Keine Entwarnung für Folgen des Brexit

Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts

Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, warnt vor weiterer Unsicherheit – auch nach dem deutlichen Sieg der Konservativen bei den vorgezogenen Wahlen im Vereinigten Königreich.

„Das Kalkül von Boris Johnson, Brexit-Befürworter auf seine Seite zu bringen und die Sorge vieler Briten vor einem radikalen Linkskurs von Labour zu nutzen, ist aufgegangen. Es ist zu erwarten, dass es jetzt schnell zu einer Einigung über den Brexit kommt“, erklärt Fuest. Ökonomisch folge daraus, dass ein harter Brexit mit unkalkulierbaren Kosten zunächst abgewendet sei.

„Für Entwarnung ist es trotzdem zu früh. Es wird schwer, innerhalb der Übergangsfrist bis Ende 2020 ein Freihandelsabkommen zu vereinbaren“, ergänzt Fuest. Laut einer Studie des Forschungsnetzwerks EconPol Europe kostet die Unsicherheit um den Brexit das Vereinigte Königreich jedes Jahr fast 20 Milliarden Euro.

Fuest verweist auch auf die Situation in den Regionen Großbritanniens: „In Schottland bahnt sich ein zweites Referendum über die Unabhängigkeit an, das ebenfalls für Unsicherheit sorgen wird.“




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