Gutes Wachstum ist ganz einfach

Ähnlich wie Unternehmer können sich auch Investoren ethisch verhalten. Dabei gibt es nur wenige Grundsätze, die Investoren einhalten sollten, um nachhaltige Anlagechancen aus dem unübersichtlichen Angebot herauszufiltern.

Der Markt für nachhaltige Geldanlagen ist in Deutschland weiter gewachsen. Die Investitionen in die Segmente Investmentfonds und Mandate sowie Kunden- und Eigenanlagen betragen insgesamt laut dem Marktbericht „Nachhaltige Geldanlagen 2016“ des Forums Nachhaltige Geldanlagen 137 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Plus von sieben Prozent trotz rückläufiger Kurse im Jahresverlauf. Der Anteil des Segments Investmentfonds und Mandate mit einem Volumen von 65 Milliarden wuchs überproportional um mehr als 30 Prozent. Dennoch ist der Anteil der nachhaltigen Investments an dem gesamten Markt mit unter drei Prozent immer noch verschwindend gering. Ein Blick auf die Anlegertypen zeigt zudem, dass der Anteil der institutionellen Investoren auf ein Rekordniveau von 85 Prozent angestiegen ist, die Privatanleger also nur wenig in diesem Segment aktiv sind.

Der Markttrend zeigt also aufwärts, dennoch bleiben für viele potenzielle Anleger die Ziele meist im Dunkeln und vorhandenes Investitionspotenzial wird so verschenkt. Woran liegt das?

Beginnen wir mit der Frage, was Nachhaltigkeit in der Finanzbranche eigentlich bedeutet. Für den Begriff gibt es keine allgemeingültige Definition, er ist ausgesprochen unkonkret. Viele Marktteilnehmer verstehen auch nicht, wie genau sich eigentlich die nachhaltige Wirkung der grünen Investments entfaltet und stehen daher dem Segment misstrauisch gegenüber.

Mikrofinanzinstitutionen wie BRAC unterstützen überwiegend Frauen, wie hier in Bangladesh, mit geringen Beträgen, um ihnen zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit zu verhelfen. (Bildquelle: BRAC)

Anbieter, die einen nachhaltigen Fonds auflegen wollen, sind gut beraten, nicht länger den Versuch von „Definitionen“ zu wagen. Gefragt sind vielmehr möglichst konkrete Ziele und Maßnahmen für den jeweiligen Fonds. Denn sobald der gesellschaftliche Nutzen eines Produktes einfach, transparent und glaubwürdig erklärt wird, gibt es nicht nur ein steigendes Anlegerinteresse an derartigen Investitionen, sondern auch tatsächliche Investments.

Am Anfang sollte die Frage stehen, welche Ziele eine nachhaltige Geldanlage unterstützen kann. So inhomogen die verschiedenen Nachhaltigkeitskonzepte auch sein mögen, auf die folgenden drei Buchstaben konnte sich die Branche doch weltweit einigen: ESG, die englische Abkürzung für die drei Begriffe Umwelt, Soziales und Verantwortliche Unternehmensführung.

Die meisten Nachhaltigkeitskonzepte haben sich dem Ziel des Umweltschutzes verschrieben, das spätestens seit der Debatte um die globale Erderwärmung in aller Munde ist. Besonders wichtig ist hier der Schutz von Natur und Umwelt sowie die nachhaltige Nutzung der Naturgüter. Begriffe wie Öko oder Ecology gehören daher nicht selten zum Produktnamen, um zu verdeutlichen, dass Unternehmen im Fokus stehen, die den Umweltschutz fördern.




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