Verhandlungen um Mindestlohn am Bau gestartet

WIESBADEN (dpa-AFX) – Höhere Branchenmindestlöhne am Bau, gleiche Regelungen für qualifizierte Facharbeiter in Ost- und Westdeutschland: Bei den Tarifverhandlungen für die rund 800 000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe fordert die IG BAU deutliche Lohnzuwächse. Angesichts des Immobilienbooms erwarte man eine „kräftige Anhebung“, erklärte die Gewerkschaft zum Start der Tarifverhandlungen in Wiesbaden am Freitag. Eine konkrete Forderung formulierte sie nicht. Verhandlungspartner sind der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), die zunächst kein Statement abgaben.

Laut der IG BAU wird etwa jeder fünfte Bauarbeiter in Deutschland nach dem branchenspezifischen Mindestlohn bezahlt. Viele bekommen in ihren Betrieben aber mehr Geld. Mit normalen Lohntarifverhandlungen hat er nichts zu tun. Ziel sei es, für tarifungebundene Firmen eine Untergrenze zu ziehen und Lohndumping einzuschränken, sagte IG-BAU-Verhandlungsführer Dietmar Schäfers.

Derzeit gilt im Bauhauptgewerbe ein bundesweiter Branchenmindestlohn von 12,20 Euro je Stunde. Für qualifizierte Facharbeiter im Westen haben Arbeitgeber und Gewerkschaften zudem eine höhere Mindestvergütung von 15,20 Euro vereinbart – diese Stufe fehlt in Ostdeutschland. Die IG BAU will sie nun auch dort verankern. „Es ist an der Zeit, die Regelung auch in Ostdeutschland einzuführen“, sagte Schäfers. Die Arbeitgeber haben sich dazu laut HDB noch nicht positioniert. Die Stundenlöhne in den tarifgebundenen Betrieben beginnen bei 13,77 Euro im Osten und 16,54 Euro im Westen.


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