Goldpreis vor Verdoppelung?

Lars-Henning Müller, Merck Finck Privatbankiers AG

Gold ist auf dem Weg zum Allzeithoch und könnte die bisherige Höchstmarke aus dem September 2011 in diesem Jahr noch übertreffen. Damals kostete eine Unze Feingold 1,873 US-Dollar. Der Kursanstieg wird jedoch weiterhin durch eine teilweise hohe Volatilität begleitet sein, so wie sie in den vergangenen Wochen bereits zu beobachten gewesen war. Auch langfristig gehen wir von einem weiter steigenden Goldpreis aus. Eine Verdoppelung gegenüber dem aktuellen Stand scheint durchaus möglich.

Die strukturellen, nachhaltigen Treiber des Goldpreises sind nach wie vor intakt:

1. Die anhaltend hohe, weltweite Verschuldung sowie die nachlassende Wirtschaftsdynamik zementieren niedrige Zinsen in allen entwickelten Ländern. Fallende Realzinsen sind ein ideales Umfeld für den Goldpreis, weil die Opportunitätskosten eines Goldinvestments sinken. Wir rechnen zudem mittelfristig mit anziehenden Inflationserwartungen, sobald die globale Wirtschaft nach Covid-19 wieder Fuß fasst.

2. Der Wunsch der Anleger nach einem sicheren Hafen wird die Nachfrage nach Gold auch zukünftig hochhalten. Mehr denn je zeigt sich Gold als Währung, die sich nicht ohne Weiteres durch Zentralbanken vermehren lässt. Auch vor diesem Hintergrund ist der jüngste Preisaufschwung zu sehen.

3. Viele Zentralbanken erhöhen ihre Goldallokation weiterhin systematisch und unterstützen so die Nachfrage.

4. Die Minenproduktion von Gold hat ihren Höhepunkt erreicht und wird bis auf Weiteres sukzessive abnehmen. Ersatz durch neue Minen ist eine langwierige Sache. Denn die Vorlaufzeiten für die Genehmigung, Planung und Inbetriebnahme neuer Minen betragen mehrere Jahre.

Gold gehört als strategischer Baustein in jedes breit aufgestellte Portfolio. In Krisenzeiten ist Gold noch immer eine gute Absicherung, und im Gegenteil zu Kryptowährungen auch als „sicherer Hafen“ erprobt. Zudem bietet Gold die Aussicht auf langfristig deutliche Kurssteigerungen. Es ist nach wie vor ein guter Zeitpunkt, um eine strategische Gold-Allokation aufzubauen, oder die nächste Preisschwäche hierfür zu nutzen.




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