Investoren rüsten sich für Baukosteninflation

Hält der kräftige Aufschwung der Immobilienwirtschaft das gesamte Jahr 2019 über an? Mit dieser Frage beschäftigt sich Nicholas Brinckmann von Hansainvest Real Assets. Es gibt einige Faktoren, die dafür sprechen.

Hält der kräftige Aufschwung der Immobilienwirtschaft das gesamte Jahr 2019 über an? Etliche Marktteilnehmer machen sich derzeit durchaus Gedanken um potenziell bremsende Faktoren: Kommt eine Zinswende? Gerät der Immobilienzyklus an sein Ende? Geht der Konjunktur die Puste aus? Welche Auswirkungen könnte eine Reform des Share-Deals haben? Das wichtigste Thema 2019 wird jedoch ein ganz anderes sein: die Baukosten.

Angaben des Statistischen Bundesamts zufolge verzeichneten die Baukosten im Februar 2019 mit einem Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr abermals einen Rekordzuwachs. Doch dieser Durchschnittswert entspricht nicht immer der Realität, in der Projektentwickler weitaus höherer Anstiege um zehn Prozent und in Einzelfällen sogar um bis zu 20 Prozent erleben. Die allgemeinen Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum lediglich um 1,5 Prozent. Baukosten lasten deshalb auf den Renditen von Projektentwicklungen und können zum Teil sogar für defizitäre Projekte oder brachliegende Baugrundstücke sorgen. Immobilieninvestoren beziehungsweise ihre Vermögensverwalter sind daher gut beraten, eigene Entwicklungsexpertise aufbauen.

Es gab Zeiten, in denen mussten sich Investoren und Projektentwickler um die Ansprache eines Bauunternehmens praktisch keinerlei Gedanken machen. Hatte man ein aussichtsreiches Projekt erworben, standen die Firmen Schlange. Diese Zeiten sind noch nicht allzu lange her, doch die Bedingungen haben sich fundamental gewandelt. Zurzeit kann es sehr mühsam sein, überhaupt jemanden zu finden, der das Projekt zu akzeptablen Konditionen realisiert. Grund dafür ist die enorm hohe Auslastung im Baugewerbe. Bauunternehmen und Handwerksbetriebe können sich ihre Aufträge mehr oder minder aussuchen. Zudem steigen ihre Lohnkosten und das spüren die Kunden.

Baukosteninflation wird von keiner Zentralbank gedämpft

In der Folge werden teils exorbitante Preise veranschlagt. Dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zufolge sind die Kosten zwischen 2007 und 2017 um ein Drittel gestiegen. Zum Vergleich: Im Zeitraum zwischen 1994 und 2007 betrug der Anstieg lediglich sechs Prozent. Die Margen geraten immer stärker unter Druck, manche Projekte können nicht mehr realisiert werden. Mitunter kann es sogar zu Engpässen bei der Bedienung von Verbindlichkeiten kommen. Trotz der eigentlich stabilen wirtschaftlichen Situation kann es deshalb vorkommen, dass vielversprechende Grundstücke in Top-7-Städten zwar erworben, aber nicht bebaut werden können.




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