Politisches Neuland

Michael Beck, Leiter des Bereichs Vermögenswerwaltung bei Ellwanger & Geiger, sieht die politische Situation in Deutschland als Beginn einer europaweiten Unsicherheit. Die wirtschaftliche Entwicklung sieht er jedoch nicht in Gefahr.

Nun also ist das Unerwartete eingetreten – die Jamaika-Unterhändler haben es vergeigt. Die Niederlande, Frankreich und auch Österreich hatten die Befürchtungen von Chaos-Regierungen mit ihren Wahlergebnissen widerlegt – ausgerechnet Deutschland schafft es nun, zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik keine Mehrheitsregierung bilden zu können. Dies wird wohl zu einer längeren Phase der politischen Unsicherheit führen, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa. Die EU-Gemeinschaft steht vor gewaltigen Herausforderungen und Reformanstrengungen und hat eigentlich schon ungeduldig auf die Regierungsbildung in Berlin gewartet, um diese Vorhaben anzugehen. Nun wird sich die Regierungsbildung auch in Deutschland in die Länge ziehen.

Der Markt lässt sich nicht verunsichern

Der deutsche Leitindex Dax hat relativ besonnen auf diese unerwartete Nachricht reagiert und sogar wieder ins Plus gedreht, auch der Eurokurs spiegelt keine besonders große Verunsicherung wider. Es scheint sich um eine Art Gewöhnungseffekt nach den erfolgreich überstandenen langen Regierungsbildungsphasen wie z. B. in den Niederlanden oder Belgien zu handeln. Dort gab es keinerlei negative Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung. Das selbe erwarten die Marktteilnehmer nun auch für Deutschland. Die zentrale Stellung Deutschlands als wirtschaftlich führende Nation in Europa stellt allerdings eine andere Qualität und Ausgangslage dar.




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