Kursrutsch bietet Chancen

Die Kurse vieler Kryptowährungen sind nach unten gesackt, einige dürfte es bald schon nicht mehr geben. Dadurch bekommt der Markt die Chance, sich zu professionalisieren und eine neue Zielgruppe zu erschließen.

Der Kursrutsch bei Kryptowährungen hat viele Anleger verängstigt, auch wenn sich die Kurse in den vergangenen Tagen wieder leicht erholt haben. Werden Bitcoin und Konsorten wieder abstürzen, und auf null sacken? Hat sich das mit der Alternative zu den staatlichen Währungen erledigt? Bitcoin kosten mittlerweile nur noch um die 4.000 US-Dollar, auch andere Kryptos sacken durch. Es ist durchaus möglich, dass die Währungen noch einmal weiter fallen. Das aber wird zu einer sehr positiven Entwicklung führen.

Ende der Hausse – Gelegenheit für Institutionelle

Denn noch bis vor kurzem war der Markt doch eher ein Ort für Romantiker. Die gesamte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen war nicht einmal so groß wie der Börsenwert einer Firma wie Apple. Der Markt war eher von Zufalls-Investoren geprägt als von Profis. Nach dem Kursrutsch könnten jetzt aber professionellere Investoren einsteigen – bis hin zu institutionellen Anlegern wie Banken, Versicherungen oder auch Pensionskassen. Während die erste Welle des Bitcoin-Hypes von technikbegeisterten Menschen getragen wurde, kommt es jetzt oder in naher Zukunft zu einer Bereinigung und Professionalisierung.

Für viele der frühen Einsteiger war der Bitcoin nicht so sehr eine Anlageklasse, sondern ein Lebensgefühl. Bitcoin hieß digitale Unabhängigkeit, Transparenz, war das Versprechen von Freiheit und Abenteuer. Und natürlich sind all diese Dinge auch weiterhin mit Kryptowährungen untrennbar verbunden. Letztendlich schwang bei vielen die Idee einer neuen, von Staaten und Notenbanken unabhängigen Wirtschaftsform mit. Romantisch vielleicht, aber begeisternd und zukunftsgerichtet. Eines aber war damit nie verbunden: professionelles Investment. Es ging eher im Gegenteil darum, an den bestehenden Mittlern vorbei zu agieren, das Establishment auszubooten. Die Blockchain als Technologie dahinter macht das möglich.

Handel mit Kryptowährungen oft unsicher und unreguliert

Deshalb hatten auch dubiose Handelsplattformen mit Domizilen in Steuerparadiesen oder intransparenten Staaten die Chance, einen Großteil des Marktes zu bestimmen. Noch heute läuft der Handel mit Kryptowährungen oft unreguliert und tendenziell unsicher ab. Noch gibt es kaum professionelle Market Maker, die Kurse stellen und regulierend eingreifen könnten. Kein gutes Umfeld also für institutionelle Investoren, deren Risikomanagement hier schon bei den Rahmenbedingungen rot blinkt und alle weiteren Transaktionen stoppt.

Der Kursrutsch gibt den Skeptikern recht. Mit relativ geringen Umsätzen ließen sich Kurse in die Höhe treiben, die Intransparenz des Marktes und die Begeisterungsfähigkeit der frühen Nutzer sorgten für den Hype, der den Bitcoin-Kurs auf bis zu 20.000 US-Dollar trieb. Jetzt geht die Romantik aus dem Markt – und mit ihr ein Teil des Geldes. Aber nur der schwache Teil geht. Das starke Geld kommt erst jetzt hinein.

Institutionelle warten auf richtigen Zeitpunkt

Institutionelle Investoren steigen niemals ein, wenn es teuer ist. Sie warten, bis sie die Ware zu einem günstigeren Preis bekommen können. Das ist bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen jetzt irgendwann der Fall. Wenn sich ein Boden bildet und die Kurse wieder etwas stabiler scheinen, werden die großen Investoren einsteigen. Diese haben schon lange das Potenzial erkannt, das in dieser neuen Anlageklasse steckt. Kein Wunder, dass Branchenriesen wie etwa Fidelity sich intensiv mit dem Thema beschäftigen und dazu Services anbieten.

Der Kursrutsch könnte also der Auftakt sein zu einem neuen Leben der Kryptowährungen. Es wird wohl nicht mehr alle geben, viele der kleinen, mehr oder weniger nur aus Spaß oder Geldgier ausgegebenen Währungen werden endgültig scheitern. Die großen aber werden sich als feste Größe in der Geldanlage etablieren. Die regulatorischen Voraussetzungen werden gerade an immer mehr Stellen weltweit geschaffen. Auch der Handel mit den Kryptos wird sich von den schwierig zu kontrollierenden Plattformen in dubiosen Domizilen in Staaten mit Rechtssicherheit verlagern. Insofern ist der derzeitige Kursrutsch eine heilsame Erfahrung – und bietet den starken Investoren gute Chancen, dauerhaft Geld zu verdienen.




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