Investoren suchen Transparenz

„Transparenz, Transparenz, Transparenz“ statt „Lage, Lage, Lage“; nicht nur Investoren, auch die Immobilienbranche selbst profitiert von einer besseren Verfügbarkeit detaillierter Informationen.

Der Kapitalfluss in die Immobilienbranche ist im Laufe der letzten beiden Immobilienzyklen ungewöhnlich stark angestiegen. Im kommenden Zyklus könnten die Investitionen in Gewerbeimmobilien rund eine Billion US-Dollar erreichen, wobei institutionelle Anleger bedingt durch die Anpassung an den demografischen Wandel eine zunehmend große Rolle einnehmen. Inzwischen stammen rund 20 Prozent aller Direktinvestitionen in Gewerbeimmobilien von institutionellen Investoren wie Versicherungen, Renten- und Staatsfonds.

Da die Anleger nach Investitionsmöglichkeiten mit hoher Rendite suchen, ist der Anstieg institutioneller Kapitalanlagen im Immobiliengeschäft unabdingbar. Trotz unsicherer Zeiten und branchenweit erhöhter Preise scheint die grundsätzliche Nachfrage nach Immobiliarvermögen weiterhin anzuhalten. Die Transparenz des Sektors zu verbessern ist dabei wesentlich, denn die Branche leidet an einem Mangel an Investitionsmöglichkeiten.

Transparente Datenlage verbessert Investionsbedingungen

Je mehr Kapital in den Immobilienmarkt fließt, desto höher werden die Anforderungen der Investoren an die Verfügbarkeit von detaillierten Daten. Die Forderung nach genaueren Prüfungen geht dabei nicht nur von Anlegern aus – Unternehmen, die bestimmte Immobilien nutzen, internationale Organisationen, nationale Regierungen und Kommunen üben ebenfalls zunehmend Druck aus. Auch in der Politik wird die Transparenz des Immobiliensektors viel debattiert. Anfang 2016 erhöhten die Enthüllungen der Panama Papers den Druck zu mehr Offenheit – vor allem im Hinblick auf die Benennung des wirtschaftlich Berechtigten – und setzten die Korruptionsbekämpfung entschieden auf die internationale Agenda.

Dabei scheint es ein wachsendes Bewusstsein dafür zu geben, dass ein transparenter Immobilienmarkt einen wesentlichen Beitrag zu mehr Investitionen, Wohlstand und Inklusion leisten kann. Von mehr Durchsichtigkeit profitiert nicht nur der Investmentmarkt, sondern auch die Stadtplanung, Nachhaltigkeit und Sicherheit. Transparenz reicht vom Vorhandensein und der Nutzung von Performance-Benchmarks und der Verfügbarkeit von Marktdaten bis hin zur Struktur börsennotierter Vehikel und der Stärke regulatorischer und rechtlicher Regelwerke. Um informierte Entscheidungen zu treffen, sind möglichst viele granulare Daten erforderlich, insbesondere vor dem Hintergrund, dass immer mehr Kapital in die Branche fließt.

Nachdem das Immobiliengeschäft in Zukunft strenger kontrolliert wird, ist zu erwarten, dass die Märkte auf der ganzen Welt zunehmend mehr Informationen offenlegen werden. Der JLL-Index zur Transparenz im globalen Immobilienmarkt 2016 (Global Real Estate Transparency Index), der 109 Märkte umfasst, deutet darauf hin, dass in den meisten Ländern schon Fortschritte zu beobachten sind. Obwohl die Reformgeschwindigkeit stark variiert und es noch große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gibt, wird vielerorts doch aktiv daran gearbeitet, das operative Umfeld des Immobiliengeschäfts zu verbessern.




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