Alternative Anlageklasse Fußball

Fußballclubs in der ersten Liga werden geführt wie Pommesbuden – kann der Sport da Investoren für sich einnehmen? Experten diskutierten diese Frage bei der Euro Finance Week in Frankfurt.

Das Niedrigzinsumfeld veranlasst Investoren dazu, sich immer wieder nach neuen Anlageklassen umzusehen. Bei der diesjährigen 21. Euro Finance Week in Frankfurt konnten sie sich beim „Football and Finance Forum“ über Anlagen in Fußball informieren. Andreas G. Scholz ist Vorsitzender der Geschäftsführung der dfv Euro Finance Group, dem Hauptveranstalter der Euro Finance Week; ihm zufolge wurde das Forum dieses Jahr ins Leben gerufen, um Investoren Fußball als alternative Anlageklasse vorzustellen und ihnen mithilfe internationaler Sprecher einen Überblick über den Sektor zu verschaffen.

Amerikanischer und europäischer Fußball

Der erste Sprecher war Kyle Charters, Vizepräsident von Inner Circle Sports in New York. Er verglich den amerikanischen mit dem europäischen Fußball und kam zu dem Ergebnis, dass der Sport in Europa ein „dramatischeres“ Risiko-Rendite-Profil aufweist und die Marktdynamiken vor allem Kreditinvestoren vielversprechende Gelegenheiten bietet, da der europäische Fußball sich weiterentwickelt und reift. Obwohl sich der Sport in beiden Regionen unterscheidet, sind die Preise für die Übertragungsrechte länderübergreifend gestiegen und haben so die Franchise-Bewertungen in die Höhe getrieben. Charters sagte ferner, dass Sportteams sich zu Medienunternehmen entwickeln würden, mit vertraglich geregelten Einnahmen. Debt- und Equity-Investoren sollten diese Transformation als Vorteil sehen, denn sie würde das Geschäftsmodell der Vereine berechenbarer machen. Zudem sei die Bundesliga wegen ihrer großen Medienverträge und dem finanziellen Erfolg der Vereine eine vielversprechende Anlage, doch die 50+1-Regel beschneide die Handlungsfähigkeit bei Investitionen.

Fünf Ligen bestimmen europäischen Fußball

Andrea Sartori, Partner und Global Head of Sports bei KPMG in Budapest, definierte in seinem Vortrag die Kriterien, mit denen Investoren den Unternehmenswert eines Fußballvereins bestimmen können: Stadionbesitz, Wirtschaftlichkeit, Übertragungsrechte, Popularität und sportliche Leistung. KPMG analysiert zudem europäische Ligen und Vereine und definiert regelmäßig die wertvollsten Clubs Europas.




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