Globale Konjunktur entwickelt sich uneinheitlich

Die globale Konjunktur könnte sich 2019 je nach Region sehr unterschiedlich entwickeln. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa der Auflösung der Handelskonflikte, die Präsident Trump angezettelt hat.

Im kommenden Jahr wird sich das Wachstum der Weltwirtschaft wahrscheinlich verlangsamen und noch stärkere regionale Unterschiede werden zu Tage treten. Während die USA erneut der Treiber des globalen Konjunkturzyklus sein sollten, wird China weiter um seinen Platz im Rennen um die Führungsposition in der Welt kämpfen. Die anderen Länder werden wohl oder übel ihre Politik gegenüber den beiden Supermächten anpassen müssen.

Nach zwei Jahren einer weltweit lebhaften Konjunktur dürfte 2019 eine Verlangsamung einsetzen. Ab 2016 hatten alle Regionen eine Erholung ihres Wachstums verzeichnet, das sich ab 2017 festigte und synchron verlief. Kurz vor Beginn des neuen Jahres ist zu beobachten, dass 2018, von steigenden Risiken geprägt, den Übergang aller Regionen zum Reifestadium ihres Zyklus markierte.

2019 dürfte das Wachstum 3,5 Prozent erreichen und sich damit sowohl unter den in 2018 erzielten 3,7 Prozent, als auch unter den Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) von 3,7 Prozent ansiedeln. Alle Regionen werden an Schwung verlieren und zunehmend uneinheitliche Konjunkturentwicklungen verzeichnen. Verschiedene Faktoren könnten in mehreren Ländern die Wirtschaft aus der Bahn werfen. Dazu gehören größere Risiken von politischer Seite, eine unterschiedlich starke Binnennachfrage, eine Wende in den internationalen Handelsbeziehungen und eine straffere Geldpolitik.

Die Verlangsamung wird das Wachstum schrittweise auf seinen Potenzialwert bringen – der auf einem Anstieg der aktiven Bevölkerung und der Produktivitätsauslastung beruht, womit sich die Unterschiede zwischen den Ländern verstärken sollten. Seit 2016 übertraf die Wirtschaftstätigkeit in allen Regionen ihr Potenzial, sei es dank Stimulierungsmaßnahmen oder sei es dank einer Ankurbelung des Welthandels und günstiger Rohstoffpreise. Ein solches Tempo kann aber nur mithilfe entsprechender Maßnahmen und einer auf Hochtouren laufenden Wirtschaft beibehalten werden. Leider gingen die Investitionen und der Konsum außer in den USA überall zurück, während die Zweifel an der Globalisierung dem Welthandel den Wind aus den Segeln nahmen.

Noch sind die USA Konjunkturtreiber

Während die Verlangsamung alle Länder treffen sollte, dürfte sie in den USA weniger stark als in den anderen Industrieländern ausfallen und das Wachstum nach fast drei Prozent in diesem Jahr 2019 auf 2,5 Prozent sinken. Anhaltend niedrige Zinsen sollten dort zusammen mit der Reform der Unternehmenssteuern und Anreizen zur Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort die Investitionen und die Binnennachfrage begünstigen. Die Infrastrukturpläne, die Donald Trump zu Beginn seiner Präsidentschaft vorlegte, könnten 2019 wieder aktuell werden und über Ausgaben der öffentlichen Hand die Nachfrage beflügeln.

Seite zwei – Europa leider unter Handelskonflikt



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