Privates Geld und der Staat können es schaffen

Wasserknappheit betrifft auch die reichsten Volkswirtschaften der Welt; ein Grund mehr, in die Wasser-Infrastruktur zu investieren. Wie es geht, zeigt das Beispiel Manila.

Die Behauptung, dass Wasser ein knappes Gut sei, ist keineswegs gewagt und betrifft nicht nur Schwellenländer oder Länder der Dritten Welt. Selbst die USA und Europa bekommen mittlerweile das Ungleichgewicht zwischen verfügbarem Wasser und der stetig wachsenden Nachfrage zu spüren, etwa während der Trockenperiode in Kalifornien im vergangenen Jahr, welche die Regierung dazu zwang, der Bevölkerung Sparmaßnahmen aufzuerlegen. Oder an den Trinkwasserskandal in der Stadt Flint im Nordosten der USA, welcher Anfangs 2016 für Aufsehen sorgte. Das stark mit Schadstoffen belastete Wasser des Flint River wurde nur unzureichend aufbereitet, was dazu führte, dass Blei aus alten bleihaltigen Rohren in das Trinkwasser gelangte. Viele Experten sind sich einig, dass Wasserknappheit oft ein Problem der fehlenden Infrastruktur ist und nicht ein Problem der grundsätzlichen Verfügbarkeit. Wir verlieren schlicht eine zu große Menge des Rohstoffes aufgrund mangelhafter Infrastruktur.

Der Verlust von Wasser wird unter dem Begriff „non-revenue water“ (NRW) zusammengefasst. Per Definition handelt es sich bei NRW um die Differenz zwischen der Menge Wasser, welche in ein System eingespeist wird, und jener Menge Wasser, welche an Kunden verrechnet wird.

Im weltweiten Durchschnitt liegt die NRW-Quote bei etwa 30 Prozent. Für Wasserverlust gibt es zwei Gründe: der Verlust von Wasser ist entweder physisch oder ökonomisch.

Hauptproblem veraltete Infrastruktur

Physische Verluste von Wasser treten entlang des gesamten Distributionssystems auf. Rohrbrüche gibt es natürlich, und sie verursachen hohe Schäden. Im Vergleich zu kleinen Lecks, welche lange unentdeckt bleiben, sind die großen Vorfälle jedoch marginal. Rund 90 Prozent des Wassers, welches in lecken Leitungen verlorengeht, kann an der Oberfläche nicht ausgemacht werden – diese undichten Stellen bleiben oft über Jahre und Jahrzehnte unentdeckt. Um physische Verluste eindämmen zu können, gibt es vier Möglichkeiten: Erstens die aktive Überwachung von Leitungen, im Gegensatz zur passiven Überwachung, bei welcher nur repariert wird, was sichtlich beschädigt ist. Ein Team von Inspekteuren kann beispielsweise über akustische Aufzeichnungen lecke Stellen orten. Zweitens müssen lokalisierte Lecks sofort behoben werden. Drittens müssen die Leitungen langfristig saniert oder gar komplett erneuert werden. Viertens muss der Druck im System überwacht und reguliert werden. Druckverhältnisse und Leckrate stehen in einem direkten Zusammenhang. Je höher der Druck, desto größer ist das Volumen an versickertem Wasser.

Ökonomische Verluste von Wasser sind im Umfang meist geringer, aber nicht zu vernachlässigen. Die wichtigsten Elemente sind mangelhafte Wasserzähler, Fehler in Datenverarbeitung und Abrechnung sowie illegale Anschlüsse und der Diebstahl von Wasser.




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