Noch zu früh, um alle Risiken im Portfolio zurückzufahren

Esty Dwek, Head of Global Strategy bei der Dynamic Solutions Group von Natixis Investment Managers

Esty Dwek, Head of Global Strategy bei der Dynamic Solutions Group von Natixis Investment Managers, erwartet, dass sich die Aktienmärkte dank der Unterstützung durch die erwartete Zins­senkung in den USA und den Waffenstillstand im Handelskrieg noch eine Weile nach oben schrauben werden. „Aber für eine Fortsetzung der Rallye, wie wir sie bislang gesehen haben, braucht es ordentliche Unternehmensgewinne; schließlich drohen die Unsicherheit über den Handel und das globale Wachstum die Unternehmen zu belasten.

Zwar sind die Erwartungen an das Ertrags­wachstum bereits deutlich gesunken und negative Prognosen eingepreist; aber Risiken bleiben bestehen. Kurzfristige Korrekturen sind nach wie vor zu erwarten, wenn es neue Schlagzeilen rund um den Handelskrieg gibt. Insgesamt ist es vielleicht nicht die richtige Zeit, zu viel Risiko hinzuzufügen, aber gleichzeitig auch nicht, jedes Risiko aus den Portfolios herauszunehmen.

In Europa ist bereits so viel Negatives eingepreist, dass es für europäische Vermögenswerte leichter ist, positiv zu überraschen als in anderen Regionen. Dennoch bleiben die Anleger aufgrund der anhaltenden politischen Spannungen zurückhaltend. Mittelfristig erwarten wir, dass sich die US-Märkte aufgrund von Wachstums- und Ergebnissteigerungen besser entwickeln werden.

Auf der Rentenseite könnten Staatsanleihen trotz der Korrektur in den letzten Tagen immer noch ein zu negatives Szenario und zu viele Zinssenkungen einpreisen. In Europa notierten die deutschen Bundesanleihen kurzzeitig unter dem Einlagesatz der EZB und zogen Assets von über 13 Billionen Euro in den Bereich negativer Rendite. In den USA liegen die Renditen nun wieder über 2% und nähern sich 2,10%, könnten aber etwas mehr steigen, wenn sich eine Stabilisierung Wirtschaftsdaten einstellt oder die Fed in den kommenden Monaten nicht so schwungvoll agiert wie derzeit erwartet wird. Dennoch halten wir unsere Positionen in defensiveren Strategien als Schutz, da ein starker Renditeanstieg unwahrscheinlich erscheint.“




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