Nur nicht zu optimistisch

Nach wie vor ist unklar, ob Risikoanlagen sich derzeit vom übermäßigen Pessimismus‘ im Dezember erholen, oder ob es sich um einen Dead Cat Bounce handelt. Anleger sollten also nicht zu optimistisch sein.

Rings um den Globus stehen die Aktienpreise im Plus. Nach dem miserablen Dezember ist Erleichterung spürbar. Offenbar war eine Mehrheit der Investoren am Ende des vergangenen Jahres so negativ geworden, dass viele jetzt eine Korrektur für gerechtfertigt halten. Daher die Energie, welche die bisherige Jahresperformance von New York bis Frankfurt, von Hongkong bis Zürich, um sechs bis sieben Prozent nach vorn getrieben hat. Andererseits bleiben auch die Anleiherenditen verdächtig niedrig, möglicherweise Anzeichen dafür, dass viele Anleger doch noch an den Seitenlinien stehen und auf überzeugendere Belege dafür warten, dass der Risikoausverkauf des Jahresendes 2018 wirklich vorbei ist. Die zehnjährige Bundesanleihe bei 0,15 Prozent ist ebenso ein Signal für ausgeprägte Risk-Off-Positionierung wie die 2,75 Prozent für ihre US-amerikanischen Pendants.

Makro-Indikatoren helfen bei Einschätzung des Wachstums

Mehr Aufschluss bezüglich der Robustheit von Wachstum und Gewinnen versprechen sich Anleger von den Makro-Frühindikatoren, die in derartigen Zeiten naturgemäß besondere Beachtung erfahren, sowie der laufenden Berichtssaison der Unternehmensgewinne. Während es bei letzterer noch zu früh ist für eine belastbare Einschätzung – die europäischen Unternehmen steigen erst in dieser Woche ernsthaft in die Vorlage ihrer Geschäftsergebnisse für das letzte Quartal 2018 ein – sind die volkswirtschaftlichen Indikatoren zuletzt deutlich schwächer ausgefallen.

Letzte Woche rutschen die europäischen Einkaufsmanagerindizes gleich um mehrere Punkte ab, vor allem in der Industrie. Die Dienstleistungsindizes sahen durch die Bank besser aus, was den Eindruck der jüngsten BIP-Zahlen (Bruttoinlandsprodukt) und anderer Indikatoren bestätigt. Das Wachstum verlangsamt sich nämlich vor allem, weil das globale Umfeld schwächer wird. Das liegt unter anderem an der Angst vor einem Handelskrieg zwischen den USA und China, und den möglichen Folgen des Brexit. Die eher binnenwirtschaftlich orientierten Bereiche der westlichen Volkswirtschaften scheinen besser abgeschirmt zu sein.

Seite zwei – Auswirkungen für Anleger



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