Geht den FAANG die Puste aus?

Die Aktienbewertungen von Technologiekonzernen wie Facebook oder Amazon scheinen zwar astronomisch hoch, aber sind im Vergleich zu den äquivalenten Bewertungen früherer Industrieriesen gerechtfertigt, argumentiert Neil Goddin, Head of Equity Quantitative Analysis bei Kames Capital.

Wir setzen nach wie vor auf die Aktien von Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google (FAANG), die 2018 ihre Gewinne weiter steigern und Aufwärtspotenzial bieten.

Obwohl die Kurse dieser Aktien in diesem Jahr ihren steilen Aufwärtstrend fortsetzen (und einige von ihnen könnten bald eine sagenhafte Marktkapitalisierung von 1 Billion US-Dollar erreicht haben) scheint angesichts der Entwicklung in der Vergangenheit das Ende der Messlatte noch nicht erreicht.

Ich habe im Rahmen eines Screening-Prozesses basierend auf der prognostizierten Performance eine Aktien-Rangliste erstellt. Meiner Meinung nach sind Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google auf dieser Rangliste allesamt vorgerückt.

Aktienbewertungen scheinen hoch zu sein

Die soliden Fundamentaldaten überzeugen, und die FAANG haben ihr Ranking dank eines bis dato soliden Gewinnwachstums in diesem Jahr verbessert.

Daher beurteile ich die FAANG solange optimistisch, bis Anzeichen für eine Verlangsamung des Wachstums sichtbar werden und die Aktien auf unserer Rangliste sich nach unten bewegen.

Ich räume ein, dass Skandale wie der um Cambridge Analytica die Skepsis angesichts der Macht von Technologieriesen unterstreichen und Anleger daher richtig handeln, wenn sie ihren Investment Case nach jahrelanger Outperformance auf den Prüfstand stellen.

Die Aktienbewertungen scheinen zwar mittlerweile astronomisch hoch (die Marktkapitalisierung von Apple beträgt derzeit 950 Milliarden US-Dollar, dicht gefolgt von Amazon mit 823 Milliarden US-Dollar und Alphabet (Mutterkonzern von Google mit 795 Milliarden US-Dollar), dennoch sind sie nach gemessen an den Giganten früherer Zeiten nicht überbewertet.

Marktkapitalisierung wird im Nominal-Dollar gemessen

Man vergleicht die Größe der aktuellen Mega Caps im Technologiesektor mit den sagenumwobenen Riesen von damals, und unsere nicht unbefangene Sichtweise sagt uns, dass diese Unternehmen doch zu groß geworden sind.

Wir messen die Marktkapitalisierung aber in Nominal-Dollar. Vergleicht man die Unternehmen teuerungsbereinigt in heutigen Dollar, ergibt sich ein völlig anderes Bild.

In der nachfolgenden Auflistung sind die Marktkapitalisierungen von Unternehmen um Inflation und Wertveränderungen des US-Dollars angepasst.

Die entsprechende aktuelle Marktkapitalisierung der Riesen von damals:

  • IBM 233 Milliarden US-Dollar im Jahr 1999 entsprechen heute 349 Milliarden US-Dollar.
  • Cisco 500 Milliarden US-Dollar im Jahr 1999 entsprechen heute 725 Milliarden US-Dollar.
  • General Electric erreichte 1999 einen Höchststand von 572 Milliarden US-Dollar, was heute inflationsbereinigt 800 Milliarden US-Dollar entspricht.
  • Die Dutch East India Company beschaffte sich im frühen 17. Jahrhundert Kapital im Wert von 78 Millionen niederländischen Gulden. Heute entspräche dies einem Wert von 7,4 Billionen US-Dollar.

Ich ergänze, dass bei den FAANG aufgrund ihrer relativen „Asset-light“-Modelle für jeden Dollar Wachstum weniger Kapital erforderlich ist und außerdem weniger Führungsebenen benötigt werden, was sich positiv auf ihr kollektives langfristiges Potenzial auswirkt.

Newcomer mit Eintrittsbarrieren

Meines Erachtens sind diese speziellen Eigenschaften Garant für weiteres konstantes, dynamisches Wachstum, und es wird noch einige Zeit dauern, bevor die Größe zum Problem wird.

Mit dem in das Wachstum ihrer Geschäftsaktivitäten investiertem Kapital haben diese Unternehmen Eintrittsbarrieren für Newcomer geschaffen, und daneben Plattformen errichtet, die ihnen Zugang in die künftigen Wachstumsbereiche verschaffen, angefangen von maschinellem Lernen, über Sprachsteuerung, autonomem Fahren bis hin zu anderen bahnbrechenden Anwendungen im Bereich Internet der Dinge. Unter dem Strich gibt es bei den FAANG quantitativ und fundamental nach wie vor zahlreiche Pluspunkte.




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