ÖHT hilft der einheimischen Tourismusindustrie

Die ÖHT wurde ursprünglich als Fördereinrichtung konzipiert, ist aber mittlerweile auch als Bank tätig. Ihre Leistungen gehen über das Angebot  standardisierter Finanzierungs- und Förderprodukte hinaus. Sie identifiziert die Bedürfnisse von Unternehmen und Investoren sowie die Trends in der Branche,  dadurch kann sie Finanzierungslösungen  ausarbeiten, bevor sie nachgefragt werden. Die Rolle als Förderstelle und Bank ermöglicht es der ÖHT, Unternehmen langfristige Finanzierungen zur Verfügung zu stellen, die risikotragend und nachrangig besichert sind, und oft mit null Prozent verzinst werden. Ihr ist es zu verdanken, dass dem  Tourismus Kreditklemmen erspart geblieben sind, die unter Basel III entstehen können. Fünf Prozent Barzuschuss nützen wenig, wenn 95 Prozent der Investition nicht finanziert werden können. Deswegen betreut die ÖHT mittlerweile Investitionen in Milliardenhöhe.

Die österreichische Hotellerie zählt auf Investitionen, um weiter zu wachsen. Aus einem Investitionsboom ist mittlerweile ein Trend geworden, der die Unternehmen auch wirtschaftlich zunehmend stabilisiert. Die wichtigsten Bilanzkennzahlen entwickeln sich positiv. Im Gegensatz zu früher sind Klienten der ÖHT stabil mit ausreichend Eigenkapital ausgestattet. Das zeigt auch die Vier-Sterne-Hotellerie: Der Eigenkapitalanteil liegt im Median bei zwölf Prozent und die fiktive Entschuldungsdauer bei 10,5 Jahren. Beide Kennzahlen sind nach dem österreichischen Unternehmensreorganisationsgesetz entscheidend für die Beurteilung der betrieblichen Stabilität. Die zulässigen Schwellenwerte sind mindestens acht Prozent Eigenkapitalausstattung und maximal 15 Jahre Entschuldungsdauer. Die Hotellerie kann demnach als stabile Branche gesehen werden.

Österreichische Tourismusszene wird von Familien dominiert

Die österreichische Tourismusszene wird stark von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) geprägt. Tatsächlich sind 99,9 Prozent aller Unternehmen der Tourismus- und Freizeitwirtschaft KMUs, die zum Großteil von Familien geführt werden. Wegen ihrer Größe ist es schwierig für sie, anstehende Investitionsprojekte zu finanzieren. KMUs fehlt der Zugang zu modernen Kapitalmarktinstrumenten. Klassische Kreditfinanzierungen sind, häufig in Verbindung mit den geförderten Instrumenten der ÖHT, die wichtigste Finanzierungsquelle.

Seit einigen Jahren verfügt die ÖHT auch über ein eigenes Haftungsinstrument, dessen Volumen aufgrund der hohen Nachfrage im vergangenen Sommer aufgestockt wurde. Die ÖHT haftet für Ausfälle zugunsten von Finanzierungen, die an Hotel- und Tourismusunternehmen begeben werden. Unterstützt wird sie dabei von der Republik Österreich mit einer Schad- und Klagloshaltung. So soll Banken die Kreditvergabe an solche Unternehmen auch unter schwierigen regulatorischen Bedingungen schmackhaft gemacht werden, da durch die Haftungsübernahme das Finanzierungsrisiko von der finanzierenden Bank auf die ÖHT übergeht. Vor allem konnte die ÖHT mit ihrer Besicherung Finanzierungslinien von der Eigenmittelunterlegungspflicht befreien, die Banken nach Basel III und CRR fordern. Somit können auch kapitalschwache Institute Unternehmen der Tourismuswirtschaft finanzieren.

Das Engagement eines Investors ist vor Ausfällen geschützt

Die Haftung der ÖHT kann im nächsten Schritt auch dazu genutzt werden, um von Investoren bereitgestellte, mezzanin- ähnlich oder partiarisch gestaltete Finanzierungen zu akquirieren. So können Hotelunternehmen mit Unterstützung der ÖHT ihre Bilanzstrukturen um eigenkapitalnahe Passiva erweitern. Wenn ein Investor sich an einem Hotelbetrieb beteiligt, kann er neben einer attraktiven Basisverzinsung mehrere Vorteile erwarten: Sein Engagement ist vor Ausfällen geschützt, da die ÖHT beziehungsweise die Republik in solchen Fällen haftet. Zusätzlich kann er abhängig vom Erfolg des Unternehmens mit hohen Renditen rechnen und gegebenenfalls über einen VIP-Status beim Hotelier Upgrades oder individuelle Sonderleistungen abrufen. So könnte man die österreichische Tourismusbranche noch attraktiver für Private Placements machen.

Auch beim neuesten Produkt der ÖHT gab das Bauchgefühl, das „G’spür“ wie man in Österreich sagt, den Ausschlag. Die Branche braucht mehr als den konventionellen Kredit der Hausbank. Das gilt vor allem für innovative Projekte, denen ein Proof of Confidence noch fehlt.




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