„Raum für positive Überraschungen“

Wer in Korea investiert, muss Volatilität in Kauf nehmen. Dafür bieten Wachstumssektoren wie die IT-Branche Renditechancen. Interview mit Mark Yoon, Advisor des Amundi Korea Fonds.

Können Sie uns die wichtigsten Argumente für eine Investition in Südkorea nennen?

Yoon: Verglichen mit allen asiatischen Regionen, Japan ausgenommen, ist Korea, bezogen auf Price-to-Earnings- und Price to Book-Verhältnisse nach China das günstigste Land. Der koreanische Markt wird von Chaebols – koreanisch für Konglomerat – dominiert und ist daher für Kleinanleger wenig einladend. Regierungsmaßnahmen, wie ansteigende Rückkäufe und Dividenden, die das Investitionsklima verbessern sollen, wurden jedoch gut angenommen und werden sich wohl auch in Zukunft fortsetzen. Momentan sind die Erwartungen auf Mehrjahres-Tiefständen, daher ist noch Raum für positive Überraschungen. Das Wachstum in Entwicklungsländern erholt sich und befeuert die Nachfrage nach Exporten. In der langen Frist sollten Anleger von ihrer Investition in ein sich schnell entwickelndes Land profitieren. Korea ist führend im Technologie- und Gesundheitssektor und setzt Reformen, wie die Restrukturierung alter Industrien, schnell durch, das erhöht die Transparenz für Anleger. Zudem zahlen die Konglomerate vergleichsweise hohe Renditen. Wer in Korea investiert, kann dank gut etablierter Unternehmen auch vom Wachstum in China und den asiatischen Volkswirtschaften im Süden und Südosten profitieren.

Welche Risiken sollten Investoren dabei bedenken?

Yoon: Wie auf allen anderen Märkten sollten Investoren Risiken, die mit Aktienmärkten verbunden sind wie Volatilität, Wechselkursrisiken und politische Risiken, nicht außer Acht lassen. Spezifisch für Korea ist die hohe Abhängigkeit von ihren Exportmärkten USA, Europa und China.

Wer sollte in Korea investieren und wem würden Sie davon abraten?

Yoon: Korea ist besonders für Investoren attraktiv, die das Exposure zu einem der Hauptexporteure weit oben in der Wertschöpfungskette suchen, der aktiv in der IT-Branche, in der Batterietechnologie, im pharmazeutischen Sektor sowie in der Kosmetikindustrie ist. Der koreanische Markt ist allerdings äußerst volatil, und daher ungeeignet für sicherheitsorientierte Investoren.




Nachricht an die Redaktion

Hier können Sie uns einen Kommentar zu dem Artikel zukommen lassen.
Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

Bitte lasse dieses Feld leer.]

Bei unseren Lesern momentan beliebt