dividendenzahlern auch Unternehmen, die ihr überschüssiges Kapital in Form von Aktienrückkäufen an die Aktionäre zurückgeben. Unabhängig vom Faktor Dividende beobachten wir zahlreiche weitere Bewertungskennzahlen, achten aber auch auf die kurzfristige Gewinndynamik.

Warum investieren Sie auch in Firmen mit einer niedrigen Dividende?

Müller: Wir interessieren uns nicht nur für Unternehmen, die bereits Dividendenhöchstwerte erreicht haben, sondern kaufen vereinzelt auch schon mal Titel, bei denen unsere Analysen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf substanzielle Erhöhungen einer möglicherweise derzeit noch niedrigen Dividende hinweisen. Diese Vorausschau ist einer der Gründe für unseren Erfolg gegenüber klassischen Dividendenfonds oder Dividenden-ETFs.

Welche Gründe sprechen für ein gezieltes Investment in Euro-Aktien?

Müller: Historisch wollten wir unseren Kunden ein Fondsinvestment ermöglichen, das konservativ, ohne Währungsrisiko, die dividendenstärksten Titel eines starken Euro-Binnenmarktes auswählt. Heute kommt hinzu, dass Euro-Aktien international das größte Aufholpotenzial haben, in der Bewertung noch günstig sind und vergleichsweise hohe Ausschüttungen bieten. Vermutlich ist auch der mit der Europäische Union verbundene Pessimismus mittlerweile übertrieben oder zumindest eingepreist.

Warum kann Ihr Fonds mit Ihrer Strategie den europäischen Gesamtmarkt schlagen?

Müller: Unser Ziel ist nicht nur, den Gesamtmarkt zu schlagen, sondern auch andere, vor allem passive Dividendenfonds (ETFs). Grundsätzlich ist die Allokation weit von der Benchmark bzw. dem Gesamtmarkt entfernt. Das Outperformancepotenzial lässt sich an der Entwicklung der letzten 10 Jahre ablesen und ergibt sich aus sehr attraktiven Bewertungs- und Ausschüttungsunterschieden bei europäischen Aktien. Um diese nachhaltig und präzise ableiten zu können, vertraut das Fondsmanagement bei First Private auf eine selbstentwickelte, fundierte Datenplattform, auf deren Basis täglich die besten Aktien ausgelesen werden. Am Ende ist es die bestmögliche Kombination der fundamentalen Kennzahlen, die zum Erfolg führt.

Wie erkennen Sie die erfolgversprechendsten Titel aus diesem großen Marktsegment?

Müller: Unser Investitionsprozess basiert auf einer quantitativen Analyse von mehr als 2.500 Aktien. Über einen zweistufigen Liquiditätsfilter reduzieren wir auf 500 Titel. Im ersten Schritt schauen wir, welche Aktien mindestens eine Marktkapitalisierung von 200 Millionen Euro aufweisen, anschließend erfolgt eine Analyse der Liquidität im “Worst Case”-Szenario. Über ein Alpha Screening entsteht letztendlich ein Portfolio mit 30 bis 50 Werten, wobei wir ausschließlich fundamentale Kennzahlen nutzen. Das wichtigste Kriterium unserer Selektion ist letztlich der „Shareholder Return“ – wie robust ist die Dividendenpolitik oder was wird zurückgekauft.

Bei welchen Sektoren erwarten Sie in der Zukunft stabile Dividenden?

Müller: Wir betreiben im First Private Euro Dividenden Staufer Bottom-up Stock-Picking. Das bedeutet, wir suchen die fundamental attraktivsten Aktien in unserem Anlageuniversum. Die Sektor- und Länderquoten ergeben sich dann nachgelagert aus der Aktienauswahl. Aus diesem Grund haben wir in der Regel keine starken Präferenzen für einen speziellen Sektor.

Wie wichtig ist es Ihrer Meinung nach, dass die Unternehmen ihre Ausschüttungen regelmäßig steigern?

Müller: Regelmäßige Steigerungen der Ausschüttungen spielen in unserem Investmentprozess keine zwingende Rolle. Kürzungen bei der Dividende hingegen sehen wir nicht gerne. Uns ist wichtig, dass die Dividende aus dem operativen Geschäft gezahlt wird. Uns ist ein gut geführtes Unternehmen mit konstanten Ausschüttungen deutlich lieber als eine Steigerung der Ausschüttung aus der Substanz heraus.

Interview: Tim Rademacher




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