China erholt sich weiter

Chinas Behörden drehen den Geldhahn auf, Steuersenkungen beflügeln die Wirtschaft. Dies sollte Magdalena Polan von LGIM zufolge den Übergang vom investitions- zum konsumgetriebenen Wachstum beschleunigen.

Es wirkt wie ein Déjà-vu: Nach einem deutlichen Rückgang der Wirtschaftsaktivität setzt die chinesische Führungsriege einen deutlichen Impuls und leitet damit die Erholung der Wirtschaftstätigkeit ein – die Weltwirtschaft erhält dadurch einen dringend benötigten Schub. Doch nicht jede Erholung Chinas und ihre Auswirkungen auf den Rest der Welt wird dem gleichen alten Skript folgen.

Für diese Annahme gibt es mehrere Gründe. Erstens ist der Wachstumsimpuls auf mehr als nur den Leverage-Effekt zurückzuführen. Zwar haben die Behörden die Geldhähne wieder geöffnet und das Kreditwachstum angekurbelt. Hinter diesem Stimulus steckt aber mehr als ein weiterer Infrastruktur- und Investitionsschub. Denn die Regierung senke darüber hinaus auch die Steuern – vor allem auf Konsumgüter. Infolgedessen beschleunigt sich der Übergang vom investitions- zum konsumgetriebenen Wachstum, da sich die chinesischen Importe weg von Rohstoffen hin zu Konsümgütern bewegen. Mehr Geld in den Taschen der chinesischen Verbraucher bedeutet zudem mehr Ausgaben für Dienstleistungen, die allgemeinhin jedoch weniger handelbar sind.

Struktur des globalen Handels verändert sich

Zweitens verändern sich die Strukturen des globalen Handels, da die Integration von Handelspartnern innerhalb der Regionen zunehmen, während die Beteiligung von abgelegenen Lieferanten an global en Produktionsketten schrumpft. Dieser Impuls wird sich also nicht nur auf die globalen Rohstoffpreise und auf die rohstoffexportierenden Schwellenländer auswirken, sondern auch zu einer relativen Verschiebung der chinesischen Nachfrage hin zu regionalen oder chinesischen Herstellern führen.

Nichtsdestrotrotz wird Chinas Anteil an der Weltwirtschaft weiterwachsen. Eine Wachstumsrate von sechs Prozent ist natürlich weniger als zehn Prozent zu Hochzeiten – die Nachfrage aus China ist jedoch nach wie vor hoch und damit für die Weltschaft noch immer positiv. Das unterstreichen auch die Zahlen: Nur ein Prozent zusätzliches Wachstum beim chinesischen Bruttoinlandsprodukt tragen heutzutage mehr als 130 Milliarden US-Dollar zum globalen Bruttoinlandsprodukt bei – und damit so viel wie die Ukraine oder Ungarn. Vor einem Jahrzehnt noch waren es lediglich 50 Milliarden US-Dollar. Für das globale Wachstum 2019 bedeutet das noch immer einen großen Schub und bessere Aussichten.




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