Alles dreht sich um die Fed

Die US-Notenbank hat in den USA derzeit die Aufmerksamkeit aller, doch nicht jedem gefällt ihre Politik – Präsident Trump etwa glaubt, sie würde das Wirtschaftswachstum des Landes behindern.

Die US-Notenbank (Federal Reserve, Fed) stand in der vergangenen Woche im Zentrum der Aufmerksamkeit. Das lag daran, dass US-Präsident Donald Trump sie kritisierte, dass sie die Protokolle ihrer letzten Sitzung veröffentlichte und dass das Symposiums von Jackson Hole statt fand – dessen Höhepunkt die Rede des Fed-Vorsitzenden war.

Zentralbank raube USA „wichtigen Wettbewerbsvorteil“

Donald Trump rügte die US-Institution erneut und kritisierte die jüngsten Entscheidungen ihres Vorsitzenden Jerome Powell: Trump erklärte, nicht mit der Fortsetzung der geldpolitischen Normalisierung gerechnet zu haben und die jüngsten Zinsanhebungen zu bedauern. Mit diesen Angriffen setzt er die Kritik aus früheren Aussagen fort, in denen er der Zentralbank vorwarf, den USA „einen wichtigen Wettbewerbsvorteil“ zu nehmen. Dem Vorwurf des US-Präsidenten entgegnete der Vorsitzende der regionalen Fed von Dallas indirekt mit einer am vergangenen Dienstag veröffentlichten Studie. Darin verwies er darauf, dass die Fed erst dann Zinsanhebungen aussetzen könne, wenn die kurzfristigen Zinssätze ein neutrales Niveau erreichen – das die Konjunktur weder bremst noch ankurbelt – und dass dies noch drei bis vier weitere Anhebungen erfordere.

Weitere Zinsanhebung im September

Diese Botschaft wurde durch das am Mittwoch veröffentlichte Protokoll der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses bestätigt. Der von den Fed-Mitgliedern in ihren Diskussionen angeschlagene Ton untermauert das Szenario einer bevorstehenden weiteren Zinsanhebung, vermutlich nach der September-Sitzung. Die Gouverneure betonten die Robustheit des Arbeitsmarktes sowie die hohen Wohnungsausgaben und Unternehmensinvestitionen. Überdies machten sie deutlich, dass die neuesten Konjunkturdaten ihren Erwartungen entsprachen und dass sich insbesondere die Lohninflation kaum beschleunige.

Der letzte Punkt verhindert unter anderem auch, dass der klassische Zusammenhang zwischen Sättigung des Arbeitsmarktes und dem Auftreten einer Lohninflation zu beobachten ist. Entsprechend stand dieses Thema auf der Konferenz von Jackson Hole, die dem Thema „Changing Market Structure and Implications for Monetary Policy“ gewidmet war, im Zentrum des Interesses. Der Begriff „Market“ war dabei weit gefasst, so dass auch der Handelskrieg und allgemein das Risiko von Protektionismus und dessen Auswirkungen auf die „Märkte“ für Waren erörtert werden konnten. Die mit Spannung erwartete Rede von Jerome Powell wurde eher als zurückhaltend bewertet.




Nachricht an die Redaktion

Hier können Sie uns einen Kommentar zu dem Artikel zukommen lassen.
Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

]

Bei unseren Lesern momentan beliebt