Auf der Seidenstraße

Kasachstan bietet mehr als nur rentable Rohstoffmärkte. Ein Blick auf die Banken des Landes zeigt neue Perspektiven.

Die reichhaltige Investitionslandschaft Kasachstans bietet eine Menge Potenzial, welches es zu untersuchen, zu diskutieren und zu analysieren gilt. Mit einiger Sicherheit sind es die natürlichen Ressourcen und Rohstoffe, die dem Beobachter reflexartig ins Gedächtnis kommen, wenn über Kasachstan und dessen Quelle des Reichtums gesprochen wird. 99 der 110 Elemente des Periodensystems werden hier abgebaut oder sind zu mindestens als abbaubare Reserven verfügbar. Diese Ressourcen dominieren den kasachischen Index KASE. Allein die Aktie des Kupferproduzenten Kaz Minerals konnte bis zu 24 Prozent des Gesamtindexes ausmachen, verdreifachte ihren Wert im Jahr 2016 und stellte gut über die Hälfte der Performance des Leitindexes. Aber auch ohne Kaz Minerals zeigte der KASE eine starke Performance über das vergangene Jahr hinweg.

Wenn der analytisch-kritische Blick der Investoren fernab von Rohstoffmärkten verharren sollte, dann scheint besonders der kasachische Finanzsektor mit weniger bekannten, aber umso erstaunlicheren Attributen einiger Aufmerksamkeit wert zu sein.

Erhebliche Summen von Auslandsvermögen sind während der Boom-Jahre bis 2008 nach Kasachstan geflossen. Bankiers rieben sich erwartungsvoll die Hände angesichts der verlockenden Anlagemöglichkeiten. Unmengen an Kapital wurde bereitgestellt, um attraktive Geschäftsimmobilien und Büros in Almaty und Astana aus dem Boden zu stampfen. Dann kam die Pleite an den Finanzmärkten. Die Finanzkrise resultierte aus einem nicht nachhaltigen Maß von toxischen Wertpapieren, unverhältnismäßigen Umschuldungen und Konsolidierungsversuchen des Banksektors. Dieser Krisenzustand war das Resultat einer Kulmination von systemischen, weit verbreiteten Überlastungen und dem Egotrip derselben Banker, die Kasachstan zuvor als das nächste „große Ding“ bewerteten.

Bild: Bahnhof der Stadt Aqtöbe: Von hier aus wird das Öl der Region über den Schienenweg transportiert. Bildquelle: Shutterstock.

 




Nachricht an die Redaktion

Hier können Sie uns einen Kommentar zu dem Artikel zukommen lassen.
Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

]

Bei unseren Lesern momentan beliebt