No-Deal-Brexit und Technologiekrieg

Der Brexit und der Handelskrieg zwischen den USA und China beeinflussen seit einiger Zeit die globale und vor allem die europäische Wirtschaft. Eine Lösung für beide Situationen ist nicht in Sicht.

Theresa May gelang es in den vergangenen Wochen, eine Einigkeit innerhalb des Vereinigten Königreiches herzustellen – Einigkeit allerdings darüber, dass man sich nicht einig ist. Denn das ausgehandelte Austrittsabkommen hat das Land noch tiefer gespalten, nur die Gründe für die Ablehnung des Abkommens unterscheiden sich je nach politischer Couleur. Die Labour-Partei fürchtet eine zu starken Entkopplung des Landes vom Rest der EU. Die Brexit-Hardliner sorgen sich hingegen, dass es mit der Unabhängigkeit von der EU mit diesem Deal nicht allzu weit her ist.

Brexit: Extremszenarien oder „Durchmogeln“

Nachdem die EU den Deal am vergangenen Sonntag durchgewunken hat und die britische Regierungschefin ein Misstrauensvotum in ihrer Partei bis dato abwenden konnte, steht nun der Showdown im britischen Parlament bevor. Anfang Dezember wird die Abstimmung erfolgen, der Ausgang ist ungewiss. Derzeit scheint eine Zustimmung des Parlaments eher unwahrscheinlich – aber was dann? Während die Extremszenarien eines „No-Deal-Brexits“ einerseits und eines zweiten Referendums andererseits wahrscheinlicher geworden sind, ist ein „Durchmogeln des Deals“ über den Umweg möglicher weiterer Abstimmungen im Parlament das plausibelste Szenario. Die dann im kommenden Jahr beginnende Übergangsphase dürfte hingegen eher bis Ende 2022 andauern – diese Möglichkeit lässt das Abkommen zu.

Handelskrieg ist Technologiekrieg

Uneinig sind sich auch weiterhin die USA und China beim Handel. In dieser Woche dinieren Donald Trump Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires offiziell inoffiziellen miteinander. Da können sich die beiden Regierungschefs ins Gesicht sagen, was sie von den Handelspraktiken des anderen halten. Mittlerweile geht es beiden vor allem um eins: Die Vorherrschaft bei modernsten Technologien. Somit geht es quasi um „Make America Great Again“ gegen “Make China Even Greater“. Der Handelskrieg ist also eigentlich ein „Technologiekrieg“. Da beide Seiten langfristige Strategien verfolgen, die beinahe inkompatibel sind, ist eine Deeskalation am Rande des Gipfels in Argentinien kaum möglich. Neben ein paar freundlichen Bildern, auf denen sich beide die Hände schütteln, wäre das beste Ergebnis des Treffens womöglich, dass es keine weiteren US-Zölle auf chinesische Importe gibt.




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