Eine weitere Baustelle für Peking

Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel

Mit der möglichen Gewalteskalation zur Beendigung der anhaltenden Proteste in Hongkong hat sich ein weiterer geopolitischer Belastungsfaktor für die internationalen Kapitalmärkte ergeben, der sogar Rückwirkungen auf den laufenden Handelsstreit zwischen den USA und China haben könnte. Die chinesische Regierung hat nun eine zweite große Baustelle zu bewältigen. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass einer der beiden Konflikte schnell durch ein Nachgeben Chinas gelöst werden könnte. Vielmehr dürfte der chinesische Staatspräsident Xi in Hongkong Härte und gegenüber US-Präsident Trump Hartnäckigkeit demonstrieren, um keinen Zweifel an seiner Zielstrebigkeit aufkommen zu lassen.

Die Perspektiven der Weltwirtschaft verschlechtern sich damit weiter. Vor diesem Hintergrund kommt der Veröffentlichung der Juli-Daten für die Industrieproduktion und der Einzelhandelsumsätze in China und den USA in dieser Woche eine besondere Bedeutung zu. So oder so dürften sichere Häfen wie Gold, der Schweizer Franken, der japanische Yen und Bundesanleihen, trotz Negativzinsen über das ganze Laufzeitenspektrum, vorerst gefragt bleiben. Für Aktien hingegen bleiben die Aussichten getrübt.




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