Rückkehr eines Riesen

In Japan verstärken sich positive Trends auf Unternehmens- und gesamtwirtschaftlicher Ebene zunehmend zum Besseren – es kommt eine längerfristige Wachstumsspirale in Gang.

Vergangenen Sommer erschien in Deutschland ein Buch mit dem Titel „Japan – Abstieg in Würde“. Das damit angedeutete Bild erinnert stark an die Zeit nach der Jahrtausendwende, als das britische Wirtschaftsmagazin „Economist“ Deutschland als „Der kranke Mann Europas“ bezeichnete. Wie sich das Bild in den darauffolgenden Jahren dank beherzter Reformen verändert hat, ist bekannt. Auch in Japan spricht einiges für eine vergleichbare Trendwende: Schon in wenigen Jahren könnten wir auf die jetzige Zeit als den Wendepunkt in der Wirtschaft Japans den beiden „verlorenen Dekaden“ blicken.

Dreh- und Angelpunkt für diesen Neustart ist das Wiederanspringen der Inflation. Im Bereich der Dienstleistungen gehen die Inflationserwartungen spürbar nach oben und haben bereits die Ein-Prozent-Marke durchbrochen. Auch insgesamt liegen sie bei weiter steigender Tendenz wieder deutlich über 0,5 Prozent. Es gibt viele Hinweise dafür, dass diese Entwicklung nachhaltiger ist als die Strohfeuer früherer Jahre.

Ausgangspunkt dieser Entwicklung ist eine positive und sich weiter ausdehnende Potenziallücke. Sie zeigt, dass Japan die Deflation endlich überwunden hat. Potenziallücke bedeutet, dass das Wachstum über dem langfristigen Potenzialwachstum der Volkswirtschaft liegt und entsprechend inflationär wirkt. Dass diese Lücke entstehen konnte, liegt an drei wesentlichen Faktoren: Erstens, das Arbeitsangebot verknappt sich; zweitens hat sich ein erheblicher Investitionsstau aufgebaut, und drittens wächst in vielen Branchen die Nachfrage.

Es mangelt an Arbeitskräften

Die japanische Arbeitslosenquote liegt bei sehr niedrigen 2,4 Prozent. Mit der Arbeitskräfte-Knappheit wächst die Lohnsumme kräftig. Die Regierung muss einiges daransetzen, das Arbeitsangebot auszuweiten.




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