Die sieben Sünden des Fondsmanagements

Dauerhaft gut am Aktienmarkt zu performen, ist eine Herausforderung. Das liegt auch an der Unberechenbarkeit der menschlichen Psychologie. Doch wer kognitive Verzerrungen umgeht, erzielt bessere Ergebnisse.

Es ist nicht einfach, regelmäßig überdurchschnittliche Erträge am Aktienmarkt zu erzielen. Dafür brauchen Investoren eine stringente und konsequente Anlegemethode. Wenn es um konkrete Anlageentscheidungen geht, werden die Dinge allerdings kompliziert. Besonders die Psychologie hinter den Entscheidungen kann Probleme machen.

Effiziente Märkte und rationale Investoren – eine Illusion

BLI kauft wettbewerbsfähige Unternehmen zu einem attraktiven Preis und mit langfristigem Anlagehorizont und nutzt so die Chancen am Markt. Die Finanzmärkte sind nicht effizient; weil passives Investieren und kurzfristiger Handel immer populärer werden, ist die zunehmende Diskrepanz zwischen den Fundamentaldaten der Unternehmen und ihren Bewertungen eine gute Basis für Stockpicking.

Schwierig wird es dann, in der Praxis die richtigen Kauf- und Verkaufsentscheidungen zu treffen. Hier kommt die menschliche Psychologie ins Spiel, die Entscheidungen wesentlich beeinflussen. Damit befasst sich die „Behavioural Finance“, die die Psychologen Daniel Kahnemann und Amos Tversky geprägt haben. Sie versucht zu erklären, wie es zu Anomalien an den Aktienmärkten kommt, und analysiert, wie kognitive Verzerrungen das Verhalten der Anleger leitet.

Die sieben Sünden des Fondsmanagements

Vor über zehn Jahren verfasste James Montier, damals globaler Aktienstratege bei Dresdner Kleinwort Wasserstein, einen Aufsatz zum Thema. Basierend auf den Theorien der Behavioural Finance untersuchte Montier die offensichtlichsten „Verhaltensschwächen“ im Anlageprozess. Er identifizierte die sieben wichtigsten Fehler von Fondsmanagern und fasste seine Ergebnisse in dem Aufsatz „Seven Sins of Fund Management“ zusammen:

  1. Prognosen
  2. Die Illusion des Wissens – mehr Information ist nicht gleich bessere Information
  3. Treffen mit Unternehmen
  4. Der Glaube, schlauer zu sein als der Markt
  5. Kurzfristiger Anlagehorizont und zu viele Käufe und Verkäufe
  6. Der Glaube an jede „Story“, die man liest
  7. Gruppenentscheidungen

Kognitive Verzerrungen beeinträchtigen unsere Urteilskraft

Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Menschen notorisch schlecht darin sind, Prognosen abzugeben. Wieso tun wir es dann trotzdem? Zunächst einmal leiden professionelle Fondsmanager unter einem Hang zur Selbstüberschätzung. Sie nehmen zu Unrecht an, sie seien besser als andere. Zweitens suchen unsichere Menschen einen Anker („Ankereffekt“) − in diesem Fall eine vertrauenswürdige Prognose − unabhängig davon, wie verlässlich er tatsächlich ist. Das Problem ist, dass Selbstüberschätzung und Ankereffekt die Illusion von Kontrolle vermitteln, zu Fehleinschätzungen führen und es schwerer machen, Fehler zu erkennen. Die Gefahr besteht darin, dass wir uns bei der Frage nach der Zukunft zu stark auf Prognosen verlassen anstatt auf objektive Fakten.




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