Streben nach Wachstum und Inflation

Seine Geldpolitik hat den japanischen Premierminister Shinzo Abe weltweit bekannt gemacht. Kann Abenomics das
Wirtschaftswachstum ankurbeln?

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, Japan, erlebt eine beispiellose politische Verschiebung – mit dem Ziel, die fast zwei Jahrzehnte andauernde Wachstumsschwäche und Deflation zu durchbrechen. Der Erfolg oder das Scheitern der neuen Strategie wird sich deutlich in den Aussichten für die Weltwirtschaft niederschlagen.

Um zu verstehen, warum diese politische Verschiebung notwendig war, muss man wissen, wie es zu der derzeitigen wirtschaftlichen Lage in Japan kam. Man muss die Entstehungsgeschichte, die Art und das Ausmaß der heutigen Schwierigkeiten kennen. Die frühen Phasen des Verlusts wirtschaftlicher Dynamik begannen in den 1970er-Jahren, als sich die Wirtschaft nach einer längeren Periode starken Wachstums, gestützt auf die schnelle und erfolgreiche Adaption importierter Technologien, wieder moderater entwickelte. Gegen Ende der 1980er-Jahre erlebte Japan dann wieder einen starken Wachstumsschub, der teilweise der lockeren Geldpolitik geschuldet war. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs zwischen 1987 und 1990 im Durchschnitt um 5,5 Prozent.

Verlorenes Jahrzehnt

Das neuerliche schnelle Wachstum in den späten 1980er- Jahren beflügelte unrealistische Erwartungen einer nachhaltig starken wirtschaftlichen Expansion. In Kombination mit einer lockeren Geldpolitik war dies der Beginn einer massiven Preisblase bei Aktien und Immobilien. Als die Blase platzte, brachen Aktienkurse und Grundstückspreise ein. Für Japan begann eine Phase, die heute häufig als „verlorenes Jahrzehnt“ bezeichnet wird.

Ende 2012 leitete der japanische Premierminister Shinzo Abe einen Paradigmenwechsel in der Wirtschaftspolitik ein. Diese Politik wird, von seinem Nachnamen abgeleitet, häufig „Abenomics” genannt. Sie hat sich auf die Fahne geschrieben, das Problem des seit Jahrzehnten festgefahrenen langsamen Wachstums und der Deflation anzugehen. Den politischen Kurs Abes kann man in drei „Pfeile” gliedern.




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