Verdrängen, um nicht verdrängt zu werden

Das Internet der Dinge ist in den letzten drei Jahren rasant gewachsen. Mit dieser Entwicklung ändert sich auch die industrielle Produktion grundlegend.

Wer nicht vorreitet, wird abgehängt. In einer Welt, in der der technische Fortschritt immer rasanter wird, ist diese Aussage nicht nur ein cleverer Tweet, sondern eine nüchterne Wettbewerbsrealität. In einer digitalen Welt wird jedes Unternehmen, jede Branche, jede Stadt und jedes Land ständig mit neuen Änderungen konfrontiert. Die jüngste Geschichte hat gezeigt, dass etablierte Größen sich nicht in Sicherheit wiegen dürfen; stattdessen drängen neue Gewinner nach vorn.

Nobelpreisträger und Ökonom Robert Solow zufolge beruht 85 Prozent des Wachstums moderner Volkswirtschaften auf einer gesteigerten Produktivität und Innovationskraft. Die Zeiten, in denen man die Produktionsfaktoren Kapital und Arbeit anhob, um mehr zu produzieren, sind vorbei. Neue Technologien sind nun treibende Kraft für Produktivität und wirtschaftliches Wachstum. Nach dem jahrzehntelangen steilen Wachstum der chinesischen Fertigungsindustrie ist nun zu erwarten, dass Nordamerika und Europa sich durch effiziente, technologiegetriebene Prozesse auf der Grundlage des Internets der Dinge (IoT) und der Industrie 4.0 ihren Wettbewerbsvorteil wieder zurückerobern.

Das digitale Zeitalter, das offiziell 2010 begann und wahrscheinlich bis 2030 andauern wird, wird die Bedeutung des Informationszeitalters (1990–2010) um das Fünf- bis Zehnfache übersteigen. Diese Meinung vertrat John Chambers, Chairman von Cisco, auf dem IoT World Forum im Dezember 2015 in Dubai. Prognosen zufolge soll der volkswirtschaftliche Nutzen des IoT-getriebenen digitalen Zeitalters in den nächsten zehn Jahren rund 19 Billionen US-Dollar erreichen; das entspricht der gesamten heutigen Wertschöpfung der US-amerikanischen Volkswirtschaft. Das digitale Zeitalter führt über den reinen Zugang zu Datenmengen hinaus, hin zur Steuerung und Vorhersage komplexer Entwicklungen. Die Fortschritte in der Software-Analyse und operativen Automatisierung werden einen erheblichen Beitrag zum Vorsprung der Digitalisierung leisten.

Vernetzung ist Megatrend

Zum Wendepunkt des digitalen Zeitalters kam es 2015. Ein guter Zeitpunkt also, um die IoT-Wachstumszahlen seit 2012 zu betrachten:

Heute sind rund 18,2 Milliarden Dinge mit dem Internet verbunden; damals waren es nur 8,7 Milliarden. Die Zahl der verkauften Sensoren hat sich verdreizehnfacht.

M2M-Verbindungen (Machine-to-Machine) sind von 2,6 Milliarden im Jahr 2012 auf 5,9 Milliarden gestiegen. Der IoT-Umsatz betrug 2012 noch 450 Milliarden US-Dollar, 2015 schon 779 Milliarden US-Dollar. Der M2M-Service-Umsatz hat sich von 66 Milliarden US-Dollar auf heute 122 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Der US-Dollar-Umsatz an vorausschauender Instandhaltung belief sich 2015 auf 1,4 Milliarden US-Dollar im Vergleich zu 400 Milliarden US-Dollar im Jahr 2012.




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