Alles halb so schlimm?

Wenn es um den Brexit geht, kann man es nur mit Sokrates halten und sich eingestehen, dass man nicht weiß, wie es weitergehen wird. Je nach Szenario kann der Brexit aber gravierende Folgen für Investoren haben.

Man hat es kommen sehen und doch gab es noch ein Hoffen, dass der ausgehandelte Brexit-Deal zwischen der Britischen Regierung und der EU vom Britischen Parlament verabschiedet werden würde. Dies war nicht der Fall. Nun wissen weder Investoren, noch die Bevölkerung dies und jenseits des Kanals, was die Britische Regierung eigentlich will.

Zwar hat Großbritannien die Europäische Union am 23. Juni 2016 nicht verlassen und es wurde lediglich dafür gestimmt, diesen Prozess in Gang zu setzen. Doch was in den zweieinhalb Jahren danach folgte, bewegte sich zwischen Drama und Komödie. Vage Verhandlungspositionen, Ungereimtheiten und Unzulänglichkeiten auf Seiten Großbritanniens und ein immer wieder kehrendes „ja, aber“ brachten in den meisten Fällen die EU-Verhandlungsführer an den Rand der Verzweiflung.

Britische Regierung geht Brexit planlos an

Dieses „ja, aber“ ist immer noch eine Manifestation der Planlosigkeit in der britischen Regierung, aber auch der Unsicherheit – für die Bevölkerung in Großbritannien, die dort lebenden EU-Bürger und Briten auf dem Festland, für die Unternehmen, die bis heute nicht wissen, wie beziehungsweise auf welches Szenario sie sich vorbereiten müssen und für Investoren, die versuchen ihre langfristigen Anlagepläne zu adjustieren.

Von Vorneherein war allen Beteiligten klar, dass der Versuch Großbritanniens als erstes Land die Europäische Union zu verlassen kein einfacher sein würde.

Die Brexit-Befürworter jenseits des Ärmelkanals mit ihrer Forderung nach einem sauberen und klaren Bruch, notfalls auch ohne geregelten Vertrag und auf der anderen Seite die Europäische Union, die die Scheidung schmerzhaft machen musste, um einen Präzedenzfall eines „einfachen“ Ausschieds aus der Union zu verhindern.

Fünf mögliche, aber unwahrscheinliche Szenarien

Selbst vor der Abstimmung im Januar gab es mindestens fünf Szenarien, je nachdem wer gefragt wurde. Allen gemein war, dass keins von ihnen hinreichend wahrscheinlich war und sich somit Unternehmen und Investoren quasi sowohl auf einen Verbleib in der EU, einen Soft Brexit, einen Hard Brexit, einem chaotischen Brexit, Neuwahlen oder einem neuen Referendum vorbereiten mussten.

Diese Unsicherheit in Bezug auf den endgültigen Austritt Großbritanniens aus der EU hat nicht nur in der britischen Bevölkerung tiefe Spuren hinterlassen. Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht sind die Auswirkungen des Brexit-Referendums sichtbar.

Seite zwei – Pfund verliert, Großbritannien behält Vormachtstellung



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