Tourismusvertreter ziehen am gleichen Strang

Mit der Idee, die Crowdfunding-Plattform we4tourism.at zu gründen, konnten die wesentlichen Vertreter der österreichischen Tourismus- und Freizeitwirtschaft für eine gemeinsame Initiative gewonnen werden. Nun stehen der ÖHT prominente Stakeholder zur Seite wie das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, oder die Bundessparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich mit den Fachverbänden Hotellerie und Gastronomie sowie die Österreichische Hoteliervereinigung. Letztere gilt als Interessensvertretung für die Top-Hotellerie des Landes.

Ende 2015 wurde in Österreich das Bundesgesetz über alternative Finanzierungsformen (Alternativfinanzierungsgesetz, AltFG) eingeführt. Seitdem ist die ÖHT die einzige Finanzierungsinstanz in Österreich, die sich intensiv mit Crowdinvesting für den Tourismus befasst.

Diesem Gesetz gelingt es, Crowdfunding und Crowdinvesting zu regeln. Damit schafft es Rechtssicherheit in einem Bereich, der für den Tourismus mehr ist als nur eine neue Finanzierungsform. So kann mit we4tourism ein innovatives Finanzierungsprodukt mit Instrumenten der Marktforschung, des Vertriebes und der Kundenbindung kombiniert werden. Emotionen sind der Schlüssel zum Erfolg in der Tourismusbranche. Gäste sind potenzielle Investoren und Anleger potenzielle Stammgäste. Wer investiert, wird Teil des Projektes, trägt die Idee dahinter hinaus in die Öffentlichkeit und animiert weitere Geldgeber, ebenfalls zu investieren. Auch für die Marktforschung gilt der Leitsatz: Wenn es nicht gelingt, die Crowd beziehungsweise potenzielle Investoren innerhalb kurzer Zeit für ein Projekt zu begeistern, wird das fertige Produkt auch keine Gäste begeistern.

Crowdfunding noch neu in Österreich

Crowdfunding steckt in Österreich als Finanzierungsform zwar noch in den Kinderschuhen, dennoch war we4tourism schon im ersten Bestandsjahr erfolgreich. Die Initiative konnte knapp zehn Prozent des gesamten in Österreich generierten Crowdvolumens in den Tourismus holen. Die Regeln des AltFG und die daraus resultierende Rechtssicherheit für Anleger und Emittenten werden Crowdinvesting rasch als Alternative zu immer geringeren Sparbuchzinsen etablieren. Darüber hinaus wird das Gesetz wesentlich dazu beitragen, die kapitalmarktaverse Einstellung österreichischer Anleger zu revidieren. Gerade die Tourismusbranche muss hier ganz vorn dabei sein, da sich die innovativen und emotional positiv besetzten Investitionsvorhaben dieser Branche ganz besonders eignen, in der Crowd Finanzierungsinteresse auszulösen.

Bereits in die ersten Projekte von we4tourism haben 611 Investoren rund zwei Millionen Euro investiert. Die Investitionsvorhaben mit einem Volumen von zusammen mehr als zwölf Millionen Euro wurden dabei jeweils über risikotragende ÖHT-Kredite, landesseitige Anschlussförderungen und Eigen- mittel finanziert. Die ÖHT agierte dabei als One-Stop-Shop und stellte strukturierte Gesamtfinanzierungen für die Investitionsprojekte zusammen. In Österreich gab es bisher kein Hotelprojekt, das ein größeres Investitionsvolumen hatte oder erfolgreicher war und gleichzeitig durch Crowdinvesting finanziert wurde. Das von we4tourism initiierte Vorhaben rangiert nach Angaben der europaweiten Crowdfunding-Informationsseite CrowdCircus.com auf Platz drei der bisher größten Crowdfunding-Projekte Österreichs. Die Finanzierungsbereitschaft der Banken ändert sich und der bisherige Erfolg von we4tourism macht klar, dass den österreichischen Tourismusunternehmen der Zugang zu strukturierten Finanzierungen auf fundierter, seriöser und professioneller Basis geöffnet werden sollte. Damit ergänzt Crowdfunding als modernes Instrument die bewährten Förderungs- und Finanzierungsprodukte der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank.

We4tourism.at mit neuen innovativen Ansätzen

Derzeit begrenzt das Alt –FG den Gesamtgegenwert der öffentlich angebotenen alternativen Finanzierungsinstrumente auf 1,5 Millionen Euro je Emission. Dieser Betrag lässt vorerst keine großen Sprünge zu, im Rahmen einer kommenden Gesetzesnovelle sollte er aber erhöht werden. Hinsichtlich der anlegerseitigen Bestimmungen ist das AltFG aber bereits jetzt für institutionelle Investoren geöffnet. Es lässt über eine allgemeine Beteiligungsschwelle von 5.000 Euro pro Jahr für professionelle Anleger und juristische Personen das Doppelte eines durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens als Funding zu, beziehungsweise bis zu zehn Prozent des Finanzanlagevermögens des Investors.

We4tourism kann mehr, als Tourismusprojekte zu sponsern. Die Plattform versteht sich als Landing- und Informationsseite, die privaten und institutionellen Anlegern den Zugang zu neuartigen Finanzierungsprojekten ermöglicht. Sie steht allen Partnern offen, die sich an die Standes- und Ausübungsregeln für Crowdinvesting-Plattformen der Wirtschaftskammer halten. Es sind also spannende Perspektiven, die sich für Tourismus und Crowdinvesting ergeben, neue Investitionsrekorde sind möglich.

 

 




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