Hausse noch nicht am Ende

Nicht nur politische Unwägbarkeiten belasten derzeit die Weltwirtschaft, doch zu pessimistisch sollten Investoren nicht sein. So dürfen sie etwa in der Eurozone wieder mit einem höheren Wachstum rechnen.

Die Weltwirtschaft befindet sich in einer Phase der Wachstumsverlangsamung, die konjunkturellen Kräfte haben vielerorts zuletzt nachgegeben. Die vorauslaufenden Konjunkturindikatoren geben noch keine Entwarnung. Zudem lasten die politischen Unsicherheiten, allen voran der Handelskonflikt zwischen den USA und China, auf den weiteren Aussichten. Allerdings ist das aktuell schwache Wachstum teilweise auf Sonderfaktoren zurückzuführen. So darf für die Eurozone im vierten Quartal wieder mit einem höheren Wachstum gerechnet werden. Der Brexit-Deal steht in der Schwebe. Mangels Zeit und mehrheitsfähiger Alternativen dürfte das britische Parlament dem Austrittsabkommen aber letztlich zustimmen. Trotz der politisch und ökonomisch schwierigen Lage kann man die Weltkonjunktur vorsichtig optimistisch betrachten, entwickeln sich doch die internationalen Arbeitsmärkte erfreulich.

Finanzmärkte

Die Skepsis der Investoren über den weiteren Verlauf der globalen Wirtschaft hat den Aktienmärkten in den vergangenen Wochen deutliche Kursverluste beschert. Die USA gehörten zu den Hauptverlierern. Die Korrektur an den Aktienmärkten dürfte die Eintrübung der globalen Konjunktur überzeichnen. Die US-amerikanische Notenbank wird als einzige der bedeutenden Zentralbanken im Dezember einen Zinsschritt ankündigen. Der jüngst beobachtete Renditerückgang ist vermutlich nur vorübergehend.

Investoren sind zu pessimistisch

Insgesamt bleibt Swisscanto Invest trotz der politisch und ökonomisch schwierigen Lage vorsichtig optimistisch. Diese Zuversicht gründet hauptsächlich auf der nach wie vor komfortablen Entwicklung an den internationalen Arbeitsmärkten. So nimmt die Beschäftigung in den Industriestaaten weiterhin stattlich zu, begleitet von einem, nicht nur in den USA zu beobachtenden, anziehenden Lohnwachstum. In der Summe ergibt sich daraus eine beachtliche Steigerung der Haushaltseinkommen, die nicht gespart, sondern konsumiert wird. Darüber hinaus bietet eine insgesamt expansivere Fiskalpolitik zusätzliche Unterstützung für die angeschlagene Konjunktur. Insbesondere in China wurden bereits eine ganze Reihe stimulierender Maßnahmen beschlossen, um das Wachstum zu stützen. Aber auch in Europa wird die Fiskalpolitik 2019 so expansiv ausgestaltet, wie seit 2010 nicht mehr. Dennoch lässt sich nicht wegdiskutieren, dass handfeste Abwärtsrisiken für die globale Konjunktur bestehen. Investoren sind zurzeit aber zu pessimistisch gegenüber der Weltkonjunktur eingestellt. Deshalb dürften die Aktienmärkte ihre langjährige Hausse noch nicht beendet haben und Erholungspotenzial besitzen.

US-Aktien und Growth-Anlagestil im Gleichlauf

Ein Blick auf die vergangenen 40 Jahre verrät, dass es immer wieder längere Phasen relativer Stärke des einen oder anderen Stils – Value versus Growth – gegeben hat. Man erkennt ebenfalls, dass seit Mitte 2007 die Vorteile auf Seiten der Growth-Aktien liegen. Ein Vergleich mit den regionalen Aktienmärkten zeigt, dass im gleichen Zeitraum die USA deutlich besser abgeschnitten haben als der Rest der Welt. Dies hängt eben damit zusammen, dass US-Unternehmen ein höheres Gewinnwachstum aufwiesen als diejenigen der übrigen Regionen. Besonders ausgeprägt war dieser Sachverhalt im laufenden Jahr, als die US-Regierung mit ihrer Steuerreform für einen zusätzlichen Gewinnschub sorgte.




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