Asiens Rentenmärkte zeigen Stärke

Asiatische Anleihen waren zuletzt trotz einiger negativer Einflüsse gefragt. Dies liegt auch an der politischen Stabilisierung in China, die sicherlich nicht wenige Investoren beruhigt hat.

Die Benchmark JACI (JP Morgan Asia Credit Index) verlor zu einem Zeitpunkt nahezu 1,0 Prozent, als der Markt den Terminplan für die Zinserhöhungen in den USA verdaute, der für dieses Jahr nun drei statt zwei Zinsschritte vorsieht. Allerdings gelang es dem JACI, sich irgendwie durch die Volatilität im Zusammenhang mit der Sitzung des Offenmarktausschusses und der bemerkenswerten Angebots-Pipeline (35,5 Milliarden US-Dollar in nur einem Monat) hindurch zu schlagen, denn mit einer Rendite von 0,24 Prozent beendete er seinen dritten positiven Monat in Folge. Die Rendite des JACI seit Jahresbeginn beläuft sich auf positive 2,56 Prozent, was etwa 44 Prozent des Werts für das komplette Jahr 2016 entspricht.

2017 bisher ohne Kapitalabflüsse

Den März über konnten wir weiterhin erhebliche Kapitalzuflüsse in Schwellenländer beobachten. Die kumulierten Kapitalzuflüsse in Hartwährung erreichten mit etwa 11 Milliarden US-Dollar seit Jahresanfang den höchsten Quartalswert, der in der Geschichte jemals verzeichnet wurde. Noch wichtiger aber ist, dass es in diesem Jahr bislang keine einzige Woche mit Kapitalabflüssen gab. In Anbetracht von rund 22,4 Milliarden US-Dollar asiatischer Anleihen, die im April fällig werden und kündbar sind, wird die solide technische Unterstützung nach unserer Erwartung kurzfristig anhalten.

Positive Signale in Chinas Politik und Wirtschaft

Neben ermutigenden Kapitalzuflüssen signalisierte der Abschluss des Nationalen Volkskongresses in China im vergangenen Monat eine weitere politische Stabilisierung in der zweitgrößten Wirtschaft der Welt. Sobald sich der Staub legt, wird nach unserem Dafürhalten ein neuer Investitionszyklus einsetzen – wenn wir einige der im vergangenen Monat veröffentlichen makroökonomischen Zahlen betrachten, erkennen wir eine Fülle erster erfreulicher Anzeichen. So stieg beispielsweise in China im Februar der Absatz von Baggern im Jahresvergleich um 298 Prozent, die Infrastrukturausgaben kletterten im Januar/Februar um 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und dem Erzeugerpreisindex, der sich fünf Jahre im negativen Bereich bewegt hatte, gelang schließlich eine Wende zum Positiven. Auch die angekündigte neue Sonderwirtschaftszone Xiongan (zwei Autostunden von Peking entfernt) stärkt unsere Einschätzung. Alle diese Indikatoren deuten auf die Tatsache hin, dass die chinesische Wirtschaft den Deflationszyklus hinter sich lässt und in einen neuen Wachstumszyklus mit moderatem Inflationsdruck eintritt (VPI bei 2,0-3,0 Prozent). Wenn daraus ein nachhaltiger Trend entsteht, könnte dies eine erhebliche positive Entwicklung für Anleihen und für das Land bedeuten – zumindest könnte sich hierdurch das systematische Risiko verringern, wenn das BIP schneller wächst als die Schulden.

Wahl in Frankreich erfordert achtsames und taktisches Vorgehen

Außerhalb Asiens sehen wir in der Wahl in Frankreich am 23. April das bedeutendste Ereignis, das im Auge zu behalten ist. Die Kampagne von Macron hat nach dem ersten Fernsehduell zwischen allen Kandidaten Fahrt aufgenommen. Unserer Einschätzung nach hat der Markt die Chance, dass Macron die Wahl gewinnt, mit einer Wahrscheinlichkeit von lediglich rund zwei Dritteln eingepreist. Wir glauben deswegen, dass die Volatilität steigen dürfte, wenn wir uns dem eigentlichen Wahltermin nähern. Auch wenn wir asiatische Anleihen kurzfristig weiter optimistisch einschätzen, sind vor allem im Hinblick auf den Brexit und die US-Präsidentschaftswahlen aus dem vergangenen Jahr achtsames und taktisches Vorgehen notwendig.




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