Dynamische Region im Norden der EU

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist das Baltikum wirtschaftlich erfolgreich. Die Region überzeugt mit Reformeifer und Modernität. Der Schatten der Vergangenheit ist längst abgelegt.

Über sechs Millionen Menschen wohnen insgesamt in den drei baltischen Ländern, die an der Ostküste der Ostsee liegen. Die Region kann stolz auf ihre Erfolgsgeschichte sein. Während einige der ehemaligen sowjetischen Länder mit ihren Strukturreformen enttäuschten, bewies das Baltikum seinen Reformwillen und führte Pauschalsteuern und das E-Government ein. Estland, Lettland und Litauen öffneten ihre Volkswirtschaften und näherten sich Westeuropa. Das führte in 2001 zur EU-Mitgliedschaft, 2004 folgte die Nato. 2011 wurde Estland, 2014 Lettland und 2015 Litauen jeweils in die Europäische Währungsunion aufgenommen. Die Integration hat sich ausgezahlt. Seit ich vor 20 Jahren anfing, im Baltikum zu investieren, hat sich das reale Pro-Kopf Bruttoinlandsprodukt verdreifacht. In Russland, das jahrelang von hohen Ölpreisen profitierte, hat es sich im selben Zeitraum lediglich verdoppelt.

Die Einwohner konnten ihren Lebensstandard erhöhen und auch Investoren profitierten. Wir sind früh ins Baltikum eingestiegen und haben unsere Investitionen in den letzten Jahren erweitert. Wir haben unseren Fokus auch von den Börsen wegbewegt, deren Größe und Liquidität eingeschränkt ist. Neue Investitionen in Immobilien und außerbörsliche Unternehmensbeteiligungen haben dazu geführt, dass der East Capital Explorer Fund, der seit 2007 von Nasdaq Stockholm gelistet ist, einer der größten Anleger der Region ist.

Beeindruckend schnelle Erholung

Was sich heute geändert hat und das Baltikum zu einer noch attraktiveren Anlageregion macht, ist die Balance. Vor der Finanzkrise litten die Länder unter Außenhandelsungleichgewichten von über zehn Prozent. Die Finanzierung von Schulden war leicht und das Wirtschaftswachstum erreichte fast zehn Prozent. Die Finanzkrise traf die Region besonders stark, das Bruttoinlandsprodukt jedes Landes sank um 15 Prozent. Aber die wirtschaftliche Erholung war beeindruckend schnell. Die Außenbilanzungleichgewichte sind heute verschwunden, die Kreditvergabe läuft kontrollierter und das Wachstum ist nachhaltig, bei ungefähr drei Prozent. Im Baltikum beobachten wir zurzeit eine vielversprechende Mischung. Die Wirtschaft zeichnet sich aus durch Vorhersehbarkeit und Risiko eines entwickelten Marktes, kombiniert mit der Dynamik und den Wachstumsraten eines Entwicklungslandes.

Durch die Integration in EU, Nato und Währungsunion unterscheidet sich das Risikoprofil des Baltikums von dem seiner osteuropäischen Nachbarn, insbesondere für internationale Investoren. Ein Schlüsselfaktor ist die Abwesenheit von Währungsrisiken. Weiterhin ist das Investitionsklima gut, das Wachstum nachhaltig und getrieben sowohl von einer wachsenden Binnennachfrage als auch von Exporten. Die Wirtschaft der drei Länder hat sich als widerstandsfähig erwiesen. Neben der Erholung von der Finanzkrise sind die Exporte heute breiter diversifiziert, als Antwort auf russische Sanktionen und seinen wirtschaftlichen Abschwung. Die Risiken unterscheiden sich kaum von denen entwickelter Märkte. Ein Beispiel dafür sind Finanzierungsbedingungen. Wenn wir unsere Gewerbeimmobilien im Baltikum finanzieren wollen, nehmen wir Kredite zu den gleichen Konditionen wie in Schweden für unsere schwedischen Immobilien auf. Genauer gesagt sind unsere Kreditgeber sogar dieselben nordischen Dienstleister. Sie sind expandiert, über die Ostsee hinweg.




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