Kontinent im Rekordmodus

Für europäische Anleger ist Australien weit entfernt. Ein Perspektivwechsel ist lohnenswert, denn die Wirtschaft des Landes besticht durch Dynamik. Dr. Ekkehard Wiek, geschäftsführender Partner der Straits Invest Pte Ltd in Singapur, erzählt die Geschichte des „südlichen Landes“.

Australien: „südliches Land“

Irgendetwas müsse dort unten im Süden sein – das war den Gelehrten und Forschern früherer Zeiten bereits klar. Über das Warum gingen die Ansichten jedoch weit auseinander. Der griechische Universalgelehrte Ptolemäus (100-175) ging davon aus, dass alle Meere von Festland umgeben sein müssten, denn, wären sie es nicht, würden sie sich in die Umgebung ergießen und versiegen. Das Mittelmeer, an dessen Ufern Ptolemäus lehrte, war ihm hinreichender Beleg für diese These. Weil also jedes Meer, praktisch wie eine Badewanne, eine Begrenzung brauche, schloss Ptolemäus, dass der Indische Ozean im Südosten und Süden von einer Landmasse umgeben sein müsste, die im Westen mit Afrika verbunden sei. Er nannte dieses noch unentdeckte Land Terra australis incognita.

Bis weit in das Mittelalter hinein hatte diese Theorie bestand und Kartenzeichner trugen auf ihren Weltkarten einen fiktiven Kontinent ein, der sich bis zum Südpol und bis nach Afrika erstreckte. Als Marco Polo 1292 von China nach Venedig zurück segelte, sah er den geheimnisvollen Kontinent sogar: Ein Land voll von Gold, Muscheln und seltsamen Tieren. Es gab Berichte, dass die Chinesen sogar schon einmal dort gewesen seien. Der chinesische Kaiser, so hieß es, besitze ein Tier, das auf nur zwei Beinen stehe und den Kopf eines Rehs habe. Auf dem Bauch habe dieses Tier eine Art Tasche und dort wüchse ein zweiter Kopf! Marco Polo nannte das Land, seiner Lage südlich der indonesischen Insel Java entsprechend: Groß-Java.

Spanische und holländische Seefahrer waren im 16. und 17. Jahrhundert die ersten, die das unbekannte Land betraten. Der Holländer Abdel Tasman umsegelte Australien sogar zu Gänze und entdeckte dabei Tasmanien. Doch waren die Holländer nicht an einer Kolonialisierung interessiert. Zu unwirtlich schien ihnen das neue Land.

Der britische Seefahrer und Entdecker James Cook erreichte am 28. April 1770 die Küsten Australiens von Osten kommend. Er nannte das Land New South Wales und nahm es für die britische Krone formell in Besitz. Die Kolonialisierung Australiens hatte begonnen. Es begann eine Zeit wechselnder Eroberungen einzelner Regionen durch englische und französische Siedler, die zu einem Kolonialisierungswettlauf wurde, den die britische Krone schließlich gewann.

Australische Nation: Sehnsuchtsziel für Goldsucher

Die Entstehung der australischen Nation ist eng verbunden mit der Entdeckung von Rohstoffen. Der Goldrausch, der 1851 begann, prägte die weitere Geschichte des jungen Landes. Täglich kamen jetzt neue Schiffe mit Goldsuchern aus den USA, Europa und aus China. Und wie schon auf den kalifornischen Goldfeldern wurde der eigentliche Reichtum gar nicht mit den Nuggets gemacht, sondern mit der Infrastruktur, die entstand, um die Goldgierigen zu versorgen. Handelsorganisationen wurden aufgebaut, Siedlungen entstanden, Bahnstrecken wurden verlegt und Straßen wurden planiert.




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