Water and Climate Change: UN-Weltwassertag und Ökoworld-Wasserpreis 2020

Torsten Müller, Vorstand der Ökoworld AG

Eine Betrachtung zum Weltwassertag 2020 von Torsten Müller, Vorstand der Ökoworld AG.

Seit Apollo 8 am 24. Dezember 1968 als erste Weltraumkapsel den Mond umrundete, haben sich das Bild und die Vorstellung der Menschheit von unserem Heimatplaneten entscheidend verändert. Eine Farbfilm-Kamera an Bord von Apollo 8 lieferte uns den Beweis, dass sich unser Heimatplanet inmitten eines schwarzen Hintergrundes in einem leuchtenden Blau präsentiert. Seitdem ist vom Blauen Planeten die Rede.

Water and Climate Change: Der Weltwassertag am 22. März 2020

Ein guter Anlass für die wasserbezogene Öffentlichkeitsarbeit ist der Weltwassertag am 22. März, zu dem die Vereinten Nationen alljährlich aufrufen. Der Weltwasserstag 2020 steht unter dem Motto „Water and Climate Change“. Wasser ist das kostbarste Gut auf der Erde. Es ist durch nichts zu ersetzen – und es ist knapp. In vielen Regionen der Erde sind die Menschen von akutem Wassermangel bedroht. Ein sehr großer Teil aller Krankheiten in armen Ländern gehen auf verschmutztes Trinkwasser zurück. Um auf diese Situation aufmerksam zu machen, wird seit 1993 jedes Jahr der internationale Weltwassertag begangen.

In der 66. Generalversammlung der Vereinten Nationen wurde im Dezember 2016 die Ausrufung der UN-Wasserdekade vom 22. März 2018 bis zum März 2028 beschlossen, die im Wesentlichen zwei Ziele verfolgt:

  • Verbesserung der Wissensverbreitung zum Thema Wasser und Gewässerschutz, einschließlich Informationen zu wasserbezogenen SDGs (Sustainable Development Goals);
  • Stärkung der Kommunikationsmaßnahmen zur Umsetzung der wasserbezogenen Ziele.

Wir alle sind abhängig von Wasser, sei es zum Trinken, Duschen, die Toilettenspülung oder Kochen. Für den Genuss einer Tasse Kaffee werden 140 Liter Wasser benötigt, wenn man das im Anbau, bei der Röstung, bei der Verschiffung und der Zubereitung verwendete Wasser dazu rechnet. Rund 121 Liter des kostbaren Gutes verbraucht jeder von uns pro Tag. 4.000 Liter sind es, wenn man den Wasserverbrauch bei der Produktion von Lebensmitteln mitberechnet. Bereits heute geht der Wasserverbrauch in vielen Regionen über den nachhaltigen Trinkwasserzufluss.

Laut Expertenmeinung ist diese Tendenz steigend. Die einzige Möglichkeit, eine Trendwende zu bewirken, ist, unser kostbares Wasser effizienter zu nutzen und somit auch unser Abwasser nicht „wegzuwerfen“, sondern weltweit ausreichend zu klären und wiederzuverwenden.

Der Bedarf an Wasser steigt global überproportional – Klimawandel provoziert Dürre

Mit anhaltendem Wirtschaftswachstum und zunehmender Weltbevölkerung steigt der Bedarf überproportional. Dazu kommt der Einfluss des Klimawandels, der in ohnehin trockenen Gebieten zu noch weniger Niederschlägen führt. Es braucht also Lösungsansätze. Zwar werden immer wieder Stimmen laut, die fordern, Wasser zu einem Allgemeingut zu machen – davon hält ÖKOWORLD aber wenig. Denn Wasser als Allgemeingut erzeugt deutlich geringere Anreize für wassersparendes und umweltschonendes Verhalten. In vielen Ländern ist das kostbare Nass zudem zu billig, sein Preis spiegelt nicht seinen wahren Wert wieder. Gerade in den Industrieländern darf es kein Recht auf kostenloses Wasser geben, da dies sonst den verschwenderischen Umgang fördert.

Unser Ökoworld Water for Life meidet Wasserversorger, die keiner Regulierung unterliegen und Menschen von der Versorgung ausschließen können oder Konzerne, die strategisch in Wasserressourcen investieren.

Natürlich ist es für die Anleger schwer nachvollziehbar, ob alle im Fonds enthaltenen Firmen auch wirklich einen ökologischen Umgang mit Wasser pflegen. In dieser Hinsicht bietet der Ökoworld Water for Life eine echte Alternative. Bei uns ist die Fachabteilung „Nachhaltigkeitsresearch“ vorgelagert. Dort werden jene Firmen, in die unser Fondsmanagement investieren möchte, auf die Verträglichkeit mit unseren Anlagerichtlinien geprüft, und die Unternehmen aussortiert, die unserem Kriterienfilter nicht standhalten. Das ist der getrennte Investmentprozess.

Im zweiten Schritt investiert unser Fondsmanagement in die Unternehmen, die ein Teil der Lösung des Wasserproblems sein können, fundamental attraktiv aussehen und nach der mehrstufigen Finanzanalyse eine Wachstumsstory bieten.

„Blaues Gold“: Investieren mit gutem Gewissen

Zu den Positivkriterien gehören in unserem Wasserfonds Ökoworld Water for Life der schonende Umgang mit der Ressource Wasser bzw. der Schutz natürlicher Wasserreservoirs. Hierzu zählen zum Beispiel auch Unternehmen aus den Bereichen grundwasserschützendes Recycling von Industriemetallen, chemischen Abfällen oder Krankenhausabfällen. Grundsätzlich in Frage kommen auch Unternehmen, die sich um den Schutz des Grundwassers vor Schadstoffeintrag verdient machen, um die wassereffiziente Lebensmittelproduktion oder die umwelt- und wasserschonende Elektronikproduktion. Dadurch ist unser Wasser-Fonds breit aufgestellt und verfügt über gute Möglichkeiten der Branchendiversifikation. Das Thema Wasser spielt übrigens auch in den anderen Ökoworld-Fonds eine wichtige Rolle. Und natürlich auch in unseren Rentenversicherungsprodukten Versilife, Versirente und Versilife Garant. Unsere Kundinnen und Kunden können somit „Gewinn mit Sinn“ auch hier aktiv erleben.

70 Prozent globaler Wasserverbrauch für Landwirtschaft

Etwa 70% des weltweiten Wasserverbrauchs entfallen auf die Landwirtschaft. Die konventionelle Landwirtschaft einschließlich der Massentierhaltung und der dafür benötigten Futtermittelproduktion sind gigantische Wasserschlucker. Zur Gewinnung eines Kilogramms Rindfleisch können somit durch die Fütterung von Mais und Soja leicht über 10.000 Liter Wasser benötigt werden. Darüber hinaus belastet der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln die Oberflächengewässer. Eine ökologische Landwirtschaft, verbunden mit veränderten Ernährungsgewohnheiten, hilft, die insgesamt mit der Herstellung der Nahrungsmittel verbundenen Treibhausgase sowie den Wasserverbrauch zu reduzieren.

Wird weniger Fleisch gegessen, so reduzieren sich die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – einschließlich der reduzierten Düngemittelproduktion (für den Anbau der Futtermittel Soja und Mais) und der entfallenden Massentierhaltung.

Über 70% der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt – aber nur 0,3% davon sind Trinkwasser. Und dieses Trinkwasser ist für uns überlebenswichtig. Zwar verfügen wir in den Industrieländern über technische Möglichkeiten, das Wasser mit hohem Energieaufwand zu klären und aufzubereiten, das darf uns aber nicht von einem sorgsamen Umgang mit dieser begrenzt verfügbaren Ressource abbringen.

Ökoworld investiert daher in Unternehmen, die für einen sorgsamen und verantwortungsvollen Umgang mit Wasser stehen. Sei es als Hersteller von Komponenten für die Wasserinfrastruktur, als staatlich regulierte Wasserversorger oder als Abwasserentsorger. Dabei nimmt die Abwasserentsorgung einen ebenso wichtigen Stellenwert ein wie die Versorgung mit Frischwasser. Die in den Abwässern enthaltenen Schadstoffe richten in den Flüssen, Seen und Meeren sowie im Grundwasser großen Schaden an und gefährden die Wasserversorgung. Regulierte Versorger können die Preise nicht willkürlich festsetzen und sind zum Anschluss der Haushalte an die Wasserversorgung verpflichtet. Regulierte Versorger wie American Water, Severn Trent oder die brasilianische Companhia de Saneamento Basico do Estado de Sao Paulo sind daher Teil des Anlageuniversums.

Ein klares Nein… und nochmal Nein!

Wie bereits erwähnt – Ökoworld investiert nicht in kontroverse Unternehmen, die als Wasserversorger keiner Regulierung unterliegen und damit Menschen von der Versorgung ausschließen können. Ebenso investiert Ökoworld nicht in Unternehmen, die strategisch in Wasserressourcen investieren.

Wir fördern! Mit dem Umweltpreis Ökoworld for Future 

Der Ökoworld for Future | Wasserpreis 2020 richtet sich an VisionärInnen und VordenkerInnen im Bereich Wasser | Abwasser. Gefördert werden beispielsweise die Implementierung innovativer Technologien, nachhaltiger Projekte oder Engagement für Bildung und Öffentlichkeitsarbeit rund um das Thema Nachhaltigkeit im Bereich Wasser | Abwasser. Auch Produkte und (IT-) Dienstleistungen sind willkommen, wenn diese den Fachbereich Wasser | Abwasser tatkräftig und sinnvoll unterstützen.

Der Preis richtet sich an Start-Ups, KMUs, ForscherInnen, Studierende, Initiativen, Gruppen, Vereine und ähnliche.

Dotierung in drei Kategorien zwischen 10.000,- Euro und 25.000,- Euro

Hauptpreis Wasser-Visionärin | Wasser-Visionär 25.000,- Euro.

Publikumspreis Wasser-Wegweiserin | Wasser-Wegweiser 15.000,- Euro.

Förderpreis Blaue Heldin | Blauer Held 10.000,- Euro.

Zusätzlich erwartet die Preisträger eine öffentlichkeitswirksame Verleihung und mediale Aufmerksamkeit.

Die Vergabe der Preise erfolgt am 17. September 2020 in Düsseldorf durch eine unabhängige Fachjury, die aus drei JurorInnen besteht, die folgende Kompetenzfelder abdecken: Wissenschaft und Forschung, Praxis | Anwendung sowie Umweltjournalismus.

Die Bewerbungsfrist für den Ökoworld for Future | Wasserpreis 2020 endet am 24. April 2020.

Weiterführende Informationen finden Sie unter www.oekoworld.com/wasserpreis.




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