Warum chinesische Anleihen attraktiv sind

China stand zuletzt vor allem wegen des Handelsstreits mit den USA im Fokus. Doch trotz der geopolitischen Risiken steht die chinesische Wirtschaft gut da. China-Anleihen performen besser als ihre Pendants aus den Industriestaaten. Für das Multi Asset Team von Nikko Asset Management sind chinesische Anleihen derzeit ein sicherer Hafen für globale Anleger.

Es ist verfrüht, die Spannungen zwischen den USA und China als neuen Kalten Krieg zu bezeichnen. Das gegenseitige Misstrauen und die immer weiter voneinander abweichenden Wirtschaftsaussichten sollten zwar nicht unterschätzt werden, und die globalen Lieferketten dürften durch die Zölle längerfristig beieinträchtgt bleiben.

Doch allen Unkenrufen zum Trotz sind wir überzeugt, dass eine Einigung möglich ist, um die 25-prozentigen Strafzölle abzuwenden, die sowohl China als auch die USA wirtschaftlich empfindlich schaden würden. Die negativen Auswirkungen des Konflikts könnten sich aber langfristig entfalten, wenn die Globalisierung weiter zurückgedreht wird und dadurch die Unternehmensgewinne belastet werden.

Der Ausblick auf die Emerging Markets ist momentan schwierig: Einerseits scheint das globale Wachstum von der US-Steuerreform und Chinas jüngster Lockerung der Geldpolitik unterstützt zu werden. Andererseits beginnt der durch die fiskalischen Stimuli der USA angestoßene Wachstumsimpuls bereits nachzulassen, während die Fed an ihrem straffen Kurs festhält und sich Chinas Lockerungsmaßnahmen erst noch in der Realwirtschaft niederschlagen müssen.

Chinas Schuldenabbau in Verbindung mit steigenden Zahlungsausfällen hat den Einfluss der Lockerungsmaßnahmen auf die Kreditvergabe bislang begrenzt. Der Kreditimpuls dürfte vorerst nicht greifen, da die bisherige Nachfrage nicht dem aktuellen Angebot entspricht. Doch da China die Kreditvergabe kontrolliert, vermuten wir, dass es die notwendigen Anpassungen vornehmen wird, um den Kreditimpuls anzukurbeln.

Im Gegenwind des Handelskriegs hat sich die wirtschaftliche Dynamik in China verlangsamt, was zu Einbrüchen der Aktienkurse geführt hat. Der Abschwung wurde jedoch durch steigende Aktienbewertungen abgefedert. Trotz bedrohter Lieferketten machen sowohl die Gewinne und als auch das Wachstum einen robusten Eindruck.

Chinesische Anleihen: ein sicherer Hafen

Gerade traditionell als sicher geltende Asset-Klassen haben 2018 den Anlegern Kopfzerbrechen bereitet: Anleihen aus Industrieländern konnten ihre sicheren Eigenschaften bislang nicht ausspielen, sie werden ebenso wie Aktien zunehmend abgestoßen.

Im Verhältnis zu Anleihen aus Industrieländern erscheinen chinesische Anleihen zunehmend als ‚sichererer‘ Hafen. In den letzten fünf Jahren haben sie gegenüber Anleihen aus Industrieländern stark outperformt, 2018 nahm diese Entwicklung noch einmal deutlich zu.

China ist mit vielen Herausforderungen konfrontiert, aber die zuletzt große Zahl ausländischer Käufe darf als Vertrauenssignal gewertet werden, dass das Land auch durch raue Fahrwasser sicher navigieren wird.

Ausländische Investoren halten derzeit gerade einmal 2,3 % des drittgrößten Anleihemarktes der Welt. Die für April 2019 avisierte und längst überfällige Integration von China-Bonds in den Global Aggregate Index öffnet nun eine entscheide Quelle für Kapitalzuflüsse. Dadurch wird der Abflussdruck kompensiert, wenn China seine Kapitalverkehrsbilanz offenlegt.

China treibt die Lockerung seiner Gelpolitik voran, was die Gewinnspanne der Währung verringert. Eine weitere Abwertung des Yuan ist jedoch äußerst unwahrscheinlich, da nur eine stabile Währung ausländische Zuflüsse in die Anleihen- und Aktienmärkte des Landes begünstigt.




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