Rohstoffpreise steigen wieder

Rohstoffe stellen seit Jahresbeginn die beste Anlageklasse dar. Im Vergleich mit anderen Anlageklassen konnten sich Rohstoffe sehr gut behaupten. Hans Brand, Rohstoff-Experte bei Swisscanto Invest, nennt die Gründe dafür.

Rohstoffe sind nicht nur positiv ins Jahr gestartet, sondern seit Jahresbeginn die beste Anlageklasse. Die hohe Volatilität an den Aktienmärkten zu Beginn des Jahres hat auch bei den Rohstoffen zu einem kurzfristigen negativen Sentiment geführt, trotzdem konnten sie sich im Vergleich mit anderen Anlageklassen sehr gut behaupten. Die aktuelle Expansionsphase im Konjunkturzyklus ist enorm positiv für die Rohstoffe. Es ist eine Periode, bei der typischerweise die Nachfrage größer ist als das Angebot. Dies führt zu tieferen Lagern und höheren Preisen.

Unserer Meinung nach haben die meisten Rohstoffpreise Potenzial nach oben. Beim Rohöl rechnen wir in den nächsten Monaten mit einer weiteren Verbesserung der Nachfragesituation, vor allem getrieben durch die saisonale Erhöhung der Raffinerie-Produktion. Im April waren die globalen Raffiniere-Unterbrüche infolge von Wartungsarbeiten am höchsten.

Ausgehend von diesem Level erwarten wir einen Anstieg von fünf Millionen Barrel pro Tag und mehr Ölnachfrage von Raffinieren bis Juli/August. Und dies hilft die Lager weiter zu reduzieren. Zudem brachte der Entscheid der Trump-Regierung, die Sanktionen gegen den Iran wieder aufzunehmen, ein zusätzliches Angebotsrisiko und erhöhte zudem die geopolitische Risikoprämie im Ölmarkt. Im Moment sind wenig freie Kapazitäten vorhanden, welche eine Produktionsstörung ausgleichen könnte.

Rohöl und Kupfer sind chancenreich  

Die Nachfrage nach Rohöl sollte, getrieben durch die positive Wirtschaftsentwicklung, weiterhin positive Tendenzen aufweisen und helfen, die Lager weiter abzubauen, welche aktuell unter dem fünf-Jahres-Durchschnitt liegen. Längerfristig zögern die großen internationalen Ölproduzenten aufgrund der langen Vorlaufzeiten von größeren Projekten  weiterhin mit neuen Kapitalinvestitionen. Der Druck der Investoren auf die amerikanischen Schieferöl-Produzenten bezüglich der Kapitalrenditen und Drosselung der Wachstumspläne scheint langsam ein wichtigeres Thema in der Industrie zu werden. Um eine stärkere Kapitaldisziplin zu signalisieren, wurden Dividenden eingeführt und/oder Aktienrückkäufe  mitgeteilt. Auf lange Sicht glauben wir, dass sich der Preis um die US-Dollar 55-65 für WTI-Öl  stabilisieren wird.

Dieses Preisniveau entspricht den Grenzkosten der US-Schieferöl- Produktion und der aktuelle Preis für den Dezember 2019-Kontrakt liegt über dieser Bandbreite. Starke Nachfragetrends gekoppelt mit Industriedisziplin könnten das Preisgefüge über die marginalen Kosten der Produktion drücken.
Bei den Industriemetallen ist die Nachfrage aus China solide und sollte sich in den nächsten Monaten nicht abschwächen. Bei Kupfer zeichnet sich aktuell kein Streik bei der Escondido Mine, es handelt sich bei ihr um die weltgrößte Kupfermine in Chile, ab. Das heißt, die Unterbrechung der Produktion weltweit könnte dieses Jahr geringer ausfallen als befürchtet. Insgesamt rechnen wir beim Kupfermarkt mit einem leichten Angebotsdefizit in diesem Jahr.

Dieses Defizit sollte sich in den nächsten Jahren ausweiten und für höhere Preise sorgen. Bei Aluminium wurden die Produktionskürzungen in China während den Wintermonaten beendet, wir glauben jedoch, dass diese im nächsten Winter fortgesetzt werden. Zudem bewirkten die Sanktionen der USA gegen Russland, dass der größte russische Aluminiumproduzent kein Aluminium in die westliche Welt liefern darf. Die Erholung der Industriemetall-Preise in den vergangenen zwei Jahren wurde maßgeblich durch die Reduktion von Produktionskapazitäten getrieben.

Investition ohne Agrar und Lebendvieh möglich  

Für Anleger, die im Bereich Rohstoffe Chancen sehen, aber aus ethischer Sicht die kritischsten Bereiche ausgeschlossen wissen möchten, ist der Swisscanto (LU) Commodity Fund ex-Agriculture & Livestock eine interessante Investitionsmöglichkeit. Der Fonds ermöglicht via Terminmarkt breit diversifiziert in Rohstoffe zu investieren und schließt neben den Sektoren Agrar und Nutztiere auch Schweröl, Uran, Asbest und seltene Erden aus.

Der Fonds strebt an, über einen rollenden Zeithorizont von drei Jahren den Referenzindex (Bloomberg Commodity ex-Agriculture & Livestock Capped Index) zu übertreffen. Dieser Index setzt sich zu 41 Prozent aus Energie, zu 31 Prozent aus Industriemetallen und zu 28 Prozent aus Edelmetallen zusammen und das Anlageuniversum des Fonds orientiert sich entsprechend daran.




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